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Albumreview: The xx − I See You

Musikalben reifen mit der Zeit und entfalten für mich erst nach mehrmaligem Anhören das volle Potential. So kann ich auch nicht nach einem Tag direkt eine Einschätzung abgeben, sondern brauche ein paar Tage. Nun sind leider ein paar mehr Tage dazwischen gekommen, aber das schadet ja nicht.

Zu meinen neusten Errungenschaften zählt das dritte Studio-Album I See You von The xx. Am vorletzten Freitag (13.1) kam dieses auf den Markt und zählt für mich jetzt schon zu einem der Top-Alben des Jahres 2017. Warum das so ist, erzähle ich euch.

The xx haben sich gewandelt und sind gereift. Der Einfluss ihres DJs Jamie Smith (Jamie xx), der vor zwei Jahren sein Solowerk In Colours veröffentlicht hat, ist nicht zu überhören. Wo früher noch träumerische Melancholien vorherrschten, sind diese heute immer noch vorhanden, allerdings gepaart mit pulsierenden Beats.

Schüchternheit abgelegt

So klingt die erste Zeile des Albums „They say we’re in danger“ gesungen von Bassist und Sänger Oliver Sim schon danach, als seien sie sich ihrer Lage bewusst. Noch ein minimaleres Album? Nein, das ist I See You keineswegs. Schon die ersten beiden Single-Auskopplungen „Say Something Loving“ und „On Hold“ zeigten, wohin die Reise gehen sollte. Dazu könnte die Präsentation des Covers andeuten, dass man sich öffnen möchte; weg von dem schüchternen Image. Es ist eine Art glänzendes Silber, welches einem Spiegel gleicht. Außerordentlich schön und ins Auge stechend!

Musik zum Träumen an mondbeschienenen Stränden

Der erste Song „Dangerous“ dürfte Fans schon irgendwo überraschen.  Fanfaren und pressende Beats bestimmen den Song und lassen die Membranen zum ersten Mal tanzen. Bei mir verursacht er obendrein noch langanhaltende Ohrwürmer. „Lips“ ist für mich einer der stärksten Songs von I See You. Die gehauchten Stimmen von Sängerin/Gitarristin Romy Madley Croft und Oliver Sim und dazu passend die Gitarre, gepaart mit Jamies Beats klingt im Gesamten schon fast nach Sex. Zumindest musikalisch.

„Performance“ ist dann eine wirklich Wahnsinns-Performance von Romy Madley Croft. Da wo früher noch eher Schüchternheit und Zurückhalten ihre Stimme bestimmten, klingt diese heute wesentlicher offener und sicherer. Von ihrem warmen Klang wird man direkt in den Bann gezogen.

„Test Me“ als letzer Song fungiert irgendwie als Entschleuniger und Rausschmeißer zugleich. Es ist so, als würde man auf einer Welle reiten und dann die nächste Ausfahrt aufs ruhige Meer nehmen. Eine Ende, wie es schöner kaum sein könnte. Die Limited-Edition beinhaltet zudem zwei weitere Songs, die es leider nicht aufs Album direkt geschafft haben. Sehr schade eigentlich, da man so erstens immer die CD beim Hören wechseln müsste und zweitens die Songs echt solide gut sind.

Ich bin so froh das Trio am 12.2 live in Hamburg erleben zu können. Meinen Bericht dazu werdet ihr dann ein paar Tage später hier lesen können!

Tracklist von The xx − I See You

  1. Dangerous
  2. Say Something Loving
  3. Lips
  4. A Violent Noise
  5. Performance
  6. Replica
  7. Brave for You
  8. On Hold
  9. I Dare You
  10. Test Me
  11. Naive
  12. Seasons Run

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Veröffentlicht inAlben ReviewsMusik

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