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Monat: Juli 2016

Deichbrand Festival 2016 // Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz // 21.07.-24.07.2016

Vergangenes Wochenende war es endlich soweit: Die 12. Ausgabe des Deichbrand-Festivals. Petrus sei Dank war uns das Wetter an dem Wochenende gnädig und die Rock City 12.0 konnte pünktlich am Donnerstag ihre Pforten öffnen. Neben den traditionell zwei nacheinander spielenden Bühnen Fire- und Water Stage gab es, neben dem üblichen Palastzelt und dem Red Bull Tour Bus, zwei weitere Bühne zu bestaunen. Mehr Bühnen, mehr Diversitäten, mehr Bands.

Open-Air-Gelände

Das Open-Air-Gelände hat sich nicht so richtig verändert. Die Fire Stage und die Water Stage standen an ihren üblichen Plätzen, 90° zueinander versetzt. Das Riesenrad war auch wieder mit dabei, das einen schönen Überblick über das Gelände bot. Statt dem Jägermeister Haus gab es in diesem Jahr einen Platzhirschen, der mit einer Höhe von 20 Metern gewaltig aussah. Es gab vielerlei Essenstände, ein paar Foodtrucks und sonstige Kleinigkeiten.

Doch manchmal ist mir das Gelände einfach zu klein. Nachdem wir vorne bei Alligatoah bei der Water Stage standen und zu den Fanta4 rüber wollten, war der Platz so voll, dass selbst ich nicht einmal auf die Bühne schauen konnte. Man musste das Geschehen dann von weiter Weg über die Leinwand verfolgen. Folgendes Bild stammt vom Riesenrad beim Seeed-Auftritt, was mein Problem mit dem Platz recht gut veranschaulicht:

Deichbrand festival the final with the legendary @seeed.de #seeed

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Palastzelt

Das 10-Mastenzelt hat seinen Ort gewechselt und stand dieses Jahr, nicht wie üblich auf dem Infield, sondern auf dem Playground davor. Dies war sicher nötig, um mehr Platz auf dem Open-Air-Gelände zu bekommen, was ich auch für eine sinnvolle Neuerung halte. Auch hier gab es allerhand Bands schon am Donnerstag zu bestaunen. Unsere Highlights bei der Warm-Up-Party waren die Killerpilze und in der Nacht Oomph!.
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Sonst gab es viele weitere Highlights wie MaeckesHeisskalt, OK Kid, Moop Mama oder Ataria Teenage Riot, die wir uns auf Grund von Überschneidungen mit den Open-Air Bühnen leider nicht ansehen konnten. Gesaffelstein lies Samstag Nacht dann noch meine Beine und die der Anwesenden zappeln. Zudem gab es von Freitag bis Sonntag den Mikrokosmos Poetry Slam, der mittlerweile zum fünften Mal im Zelt stattfand.

New Port Bühne

Deichbrand selbst schreibt im Pocketheft zu dieser Bühne:

Doch es gibt so viele geile Bands und jedes Jahr kommen interessante Newcomer dazu. Wir schaffen jetzt noch mehr Platz für eure Wünsche und unsere Entdeckungen. Im Newport bieten wir euch ab Deichbrand 12.0 ein verdammt spannendes Zusatzprogramm in kleinerem Rahmen unter freiem Himmel.

Und so lässt es sich auch wunderbar zusammenfassen. Es gab viele spannende Bands, wie z.B. Le Fly, Liedfett, Fuck Art Let’s Dance!, I Heart Sharkes, Go Go Berlin, Trümmer oder Odeville zu entdecken. Eine wirklich tolle Neuerung, die in den kommenden Jahren hoffentlich weiter geführt wird.
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Electric Island

Da beim Deichbrand Musikfans aller Genres angesprochen werden, gab es auch für die Freunde elektronischer Tanzmusik ein neues Highlight. Von 12 Uhr mittag bis Mitternacht heizten hier DJs und Live-Acts die Menge vor der Bühne an, die ein wenig an Tomorrowland erinnerte. Hier gab es Moonbootica, Elektrizzl, Sascha Braemer, Vargo, Markus Kavka und viele weitere Künstler auf die Ohren.

Seeed

Mein persönliches Highlight waren die Berliner Seeed. Was ein Abriss am Samstag auf der Fire Stage. Ich finde es immer wieder grandios, wenn so viele Musiker auf der Bühne stehen, die perfekt harmonieren und vom Sound her perfekt abgemischt sind. Ein Highlight der Show waren natürlich die vier Trommler Cold Steel, die einige überragende Choreographien hinlegten. Danke nochmal an Peter Fox, der zwei Tage zuvor mit 39°C Fieber im Bett lag und an dem Abend trotz Heiserkeit fast das komplette Set spielte.

 

Sonstige Shows

Beim Deichbrand werden seit einigen Jahren sehr viele Genres bedient, was zu einem sehr bunt gemischten Publikum führt. Doch dieses Jahr ist wohl die (Deutsch)-Hip-Hop/Rap Fraktion am besten weggekommen. Die Fantastischen Vier, BeginnerAlligatoahSDP, Fünf Sterne Deluxe, ASD, K.I.Z., Motrip und so weiter. Das merkte man den Besuchern auch an. Gerade zu diesen Shows war der Platz auf dem Gelände besonders gut gefüllt. Es war zum Beispiel krass wie viele Leute bei den 257ers anwesend waren und danach erstmal für eine Stunde wieder verschwanden, während es z.B. bei Wirtz oder Heaven Shall Burn deutlich leerer war.

Verständnislose Menschen

Samstag-Abend 22 Uhr. Ich kann verstehen, dass man vielleicht etwas kaputt ist und nicht stehen möchte, aber dann setzt euch bitte nicht vor die Fire Stage in die erste Welle. Wir hatten es noch geschafft und sind in die erste Welle gerutscht, um den Auftritt von Seeed ganz nahe mitzuerleben. Problem war nur, dass die Hälfte der Leute sich hingesetzt hatte und man einfach nicht durchkam und von hinten immer weiter gedrückt wurde. Eine kleine Massenpanik wäre bestimmt nicht ganz so gut ausgegangen. Ich bin sicher auf einige Hände und Füße getreten, aber das war den Leuten wohl irgendwie egal und man wurde noch dreist angeschrien und sogar Zigaretten auf einem ausgedrückt. Wie kann man nur so rücksichtslos und ignorant sein?

Und einige Festivalbesucher sollten mal lernen durchzugehen. Immer wieder war der Eingang zur Welle brechend voll, während man auf der anderen Seite beim Ausgang unendlich viel Platz hatte. Gerade bei Alligatoah war dies schon ziemlich beachtlich. Während man sich vorne durchquälte, hatte man auf der anderen Seite viel Platz zum Abgehen.

Security

Immer präsent, stets gut gelaunt und immer für einen kleinen Spaß zu haben. Die Security, die beim Deichbrand Festival aktiv ist, ist seit Jahren Spitzenklasse! Einige mögen zwar die laschen Taschenkontrollen bemängeln, aber ich wurde an dem Wochenende deutlich öfter kontrolliert als beim Hurricane. Sowohl beim Einlass zum Camp, als auch beim Einlass zum Infield, wo ich fast jedes Mal meine komplette Bauchtasche räumen musste.

Essens-Stände

Ich werde nie verstehen, wie man sich über die Preise bei so einem Event aufregen kann. Es ist schon nicht wenig Geld und um einige Stände sollte man vielleicht einen Bogen machen, aber generell sind die Preise bei dem Aufwand schon in Ordnung. Wenn man auf so ein Festival fährt, einen langen Anreiseweg in Kauf nimmt und was weiß ich nicht noch alles einkauft, kann man auch mal seine 3-8€ für ein Gericht zahlen.
Rauch-Zeichen

Toiletten-Situation

Jedes Mal wieder ein Punkt über den sich viele Festival-Gänger ärgern. Die Toilette Anzahl mag zwar dieses Jahr ausgereicht haben, aber dazu hätten auch alle durchgehend funktionieren müssen. So bildeten sich schon am Freitag bei den Toilettenwagen lange Schlagen, da gefühlt die Hälfte schon nicht mehr benutzbar war. Bei den Urinalen war die Situation meistens nicht besser, da oft keine Abflüsse vorhanden waren und die Suppe einfach zur Seite rausplätscherte. Der Geruch war auch hier am ersten Tag schon am Rand des Brechreizes. Ich hoffe so sehr, dass man sich endlich einigt und das Gelände für 10 Jahre gehalten wird. Dann kann auch eine vernünftige Kanalisation gebastelt werden, damit solche Missstände endlich passé sind. Die Goldeimer boten hier schon eine gute Alternative, wobei 2€ pro Besuch (bzw. 15€ Flat) vielleicht etwas zu hoch gegriffen sind.

Laufwege

Auch ein Punkt der des Öfteren kritisiert wird, sind die mit unter weiten Laufwege vom Parkplatz bis zum Campingplatz. Wenn man erst am Freitag angereist ist und dann am äußersten Zipfel des Nord-Parkplatzes geparkt hat, will ich nicht wissen, wie lange man zum Zeltplatz gebraucht hat. Auch vom West Parkplatz aus dauerte es bis zum Green Camp seine 20 Minuten. Das Mais-Feld zwischen dem Parkplatz West und dem Green-Camp Womo störte doch schon sehr, da man immer drumherum laufen musste.
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Rosige Aussichten

Es sieht schon sehr danach aus, als wenn das Deichbrand Festival für weitere 10 Jahre am Standort des Seeflughafens Cuxhaven/Nordholz bleibt. Mit dieser Sicherheit kann auch die Infrastruktur weiter verbessert werden, damit u.a. die Abwasser-Probleme endlich ein Ende finden. Auch ein neues Infield soll geplant werden. Viele Sachen wurden aber in den letzten Jahren immer weiter verbessert und man hört von vielen Seiten sehr positives Feedback. Sollte man die Abwasser- und die Platzprobleme in den Griff bekommen, steht der Vergrößerung (mit potenziell größeren Acts) in den nächsten Jahren wohl nichts im Wege. Wenn man schon hört, dass Bands wie die Foo Fighers, Rammstein, The Killers oder Kraftklub im Gespräch sind, wird der Deich nächstes Jahr wieder brennen!

Auch ich werde nächstes Jahr wieder zu Gast in der Rock City sein, wenn das Deichbrand Festival am 20.07.2017 für 4 Tage wieder seine Pforten öffnet. Die Besucheranzahl soll noch einmal gesteigert werden und die Wildcards sind mit 118€ zzgl. Gebühren wieder 10€ teurer geworden. Man darf gespannt sein, welche Bands uns nächstes Jahr erwarten!

 

Hurricane Festival 2016 // Eichenring Scheeßel // 24.6.-26.6.2016

Ich habe euch den Nachbericht versprochen bzw. mir auch selbst versprochen und hier ist er nun gehüllt in 1557 Wörter. Viel Spaß beim Lesen!

Anreise-Donnerstag

Wir machten uns am Donnerstag Nachmittag gegen 17:30 auf den Weg Richtung Scheeßel. Schon die Hinfahrt war die reinste Tortur. Ab Norderstedt hatten wir Richtung Hamburg auf der A7 satte 32!! km stockender Verkehr. Angekommen im schönen Scheeßel standen wir dann noch einmal im Stau, bis wir endlich auf irgendeinen Parkplatz geleitet wurden. Glücklicherweise kamen wir auf unseren Wunschparkplatz P5. Mittlerweile war es schon nach 22 Uhr und es fing an zu nieseln.

Bepackt mit Zelt und Matratzen holten wir unsere Bändchen ab und trafen unter 75.000 Leuten noch zufälligerweise 2 Bekannte, bei denen wir unser Nachtlager auf Campingplatz 2 aufschlugen. Es war dann irgendwann kurz nach Mitternacht, als das Zelt fertig aufgebaut war und alle Sachen sicher verstaut waren. Um uns herum sahen wir schon die Gewitterzellen auf uns zu kommen, aber so richtig erreichen wollte uns keine davon. Um 1:45 Uhr ging es dann so richtig los. Blitze im Sekundentakt, orkanartige Böhen und Starkregen. Der Weltuntergang erreichte uns und wir saßen mittendrin im Zelt. Man hörte die Blitze einschlagen und wir versuchten einfach krampfhaft das Zelt festzuhalten und zu überleben. So ein Erlebnis möchte ich nie wieder erleben.

Der brachiale Freitag

Pünktlich um 11:30 Uhr standen wir am Eingang des Infields, um uns mit Merchandise einzudecken. Der Einlass verzögerte sich leider, sodass die ersten Bands schon ausfielen, zum Leidwesen der vielen Schmutzki Fans. Um 12:45 ging es dann endlich los und das Festivalgelände wurde reichhaltig nach Toiletten und netten Essensständen durchleuchtet. Wir kauften uns, zur Musik des gut gelaunten Chefket, unsere Shirts und verstauten diese auf dem Camping-Platz.
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Weiter ging es mit den energiegeladenen Schweden Royal Republic. Und alter Schwede lieferten die mal wieder eine Performance! Wir durften sie nun schon zum dritten Mal erleben und es ist jedes Mal wieder ein Fest.

Danach hatten wir uns schon gute Plätze für Jennifer Rostock gesichert, doch leider wurde das Gelände dann evakuiert und der Spielbetrieb unterbrochen. Die Party ging dann auf dem Parkplatz in Form von campFM weiter. Ob Robby Williams oder die Cantina Band. Die Festivalbesucher, die sich an ihren Autos eingefunden haben, sangen gut gelaunt mit und dichteten sogar einen eigenen Festivalsong. Ganz großes Kino!

Die Entwarnung folgte dann gegen 19 Uhr und es ging den ganzen Weg zurück. Leider verpasste wir Genetikk, aber so haben wir von etwas weiter weg eine schöne Show von der selbsternannten besten Liveband The Hives miterlebt.

AnnenMayKantereit boten eine Performance der Extraklasse und ich freue mich nun noch mehr auf den Auftritt im Uebel&Gefährlich im Mai 2017. Gefühlvoll und textsicher präsentierten uns die vier Herren Annen, May, Kantereit und Huck ihre Songs und ich war echt erstaunt, wie voll der Bereich vor der Bluestage war.

Nach dem starken Auftritt von AMK ging es rüber zu den Dropkick Murphys, die gerade im letzten Drittel ihres Sets steckten. Wir bekamen tatsächlich (mit ein bisschen drängeln) noch einen Platz am 2. Wellenbrecher und hatten beste Sicht auf die brachiale Show von RAMMSTEIN!20160625_013341Meine Güte war das ein Feuerwerk und eine atemberaubende Show. Gespickt mit diversen Pyrotechnik-Effekten, einer guten Lichtshow und einem sehr mobilen Bühnenbild. Es gab bisher wenige Konzerte auf denen ich war, die lauter waren. Wir werden uns fest vornehmen Rammstein bei nächster Gelegenheit nochmal bei einer Hallentour zu besuchen.

Nach Rammstein ging es zurück zum Zelt, wo man glücklich und mit einem Tuten im Ohr einschlief.

Matschiger Samstag

Geweckt mit leckerem Frühstück folgte leider doch recht schnell die Ernüchterung. Es regnete. Stundenlang. Wir saßen bis 14 Uhr im Zelt, bis es endlich ein wenig besser wurde. Nachdem wir uns vom Zustand des Campingplatzes überzeugt haben, entschieden wir abzubauen. Der Zustand der Wege ließ sich nicht einmal mehr beschreiben. Mit meinen hellblauen Stoffschuhen musste ich nun durch den Matsch und ja sie sind nun nicht mehr wieder zuerkennen.

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Wenn ich eins gelernt habe: Sei auf jeden Fall vorbereitet und packe nächstes Mal Gummistiefel ein!

Dafür gab es von den Besuchern allerhand lustige Aktionen. Bierdosen angeln im Matsch, geführte Wandertouren oder dieser junge Mann hier, der auf einer Toilettentür die Matsch-Welle ritt.

Um 20 Uhr sollte es eigentlich weitergehen und wir versuchten um 19 Uhr noch einmal Richtung Infield zu martschieren, blieben aber schon beim Eingang zum Greencamp hängen. Es goss wieder wie aus Eimern und wir warteten bei der überdachten Taschenkontrolle. Auch hier war die Stimmung überwiegend positiv und man witzelte über die durchlaufenden Personen. Hier wäre es auch gut gewesen, wenn die Ansprechpartner der jeweiligen Security-Einheiten auch Informationen bekämen, wie es ums Gelände steht. So war man immer auf andere mit Internet-Empfang angewiesen, da man mit o2/EPlus einfach keine Chance hatte.

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Der Einlass zum Infield wurde weiter nach hinten verschoben und wir gaben langsam die Hoffnung auf. Inside-Bilder verrieten uns, dass die Green Stage wohl komplett unter Wasser stand. Als wir um halb 9 am Playground (die fünfte Bühne) ankamen, war dann auch die Gewissheit da, dass am Samstag keine Bühne mehr bespielt wird. Niedergeschlagen ging es zurück zum Auto.

Dabei wäre der Samstag so grandios geworden: The Prodigy, The Offspring, Editors, Axwell v Ingrosso, Frank Turner, Boy, Anti-Flag, Bear’s Den, Half Moon Run, Boys Noize Live, Jack Garrat, … Aber was will man machen.

Wir machten es uns so gut es geht im Auto gemütlich. Mit 1,91m ausgestreckt über Beifahrer- und Fahrersitz gar nicht mal so einfach.

Sonniger Sonntag

Bam! Wir wurden von Sonnenstrahlen geweckt. Eingecremt und gut gelaunt, ging es dann wieder Richtung Festivalgelände, wo um 12 Uhr die X Ambassadors auftreten sollten. Bekannt durch ihre Songs Renegades und Unsteady feuerten die Amerikaner eine gute Show ab und es war fast schade, dass sie schon so früh gespielt haben.

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Die zwei Jungs von Zugezogen Maskulin nahmen wir vom Riesenrad aus mit, welches einem einen guten Blick über das Festivalgelände bot. Leider sind die Bäume um das Infield herum so hoch, dass man Campingplätze nur erahnen konnte.

Zu Tom Odell genehmigten wir uns eine Portion Pomms‘, die mit einer wirklichen Innovation in der Verpackung daherkamen:pomms
The Subways kann man sich auch immer geben und die drei Britin nahmen sogar ein 360°-Video im Riesenrad auf.

Bosse ist wie eh und je einfach sympathisch und seine Shows sind einfach ansteckend und machen Spaß.

James Bay war teilweise leider so leise, dass die Bässe von Elliphant (von der hinter uns liegenden White-Stage) immer den Gesang von Bay verdrängten. Er ist zwar ein begnadeter Musiker und sein Debüt-Album Chaos And The Calm ist wirklich überragend, doch als 18 Uhr Besetzung auf der Green Stage wirkte er irgendwie fehl am Platz. Dementsprechend „leer“ war der Platz vor der Green Stage auch.

Ein paar Klänge von Fraktus hörten wir, bevor es Richtung Two Door Cinema Club ging. Prinz Pi sahen wir nur kurz von weiten, da uns die Red Stage einfach zu matschig und zu voll war.

Zu Deichkind muss ich wohl nichts weiter sagen. Der Höhepunkt des heutigen Tages. Die Formation besticht einfach durch eine überragende Performance.

Wir nahmen noch ein paar Klänge von Mumford & Sons mit, bevor wir uns schnell auf den Weg Richtung Parkplatz machten.

Die Rückreise lief relativ entspannt. Wir kamen glücklicherweise recht schnell vom Parkplatz runter, auch ohne stecken zu bleiben. Mein Beileid nochmal an die Personen von Parkplatz P15. Wir wurden am Bahnhof Scheeßel vorbei geleitet und was standen da viele Menschen auf dem Bahnsteig. Der letzte Zug nach Hamburg war wohl schon weg, aber gefühlt standen immer noch tausende Leute auf dem Bahngleis. Einige versuchten sogar per Anhalter noch irgendwie nach Hause zu kommen. Gegen halb 3 war man dann endlich zuhause und war doch wieder froh über sein eigenes Bad, eine Dusche und sein weiches Bett.

Was bleibt nach dem Hurricane-Festival 2016

Ein durchlöcherter Festival-Plan. Ich habe mir mal die Mühe gemacht (und hoffentlich nichts vergessen) und die ausgefallenen Bands heraus gepaintet.hurricanebandsDie Security. Versteht mich jetzt nicht falsch, aber beim Deichbrand gefällt mir die Security deutlich besser. Die Secus auf dem Infield waren super. Immer fröhlich und verteilten gerade am Sonntag immer mal wieder Wasser an die vordersten Reihen am Wellenbrecher. Die ‚Handlager‘, die jedoch die Wege beim Camping-Platz und die Notwege „bewachten“, vernachlässigten ihre Arbeit zeitweise sehr. Keine Bändchen-Kontrolle. Keine Kontrolle der Taschen. Die Frage, ob wir vielleicht Stoff hätten, weil man sich gerne was bauen möchte. Bier bei der Arbeit. Ich belasse das mal an dieser Stelle.

Ein Schlachtfeld. Schaut euch bitte dieses Video an, was einen Tag nach dem Festival entstand. Es ist echt unglaublich, wie viele Zelte und Gegenstände auf dem Campingplatz zurückgelassen werden. Nach so einem Wochenende kann ich das teilweise irgendwo verstehen, aber so viel?

CampFM. Da wurde echt gute und harte Arbeit geleistet an dem Wochenende. Immer gut gelaunt, immer die neusten Infos, gute Musik und sogar ein eigener kleiner Festivalsong wurde vom Hurricane-Swim-Team gedichtet.

Essensangebot. Nom nom nom! Am Sonntag gab es für uns, nach 45 Minuten anstehen, einen Lachs-Döner von Rauch-Zeichen! Erfrischend anders und super lecker. Wer so einen Stand auf einem Festival (z.B. beim Deichbrand) oder sonst wo erblickt, sollte die 7,50€ ruhig mal investieren. Lohnt sich! Sonst gab es natürlich auch diverse andere Food-Trucks zu entdecken. Aus der Not heraus haben wir am Samstag-Abend beim Pizza-Stand halt gemacht. Eine kleine, kalte und lieblose „Calzone“ für 5€ war schon irgendwo Abzocke.

Hurricane-Swim-Team. Vom 20-Jährigen Jubiläum des Hurricane Festivals 2016 werden wir wahrscheinlich noch unseren Enkelin und Enkeln erzählen. Es ist nur zu hoffen, dass das Deichbrand dieses Jahr besseres Wetter abbekommt. „Am sichersten seid Ihr im Auto..“

#HurricaneSwimTeam & Christoph Karrasch – "Am Sichersten Seid …

Normalerweise stehen sie bei uns auf den Bühnen, doch heute seid IHR die Stars! Denn Ihr seid das #HurricaneSwimTeam, und was unser Dude Christoph Karrasch alias Stoffi von Camp FM mit Euch zusammen an den Start gebracht hat, ist ganz klar von Weltrang! Danke an alle, die uns Ihre Schlammschlacht-Videos und Textpassagen eingeschickt haben – ganz großes Kino!Nicht vergessen: ab dem 22. Juli 2016 wird "Am Sichersten Seid Ihr Im Auto" auch auf allen Download-Plattformen erhältlich sein. Alle Einnahmen gehen dabei direkt an Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.!

Posted by Hurricane Festival on Donnerstag, 14. Juli 2016

 

Lyricvideo: The Naked And Famous | Higher

Die neuseeländische Indie-Elektropop-Band The Naked And Famous hat gestern endlich ihre neue Single Higher präsentiert. Passend dazu gab die Band bekannt, dass das neue Album Simple Forms am 14. Oktober erscheinen wird. Es war schon länger bekannt, dass neue Musik von ihnen auf uns zu kommen würde, aber sie ließen sich mit der Veröffentlichung der Single viel Zeit.

Auf der Facebook-Seite der Band wurden seit 2 1/2 Wochen immer mal wieder kryptische Bilder veröffentlicht, die nun endlich zu dem Ergebnis der neuen Single führten. Sie feierte gestern um 21:00 Uhr bei Alt Nation Premiere. Kurz danach wurde auch das Lyric-Video veröffentlicht.

Das dritte Studioalbum der Band entstand inmitten der Trennung der beiden Gründer der Band von Gitarrist/Sänger/Produzent Thom Powers und Sängerin der Band Alisa Xayalith. Sie gab zu der Lead-Single folgenden Kommentar ab:

It’s been two years since we came off the road and a lot of life has happened in and all around us. We’ve been broken here and picked ourselves up again — so maybe this chorus talk a little to that experience…love, grief, time passing and returning to a place where we are lucky to have each other.

Die Band wird im Herbst diesen Jahres eine große Amerika Rundreise machen und ich hoffe, dass sie bei ihrem nächsten Deutschland-Stop auch in meiner Nähe halt machen. Denn gerade live verstrahlt die Band eine unglaubliche Energie, die einen einfach fühlen und tanzen lässt.

Quelle Titelbild: Sceenshot Lyric-Video zu Higher

Musikvideo: Casper | Lang Lebe Der Tod

Casper meldet sich endlich zurück! Nach seinem letzten Album Hinterland ist nun schon einige Zeit vergangen und hat man bis auf das Gloomy Boyz Trap-Projekt nicht viel von ihm gehört. Seit gestern gibt es, zur ersten Single Lang Lebe Der Tod (feat. Blixa Bargeld, Dagobert & Sizarr) des gleichnamigen Albums, auch endlich das Musik-Video zu sehen. Beim erstmaligen Hören des Songs dachte ich mir noch: Meh. Doch als ich ihn mir noch ein paar Male angehört habe und auf den Text geachtet habe, dachte ich mir: Wow. Diese Mischung aus verschiedenen Musikstilen und Tempowechseln wirkt im Gesamtpaket dann doch sehr stimmig und ist mir so noch nicht untergekommen. Casper prangert in dem Song, unter anderem mit verschiedenen Metaphern, die Erwartungen/die Hetze der Musikindustrie bzw. die der Zuschauer an und vergleicht die Künstler selbst mit Zirkustieren.

Das Video ist, wie der Song auch, sehr düster gehalten. Am Anfang sieht man ein Liebespaar in den Wald rennen, verfolgt von Männern mit brennenden Fackeln. Ich will hier nichts weiter vorwegnehmen, schaut euch das Video einfach an! Künstlerisch gesehen, ist es auf jeden Fall extrem gut gemacht und mit allerhand Metaphern geschmückt. Die Endszene sollte euch doch sicher aus der Bibel bekannt vorkommen, oder? Und wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr auch Herrn Griffey selbst in dem Video erkennen.

Wer Probleme mit Epilepsie hat oder brutale Szenen (Stacheldraht, herausgeschnittene Herzen) nicht sehen kann, sollte sich das Video vielleicht lieber nicht anschauen.

Lang Lebe Der Tod!

Das am 23.09.2016 01.09.2017 erscheinende Album Lang Lebe Der Tod könnt ihr euch bei Amazon vorbestellen. Es wird wohl 12 Songs beinhalten und in verschiedenen Versionen erscheinen. Weitere Details sind vorerst noch nicht bekannt. Anhand des ersten Songs kann man aber schon erahnen, dass das Album in eine andere Richtung als der Vorgänger Hinterland geht. Wir können gespannt sein, denn ich glaube da rollt etwas großes auf uns zu!

Albumreview: Red Hot Chili Peppers | The Getaway

Die Red Hot Chili Peppers melden sich eindrucksvoll mit ihrem neuen Album The Getaway zurück! Fünf Jahre nach I’m With You erschien am Freitag vor 2 Wochen endlich das 11. Studioalbum der Band, diesmal ohne Starproduzent Rick Rubin. Mit Brian Burton aka. Danger Mouse (u.a. schon U2, Gorillaz) durfte nun ein neuer Produzent das Ruder übernehmen und frischen Wind in die Segel blasen. Josh Klinghoffer, dem die ehrenvolle und schwere Aufgabe zu Teil wurde John Frusciante zu ersetzen, scheint endlich angekommen zu sein und hat einige starke Passagen auf dem neuem Album. Seine Live Qualitäten haben sich deutlich verbessert (auch wenn ich die Gitarre immer noch zu leise finde) und den drei alten Recken haucht er gefühlt neues Leben ein.

Wer bei The Getaway ein Blood Sugar Sex Magik erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. The Getaway klingt anders als die anderen Alben. Jeder Song hat seine eigene persönlich Note und grenzt sich von den anderen Songs ab. Es ist ruhiger und emotionaler. Der Sound hat sich weiterentwickelt ohne aber seine Wurzeln zu vergessen. Es ist vielleicht nicht so rockig oder funky, wie anderen Alben von den RHCP, sondern geht zum Teil eher in die Pop Richtung, aber im Gesamteindruck wirkt es wieder sehr stimmig.

Die drei Songs Dark Necessities, The Getaway und We Turn Red waren uns ja schon vorher bekannt. Dark Necessities klingt typisch nach den Peppers. Da kann man nicht ruhig sitzen bleiben. Zu The Getaway muss man auch einfach tanzen, wobei ich finde, dass der Song live noch nicht so richtig wirkt. We Turn Red klingt vom Sound her sehr nach den Chilis aus früheren Tagen. Gefällt mir!

Ayo ayo ayo ayo Goodbye Angels! Mit einer meiner liebsten Songs, des neuen Albums. Der Song fängt ruhig an und endet dann in einem orgiastischen Outro!

Go Robot ist super funky und hört sich sexy an. Auch die Live-Version ist super gelungen.

https://www.youtube.com/watch?v=Gq-bn5YsmnM

Feasting on the Flowers klingt für mich so, als würde der Song eher zum vorherigen Album I’m With You gehören. Er ist zwar ganz nett, aber dennoch fehlt dem Song finde ich irgendetwas.

Dreams of a Samurai zum Abschluss ist dann noch einmal völlig anders. So habe ich die Chilis bisher noch nie gehört, finde ihre Experimentierfreude aber dennoch sehr gut.

Das Album beinhaltet noch ein paar weitere spannende Songs, wo ich aber auch nichts weiter zu schreiben möchte. The Longest Wave hat aber zum Beispiel einen super Refrain!

Wie gesagt The Getaway ist anders, aber lasst mich euch sagen es lohnt sich! Wenn man sich drauf einlässt, erkennt man bei jedem Durchhören immer neue kleine Details und es macht einfach Spaß das Album durchzuhören. Holt euch das Album, hört es auf Spotify oder sonst wo.

Ich hoffe natürlich, dass die Chilis sich dieses oder nächstes Jahr wieder in Deutschland sehen und hören lassen, um ihr Album zu präsentieren. Heute wurden dann auch endlich die Deutschland-Tourdaten veröffentlicht und mit Bedauern musste ich feststellen, dass Hamburg mal wieder ausgelassen wird. Damit kann ich die kommende Tour wohl leider nicht besuchen.Wer trotzdem hin möchte, hier die Deutschland-Tourdaten:

1 November | Munich, Germany | Olympiahalle | Tickets
3 November | Berlin, Germany | Mercedes-Benz Arena | Tickets
8 November | Amsterdam, Netherlands | Ziggo Dome | Tickets
11 November | Luxembourg, Luxembourg | Rockhal | Tickets
14 November | Cologne, Germany | Lanxess Arena | Tickets
16 November | Herning, Denmark | Jyske Bank Boxen | Tickets
17 November | Hannover, Germany | TUI Arena | Tickets
19 November | Frankfurt, Germany | Festhalle | Tickets
21 November | Vienna, Austria | Stadthalle | Tickets

Ein kleines Schmankerl noch zum Abschluss:

Quelle-Beitragsbild: Red Hot Chili Peppers / Photo by Steve Keros