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Albumreview: Bilderbuch – Magic Life

Ist das Kunst oder kann das weg? Die Rede ist von Bilderbuch, die mit ihrem neusten Werk Magic Life in neue Spähren abdriften. In ihrer eigenen Sprache haben sie 12 (+1) neue Songs kreiert, die insgesamt betrachtet große Kunst ergeben. Album-Cover und veröffentlichte Videos fügen sich perfekt ins das Gesamtbild ein. Schon die erste Veröffentlichung „Sweetlove“ ließ mich mit einer Mischung aus Entsetzen und Erstaunen zurück, der erste Durchgang durch das Album ebenso. Prince und Falco lassen grüßen.

Kein Album für nebenbei

Das Album will auf jeden Fall mehr als einmal gehört werden. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass es ein überragendes Album darstellt, sondern eher an der verspielten Experimentierfreude der Songs. Insgesamt lässt sich das Album in keine Schublade stecken. Bilderbuch wollen dies auch sicher gar nicht. Einzeln seziert lassen sich aber schon viele Stile erkennen. Elektronischer Party-Funk bei „SUPERFUNKYPARTYTIME“, trappige Stimmung bei „Sprit ‚N Soda“ oder soulige Gitarrensounds bei „Sweetlove“. Man sieht schon: es wird bunt!

Schon die Titelliste von Magic Life liest sich „interessant“. Neben eingängigen Titeln wie „Bungalow“ finden sich Titel wie „I <3 Stress“ und „Sneakers4free“. Da dürfte der Generation „was ist Dobby für 1 11  vong Haus her“ das Herz aufgehen. Und tatsächlich verstecken sich hinter einigen Titeln durchaus hörenswerte Songs, wobei „Bungalow“ als Hit des Albums schon sehr heraussticht.

Zudem bleibt die Stimme von Frontmann Maurice Ernst erwähnenswert. Diese zeigte uns schon auf den letzten Bilderbuch-Alben, dass das doch so hart klingende Deutsch, einen gewissen Grad an Sexappeal besitzt. Zusammen mit der englischen Sprache entstehen auf der neuen Platte ein paar interessante Satzkonstrukte. Eine kurze Auswahl:

Komm vorbei in meinem Bungalow, by the rivers of cash flow (aus „Bungalow“)

Aus, vorbei relaxt – let’s Fetz (aus „I <3 Stress“)

Aus den Texten selbst lassen sich kaum klare Messages erkennen und somit passen sie auch perfekt in das Schema des Albums. Inhaltslose Zusammensetzung von Wörtern? Ode an den Alkohol/Stress/Kapitalismus? Liebeslied? Ihr entscheidet.

Schwierige Kunst

Magic Life ist so ein Album, was ich für gut befinden möchte, es aber (noch) nicht kann. Es ist auf jeden Fall ein schönes Stückchen Pop-Kunst. Für mich ist es auch ein würdiger, wenn auch etwas anderer Nachfolger zum 2015 erschienenen Album Schick Schock und stellt eine weitere Entwicklungsstufe der Band dar. Ob sie jemals auf einer Stufe stehen bleiben? Zudem bin ich gespannt, ob und wie die Songs live funktionieren, wovon auch ihr euch in nicht allzu ferner Zukunft überzeugen lassen könnt.

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Veröffentlicht inAlben ReviewsMusik

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