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Kategorie: Konzertberichte

Hier findet Ihr alle Konzertberichte, die sich im Laufe der Zeit ansammeln. Eine Übersicht findet ihr hier.

Hurricane Festival 2016 // Eichenring Scheeßel // 24.6.-26.6.2016

Ich habe euch den Nachbericht versprochen bzw. mir auch selbst versprochen und hier ist er nun gehüllt in 1557 Wörter. Viel Spaß beim Lesen!

Anreise-Donnerstag

Wir machten uns am Donnerstag Nachmittag gegen 17:30 auf den Weg Richtung Scheeßel. Schon die Hinfahrt war die reinste Tortur. Ab Norderstedt hatten wir Richtung Hamburg auf der A7 satte 32!! km stockender Verkehr. Angekommen im schönen Scheeßel standen wir dann noch einmal im Stau, bis wir endlich auf irgendeinen Parkplatz geleitet wurden. Glücklicherweise kamen wir auf unseren Wunschparkplatz P5. Mittlerweile war es schon nach 22 Uhr und es fing an zu nieseln.

Bepackt mit Zelt und Matratzen holten wir unsere Bändchen ab und trafen unter 75.000 Leuten noch zufälligerweise 2 Bekannte, bei denen wir unser Nachtlager auf Campingplatz 2 aufschlugen. Es war dann irgendwann kurz nach Mitternacht, als das Zelt fertig aufgebaut war und alle Sachen sicher verstaut waren. Um uns herum sahen wir schon die Gewitterzellen auf uns zu kommen, aber so richtig erreichen wollte uns keine davon. Um 1:45 Uhr ging es dann so richtig los. Blitze im Sekundentakt, orkanartige Böhen und Starkregen. Der Weltuntergang erreichte uns und wir saßen mittendrin im Zelt. Man hörte die Blitze einschlagen und wir versuchten einfach krampfhaft das Zelt festzuhalten und zu überleben. So ein Erlebnis möchte ich nie wieder erleben.

Der brachiale Freitag

Pünktlich um 11:30 Uhr standen wir am Eingang des Infields, um uns mit Merchandise einzudecken. Der Einlass verzögerte sich leider, sodass die ersten Bands schon ausfielen, zum Leidwesen der vielen Schmutzki Fans. Um 12:45 ging es dann endlich los und das Festivalgelände wurde reichhaltig nach Toiletten und netten Essensständen durchleuchtet. Wir kauften uns, zur Musik des gut gelaunten Chefket, unsere Shirts und verstauten diese auf dem Camping-Platz.
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Weiter ging es mit den energiegeladenen Schweden Royal Republic. Und alter Schwede lieferten die mal wieder eine Performance! Wir durften sie nun schon zum dritten Mal erleben und es ist jedes Mal wieder ein Fest.

Danach hatten wir uns schon gute Plätze für Jennifer Rostock gesichert, doch leider wurde das Gelände dann evakuiert und der Spielbetrieb unterbrochen. Die Party ging dann auf dem Parkplatz in Form von campFM weiter. Ob Robby Williams oder die Cantina Band. Die Festivalbesucher, die sich an ihren Autos eingefunden haben, sangen gut gelaunt mit und dichteten sogar einen eigenen Festivalsong. Ganz großes Kino!

Die Entwarnung folgte dann gegen 19 Uhr und es ging den ganzen Weg zurück. Leider verpasste wir Genetikk, aber so haben wir von etwas weiter weg eine schöne Show von der selbsternannten besten Liveband The Hives miterlebt.

AnnenMayKantereit boten eine Performance der Extraklasse und ich freue mich nun noch mehr auf den Auftritt im Uebel&Gefährlich im Mai 2017. Gefühlvoll und textsicher präsentierten uns die vier Herren Annen, May, Kantereit und Huck ihre Songs und ich war echt erstaunt, wie voll der Bereich vor der Bluestage war.

Nach dem starken Auftritt von AMK ging es rüber zu den Dropkick Murphys, die gerade im letzten Drittel ihres Sets steckten. Wir bekamen tatsächlich (mit ein bisschen drängeln) noch einen Platz am 2. Wellenbrecher und hatten beste Sicht auf die brachiale Show von RAMMSTEIN!20160625_013341Meine Güte war das ein Feuerwerk und eine atemberaubende Show. Gespickt mit diversen Pyrotechnik-Effekten, einer guten Lichtshow und einem sehr mobilen Bühnenbild. Es gab bisher wenige Konzerte auf denen ich war, die lauter waren. Wir werden uns fest vornehmen Rammstein bei nächster Gelegenheit nochmal bei einer Hallentour zu besuchen.

Nach Rammstein ging es zurück zum Zelt, wo man glücklich und mit einem Tuten im Ohr einschlief.

Matschiger Samstag

Geweckt mit leckerem Frühstück folgte leider doch recht schnell die Ernüchterung. Es regnete. Stundenlang. Wir saßen bis 14 Uhr im Zelt, bis es endlich ein wenig besser wurde. Nachdem wir uns vom Zustand des Campingplatzes überzeugt haben, entschieden wir abzubauen. Der Zustand der Wege ließ sich nicht einmal mehr beschreiben. Mit meinen hellblauen Stoffschuhen musste ich nun durch den Matsch und ja sie sind nun nicht mehr wieder zuerkennen.

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Wenn ich eins gelernt habe: Sei auf jeden Fall vorbereitet und packe nächstes Mal Gummistiefel ein!

Dafür gab es von den Besuchern allerhand lustige Aktionen. Bierdosen angeln im Matsch, geführte Wandertouren oder dieser junge Mann hier, der auf einer Toilettentür die Matsch-Welle ritt.

Um 20 Uhr sollte es eigentlich weitergehen und wir versuchten um 19 Uhr noch einmal Richtung Infield zu martschieren, blieben aber schon beim Eingang zum Greencamp hängen. Es goss wieder wie aus Eimern und wir warteten bei der überdachten Taschenkontrolle. Auch hier war die Stimmung überwiegend positiv und man witzelte über die durchlaufenden Personen. Hier wäre es auch gut gewesen, wenn die Ansprechpartner der jeweiligen Security-Einheiten auch Informationen bekämen, wie es ums Gelände steht. So war man immer auf andere mit Internet-Empfang angewiesen, da man mit o2/EPlus einfach keine Chance hatte.

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Der Einlass zum Infield wurde weiter nach hinten verschoben und wir gaben langsam die Hoffnung auf. Inside-Bilder verrieten uns, dass die Green Stage wohl komplett unter Wasser stand. Als wir um halb 9 am Playground (die fünfte Bühne) ankamen, war dann auch die Gewissheit da, dass am Samstag keine Bühne mehr bespielt wird. Niedergeschlagen ging es zurück zum Auto.

Dabei wäre der Samstag so grandios geworden: The Prodigy, The Offspring, Editors, Axwell v Ingrosso, Frank Turner, Boy, Anti-Flag, Bear’s Den, Half Moon Run, Boys Noize Live, Jack Garrat, … Aber was will man machen.

Wir machten es uns so gut es geht im Auto gemütlich. Mit 1,91m ausgestreckt über Beifahrer- und Fahrersitz gar nicht mal so einfach.

Sonniger Sonntag

Bam! Wir wurden von Sonnenstrahlen geweckt. Eingecremt und gut gelaunt, ging es dann wieder Richtung Festivalgelände, wo um 12 Uhr die X Ambassadors auftreten sollten. Bekannt durch ihre Songs Renegades und Unsteady feuerten die Amerikaner eine gute Show ab und es war fast schade, dass sie schon so früh gespielt haben.

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Die zwei Jungs von Zugezogen Maskulin nahmen wir vom Riesenrad aus mit, welches einem einen guten Blick über das Festivalgelände bot. Leider sind die Bäume um das Infield herum so hoch, dass man Campingplätze nur erahnen konnte.

Zu Tom Odell genehmigten wir uns eine Portion Pomms‘, die mit einer wirklichen Innovation in der Verpackung daherkamen:pomms
The Subways kann man sich auch immer geben und die drei Britin nahmen sogar ein 360°-Video im Riesenrad auf.

Bosse ist wie eh und je einfach sympathisch und seine Shows sind einfach ansteckend und machen Spaß.

James Bay war teilweise leider so leise, dass die Bässe von Elliphant (von der hinter uns liegenden White-Stage) immer den Gesang von Bay verdrängten. Er ist zwar ein begnadeter Musiker und sein Debüt-Album Chaos And The Calm ist wirklich überragend, doch als 18 Uhr Besetzung auf der Green Stage wirkte er irgendwie fehl am Platz. Dementsprechend „leer“ war der Platz vor der Green Stage auch.

Ein paar Klänge von Fraktus hörten wir, bevor es Richtung Two Door Cinema Club ging. Prinz Pi sahen wir nur kurz von weiten, da uns die Red Stage einfach zu matschig und zu voll war.

Zu Deichkind muss ich wohl nichts weiter sagen. Der Höhepunkt des heutigen Tages. Die Formation besticht einfach durch eine überragende Performance.

Wir nahmen noch ein paar Klänge von Mumford & Sons mit, bevor wir uns schnell auf den Weg Richtung Parkplatz machten.

Die Rückreise lief relativ entspannt. Wir kamen glücklicherweise recht schnell vom Parkplatz runter, auch ohne stecken zu bleiben. Mein Beileid nochmal an die Personen von Parkplatz P15. Wir wurden am Bahnhof Scheeßel vorbei geleitet und was standen da viele Menschen auf dem Bahnsteig. Der letzte Zug nach Hamburg war wohl schon weg, aber gefühlt standen immer noch tausende Leute auf dem Bahngleis. Einige versuchten sogar per Anhalter noch irgendwie nach Hause zu kommen. Gegen halb 3 war man dann endlich zuhause und war doch wieder froh über sein eigenes Bad, eine Dusche und sein weiches Bett.

Was bleibt nach dem Hurricane-Festival 2016

Ein durchlöcherter Festival-Plan. Ich habe mir mal die Mühe gemacht (und hoffentlich nichts vergessen) und die ausgefallenen Bands heraus gepaintet.hurricanebandsDie Security. Versteht mich jetzt nicht falsch, aber beim Deichbrand gefällt mir die Security deutlich besser. Die Secus auf dem Infield waren super. Immer fröhlich und verteilten gerade am Sonntag immer mal wieder Wasser an die vordersten Reihen am Wellenbrecher. Die ‚Handlager‘, die jedoch die Wege beim Camping-Platz und die Notwege „bewachten“, vernachlässigten ihre Arbeit zeitweise sehr. Keine Bändchen-Kontrolle. Keine Kontrolle der Taschen. Die Frage, ob wir vielleicht Stoff hätten, weil man sich gerne was bauen möchte. Bier bei der Arbeit. Ich belasse das mal an dieser Stelle.

Ein Schlachtfeld. Schaut euch bitte dieses Video an, was einen Tag nach dem Festival entstand. Es ist echt unglaublich, wie viele Zelte und Gegenstände auf dem Campingplatz zurückgelassen werden. Nach so einem Wochenende kann ich das teilweise irgendwo verstehen, aber so viel?

CampFM. Da wurde echt gute und harte Arbeit geleistet an dem Wochenende. Immer gut gelaunt, immer die neusten Infos, gute Musik und sogar ein eigener kleiner Festivalsong wurde vom Hurricane-Swim-Team gedichtet.

Essensangebot. Nom nom nom! Am Sonntag gab es für uns, nach 45 Minuten anstehen, einen Lachs-Döner von Rauch-Zeichen! Erfrischend anders und super lecker. Wer so einen Stand auf einem Festival (z.B. beim Deichbrand) oder sonst wo erblickt, sollte die 7,50€ ruhig mal investieren. Lohnt sich! Sonst gab es natürlich auch diverse andere Food-Trucks zu entdecken. Aus der Not heraus haben wir am Samstag-Abend beim Pizza-Stand halt gemacht. Eine kleine, kalte und lieblose „Calzone“ für 5€ war schon irgendwo Abzocke.

Hurricane-Swim-Team. Vom 20-Jährigen Jubiläum des Hurricane Festivals 2016 werden wir wahrscheinlich noch unseren Enkelin und Enkeln erzählen. Es ist nur zu hoffen, dass das Deichbrand dieses Jahr besseres Wetter abbekommt. „Am sichersten seid Ihr im Auto..“

#HurricaneSwimTeam & Christoph Karrasch – "Am Sichersten Seid …

Normalerweise stehen sie bei uns auf den Bühnen, doch heute seid IHR die Stars! Denn Ihr seid das #HurricaneSwimTeam, und was unser Dude Christoph Karrasch alias Stoffi von Camp FM mit Euch zusammen an den Start gebracht hat, ist ganz klar von Weltrang! Danke an alle, die uns Ihre Schlammschlacht-Videos und Textpassagen eingeschickt haben – ganz großes Kino!Nicht vergessen: ab dem 22. Juli 2016 wird "Am Sichersten Seid Ihr Im Auto" auch auf allen Download-Plattformen erhältlich sein. Alle Einnahmen gehen dabei direkt an Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.!

Posted by Hurricane Festival on Donnerstag, 14. Juli 2016

 

Kieler Woche 2016: Rea Garvey

Endlich ist es soweit. Die Kieler Woche öffnet ihre Pforten und versetzt die Stadt wieder eine Woche lang in den Ausnahmezustand. Gesperrte Straßen, überfüllte Busse, reichlich Bier, viele Musik-Acts und eigentlich schlechtes Wetter. Gestern zum traditionell freitags stattfindenden Soundcheck war uns Petrus allerdings gnädig und die Sonne zeigte sich.

Ein netter Nebeneffekt so eines Spektakels sind die zahlreichen Bands, Künstlerinnen und Künstler, die ihre Musik für die Zuschauer kostenlos präsentieren. Zu den musikalischen Highlights diesen Jahres zählen z.B. Royal Republic, Donots, Die Orsons, Grossstadtgeflüster, Joris, Odeville, Danko Jones, Bela. B oder die heavytones. Standardmäßig im Gepäck sorgen auch Lotto King Karl, United Four oder Torfrock immer für eine gute Stimmung.

Soundcheck mit Rea Garvey

Wir machten uns auf den Weg zur Hörn, wo die große Bühne von R.SH, delta radio und RADIO BOB! steht. Dort sollte um 19 Uhr der irische Musiker Rea Garvey mit seiner Band spielen. Wir kamen erst um 18:45, haben aber dennoch ein nettes Plätzchen gefunden. Der Platz war mit 12000 Menschen zu Konzert-Beginn komplett gefüllt und es konnte losgehen.Rea Garvey1Das Publikum war, wie immer zu solchen Veranstaltungen, von jung bis alt bunt gemischt. Mitklatschen und mitwippen ging soweit ganz gut. Bei weniger bekannten Songs lies die Stimmung jedoch merklich nach, da eben nicht nur die Hardcore-Fans den Weg an die Hörn gefunden haben. Rea lies sich davon nicht beeindrucken und verbreitete mit seiner sympathischen Art eine gute Stimmung.

Zu sehen und zu hören gab es eine 90-minütige Performance, bei der sowohl aktuelle Songs seines neuen Albums Prisma als auch bekannte Hits von ihm zum Besten gegeben wurden. Songs wie Can’t Say No oder Supergirl (orig. Reamonn) kennt eben fast jeder. Dazu wurde getanzt, gesungen und die Menge freute sich.

Den emotionalste Moment des Konzertes erlebte man wohl bei Reas Interpretation des keltischen Songs Black Is The Colour, den er selbst akustisch begleitete.Rea Garvey1Das Konzert selbst war nun nicht sonderlich spektakulär, aber dennoch ein guter Start für die kommende Woche. Mal sehen, wohin wir es noch überall schaffen.

Muse // Barclaycard-Arena Hamburg // 06.06.2016

Mit ihrem aktuellen Konzept-Album Drones waren Muse am vergangen Montag zu Gast in der Barclaycard-Arena im schönen Hamburg und hatten ein wahnsinnige Tech-Show, vollautomatisierte Drohnen und eine 360-Grad Bühne im Gepäck. Schon beim Betreten der Halle wusste ich, dass ein Abend der Extraklasse auf mich warten würde. Ich setzte mich bekleidet mit einem schönen Eventshirt und einem Becher Wasser in der Hand an die Seite. Mein Blick fiel auf die monströse Deckenkonstruktion, die mir beim Betrachten der Bühne gar nicht aufgefallen war. Was dort alles an Technik untergebracht war, wurde einem erst im Verlauf des Abends bewusst.Muse - 360 Grad BühneMuse - Deckenkonstruktion

Jack Garratt zum warm werden

Zur Eröffnung des Abends gab es den sympathischen Briten Jack Garratt auf die Ohren. Einige Menschen um mich herum, schauten etwas verwirrt und waren erstaunt, was der Singer-Songwriter und Multi-Instrumentalist da auf der Bühne vollbrachte. Und tatsächlich: Wenn man ihn noch nie zuvor gehört oder gesehen hatte, würde man vielleicht nicht erwarten, dass der etwas schüchtern wirkende Mann hinter der Cap SO etwas auf die Bühne bringt.

Vom Auftreten her erinnerte er mich etwas an Ed Sheeren, wie er da verloren auf der großen Bühne stand. Bewaffnet mit Loop Station, Keyboard und Schlagzeug machte er sich dann ans Werk und lieferte eine halbstündige Performance ab. Als er bei den letzten beiden Songs dann noch seine Gitarre in die Hand nahm und einige klasse Soli hinlegte, klappten die Münder um mich herum noch weiter nach unten. Das bunt gemischte Publikum applaudierte und war begeistert. Die Stimmung war gut aufgelockert und alle warteten sehnsüchtig auf die große Show von Bellamy, Wolstenholme und Howard.

Licht aus, Muse an

Zunächst folgte eine Ansage. Man solle bitte den Blitz seines Smartphones oder seiner Kamera ausschalten, um jeden Besucher das bestmögliche Erlebnis gewährleisten zu können. Sehr löblich und von den meisten Anwesenden auch umgesetzt.

Die Band ließ uns etwas warten, bis um 21:15 endlich das Licht erlosch. Die Menge jubelte und Bellamys sphärische Stimme zum Intro Drones, welches vom Tape gespielt wurde, erklang. Dazu wurden zwölf kugelige und mit LEDs gespickte Drohnen aus der Deckenkonstruktion gelassen. Eine perfekte Inszenierung, die aber eher faszinierend und mal so gar nicht zu dem ernsten Thema passte, welches textlich über das runde Display, oberhalb der Bühne, waberte.Muse - DronesDanach krachte Bellamys Gitarre aus den Boxen und es ging mit Psycho und Reapers erst richtig los. Die politische Message des Albums wurde einem so, direkt am Anfang der Show, ins Ohr gepustet. Matthew tänzelte über die sich drehende Bühne, inmitten der Fans, und setze gekonnt seine Gitarre in Szene. Er ist einfach eine coole Rampensau.

Bei dem dramatischen The 2nd Law: Isolated System störte mich ein wenig das Klatschen der Menge. Der Song lädt zwar dazu ein, im Takt mit zu klatschen, aber ich finde er lebt einfach davon, dass man sich ihm hingibt und es einfach auf sich wirken lässt. Sei es drum.Muse - The 2nd Law: Isolated SystemZu The Handler erlebte man wohl den visuellen Höhepunkt der Show. Wolstenholme und Bellamy hingen an überdimensionalen Händen, die auf heruntergelassenen Gaze-Vorhängen projiziert wurden. Die Musiker hingen quasi wie Marionetten an den Händen und performten den Song. Howard am Schlagzeug wurde dabei immer wieder von Lichtblitzen erleuchtet. Ein Genuss für die Augen und Ohren.

Die Setlist bot für jeden etwas und war gespickt mit einer Vielzahl von Songs des aktuellen Albums, wobei natürlich diverse Klassiker, wie Bliss, Hysteria und Time Is Running Out nicht fehlten. Einzig Plug in Baby wurde von manchen Fans schmerzlich vermisst, aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch. Im Gegenteil.  Zeit zum Durchatmen gab es nicht, weder für die Zuschauer noch für Schlagzeuger Dominic Howard. Muse feuerten einen Song nach dem anderen heraus und man war die ganze Show über wie elektrisiert. Muse - Supermassive Black HoleDie Drohnen verwandelten sich bei Supermassive Black Hole zu tanzenden Disko-Kugeln, die ihre Formationen flogen. Dies bot zusammen mit der Lichtshow einen wunderbaren Anblick. Bilder und Worte alleine lassen einen aber nicht beschreiben, wie gut das alles wirklich zusammen passte.Muse - The GlobalistAls Schlusspunkt des regulären Sets gab es den neuen Track The Globalist. Bei dem Song flog eine Riesendrohne durch die Halle, welche natürlich alle Blicke auf sich zog. Ich konnte förmlich Bellamys Grinsen hören, weil er wusste, dass auch diese Inszenierung wieder perfekt funktionierte.Muse - Riesendrohne

You and I must fight for our rights

Nachdem Drones ein weiteres Mal vom Tape gelassen wurde, folgte auch prompt die Zugabe, bestehend aus Mercy und Knights of Cydonia. Zu Mercy zog die Effektkiste nochmal alle Register und feuerte eine große Anzahl an Konfettikanonen ab.Muse - MercyKnights of Cydonia als pompöser Abschluss einer fantastischen Show passte einfach perfekt. Wer es bis jetzt immer noch nicht geschafft hatte, sich von seinem Sitz zu erheben oder mit zu springen, tat es jetzt in jedem Fall. 11000 Fans tanzten, sangen und wurden Augenzeuge einer bombastischen Show. Bellamy legte die Gitarre nieder und die Band verließ unter tosendem Applaus die Bühne. Die Fans der ersten Reihe wurden abgeklatscht (so auch ich, weil ich schnell zum Gitter hinter mir gelaufen bin) und das Spektakel war beendet.MuseEin knapp zweistündiger, audiovisueller Orgasmus lag hinter mir und ich verließ überglücklich die Halle. Die 360-Grad Bühne wirkte in Kombination mit der Technik einfach unglaublich gut. Klar hätte man Plug in Baby gerne gehört, aber das Geld für die Karte hat sich definitiv bezahlt gemacht. So eine „größenwahnsinnige“ Performance habe ich bisher noch nie erlebt. Die Show selbst, die diversen visuellen Effekte und der laute, druckvolle Sound waren einfach überragend. Danke Muse. Was ein Abend!

Setlist – Muse – 06.06.2016 Hamburg:

  • Drones (Intro)
  • Psycho
  • Reapsers
  • Bliss
  • Dead Inside
  • Map of the Problematique
  • The 2nd Law: Isolated System
  • The Handler
  • Resistance
  • Supermassive Black Hole
  • Prelude
  • Starlight
  • Feeling Good
  • Munich Jam
  • Madness
  • [JFK]
  • Interlude
  • Hysteria
  • Time Is Running Out
  • Uprising
  • The Globalist
  • Drones (Outro)
  • Mercy
  • Knights of Cydonia

AC/DC // Volksparkstadion Hamburg // 26.05.2016

For those about to rock – we salute you! Was war das im Vorfeld für ein Wirbel. Als bekannt wurde, dass Sänger Brian Johnson aufgrund drohender Taubheit nicht als Sänger bei den restlichen Konzerten der Rock Or Bust World Tour fungieren würde, musste ein neuer Sänger gefunden werden. Die Wahl fiel auf Guns N‘ Roses Frontmann Axl Rose. Die Entrüstung seitens der Fangemeinde war relativ groß und es gaben viele Leute ihre teuren Karten zurück. Ein Fehler wie ich fand. Die ersten Amateurvideos ließen vermuten, dass AXL/DC wohl doch funktionieren kann.

Angekommen im schönsten Stadion Deutschlands ging die lange Wartezeit dann los. Leckeres Schäbiges Bier für abartige 5€ wurden vertilgt und das teure Merchandise begutachtet. Fünfunddreißig verdammte Euro (in Zahlen: 35€) für ein blödes T-Shirt waren dann aber selbst mir zu viel und so ging es schnell in den vorderen Bereich des Innenraums. Das Stadion füllte sich recht langsam, aber pünktlich um 19 Uhr dröhnten erste Töne aus den massiven Boxen.

Tyler Bryant and the Shakedown

Die in Deutschland noch weitgehend sehr unbekannte Band um Frontmann Tyler Bryant, die normalerweise in Clubs oder kleineren Hallen spielt, lieferte eine echt routinierte Show. Dem Quartett machte es sichtlich Spaß die große Bühne zu rocken und es war ein Genuss zuzuhören. Die Band bot eine Mischung aus groovigem Rock und etwas Blues. Man wippte mit und Tyler Bryant versuchte durch Soli, ordentlichem Gesang und seinem Gerenne auf der Bühne die Menge anzuwärmen. Da sollte man auf jeden Fall mal reinhören!

Insgesamt durften sie dem Publikum eine dreiviertel Stunde lang einheizen, bevor es dann in eine Umbaupause überging.

Hell, It’s about time!

21:35. Das Licht ging aus, das bombastische Intro startete und 46000 Leute rasteten komplett aus. Die Gitarre von Angus Young und die Stimme von Axl Rose erklangen und ab ging die wilde Fahrt. Das Set begann mit Rock Or Bust, dem Titelsong der Tour, was auch gleichzeitig sowas wie das ‚Motto‘ der Band darstellt. Unglaublich wie Gitarrist Angus Young, wie ein junger Gott, über die Bühne tänzelte. Sofern AC/DC das Sänger-Problem in den Griff bekommt, werden die in 20 Jahren noch Musik machen. Ob das Not tut, muss jeder für sich entscheiden. Aber zurück zum Wesentlichen. Schon nach den ersten 3 Songs (Rock or Bust, Shoot to Thrill, Hell Ain’t a Bad Place to Be) erlangten meine Ohren den Taubheitsgrad 1. Die 40 zusätzlichen Verstärker auf der Bühne sorgten für ordentlichen Bums und noch den Tag danach hatte ich ein monotones Rauschen im Ohr. Weiter ging es mit Back in Black!

Dadurch, dass nun Axl Rose am Mikrofon agierte, wurde die sonst eher starre Setlist etwas verändert. Natürlich waren die bekanntesten Song mit dabei, aber es gab auch Song, die sonst vor 30 Jahren zuletzt live gespielt wurden. Hierbei sorgten unter anderem Riff Raff und Given The Dog A Bone unter der Fangemeinschaft für Begeisterung. Die Show war allgemein von Weltformat. Hells Bells wurde durch die obligatorische Glocke eingeläutet, Rosie war natürlich auch dabei und zu Highway to Hell „brannte“ förmlich die Bühne.

AC/DC - Hells Bells
AC/DC – Hells Bells
AC/DC - Whole Lotta Rosie
AC/DC – Whole Lotta Rosie

AXL/DC

Kritik an Axl/DC?

Die Kritik an Axl Rose kann ich nicht nachvollziehen. Er mag zwar in früheren Zeiten Aussetzer gehabt haben und seine Divenhaftigkeit kann man keinesfalls gut heißen, aber was der Mann an diesem Abend geleistet hat, war phänomenal. Der massive Druck von außen und eine schwere Fußverletzung hielten ihn nicht davon ab, die Bühne zu rocken und die Band mit seiner Energie und seiner gewaltigen Stimme, die wirklich gut passte, durch das Set zu leiten. Er blieb dabei seiner Linie treu (Cowboyhut, zerrissene Jeans, Goldketten) und auch die Teleprompter seien ihm verziehen. Es ist vielleicht nicht mehr zu 100% AC/DC, aber trotzdem passte diese Kombination teuflisch gut.

AC/DC - Angus Young

Der Mann des Abends hieß jedoch Angus Young. Unmenschlich. Was der Mann auf der Bühne für eine Energie und eine Spielfreude an den Tag legt ist Wahnsinn! Immer wieder machte er sich auf den Weg über den Steg auf die kleinere Bühne und feuerte ein Riff nach dem anderen heraus. Nach Let There Be Rock verzückte er uns mit einem 15-minütigen Solo. Ein Genuss! (Obwohl es mir nach 10 Minuten schon anfing auf den Sack zu gehen.)

Fazit

Ein rundum gelungener Abend nahm um 22:50 mit For Those About to Rock sein Ende. Das Abfeuern der mitgebrachten Kanonen sorgte nochmal für ein Erschüttern des Trommelfells. Die Show endete mit einem großen Knall, einem Feuerwerk und den letzten Töne aus der Gitarre von Angus Young. Ich habe danach noch mit anderen AC/DC Fans gesprochen, die die Band schon öfter gesehen haben. Dort herrschte ebenfalls fast einstimmig die Meinung, dass das ein geiles Konzert und Axl Rose als Sänger ein würdiger Ersatz war/ist.

AC/DC - For Those About To Rock

AC/DC – we salute you!

Birdy // Docks Hamburg // 20.04.2016

Am 20. April war ich in Hamburg zu Gast, genauer gesagt im ausverkauften Docks. Dort präsentierte die erst 19 –Jährige Britin Jasmine van den Bogaerde, besser bekannt als Birdy, ihr jetzt schon drittes Album Beautiful Lies. Merchandise? Leider Fehlanzeige. So ging es direkt zur Bühne und das Warten begann. Das Docks füllte sich sehr schnell und pünktlich um 21 Uhr ging die Show dann los.

Der Opener: Dan Owen

Zur Eröffnung des Abends kam ein junger Mann namens Dan Owen auf die Bühne, der Birdy bei dieser Tour begleitete. Dan nahm seine Gitarre in die Hand und fing an zu spielen. Seine Musik lässt sich am ehesten als eine Mischung aus Country, Blues und Rock beschreiben, gepaart mit einer Stimme, die eigentlich eher weniger zu seinem Aussehen passt.

#danowen #hamburg 🇩🇪

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Zwischendurch gab es immer wieder kurze Ansagen, warum er den Song geschrieben hat und er versuchte merklich mit dem Publikum zu interagieren. Als letzten Song spielte Dan Little Red Roster von seiner EP Bad for Me, den ich euch allen wärmstens ans Herz legen möchte. Mit Gitarre, Stompbox und Mundharmonika ist er bei dem Song unglaublich abgegangen. Das Publikum war begeistert und alle freuten sich auf Birdy.

Leider schenkte das hintere Drittel der Location dem sympathischen Briten wenig bis gar keine Aufmerksamkeit. In den Pausen und in den leiseren Passagen trat immer wieder ein Brummen und Tuscheln aus dem Hintergrund, was mich sehr störte.

Endlich Birdy

Es folgte eine längere Umbaupause, wo sogar noch einmal das Klavier geputzt und mit dem Pinsel entstaubt wurde. Dann betrat Birdys fünfköpfige Band die Bühne und fing mit dem Intro zum ersten Song Growing Pains des neuen Albums an. Kurz danach kam Birdy aus dem Hintergrund und setzte sich ans Klavier, welches sie außer für 3 Songs nicht mehr verließ. Vier Lightspots richteten sich auf Birdy und sie stimmte mit in den Song ein. Besonders gefiel mir, dass die Gitarristin und die Keyboarderin zum Teil Birdy gesanglich supporteten, was ein schönes Stimmvolumen kreierte. Danach ging es etwas ruhiger mit einem ihrer bekanntesten Songs People Help the People weiter.

Birdy5

Es folgten unter anderem ihre Coversongs vom ersten Album Young Blood (orig. The Nakend and Famous) und Shelter (orig. The XX). Die Setlist bot allgemein eine gute Mischung aus älteren Songs, wie Wings und natürlich auch eine Auswahl an neueren Songs wie Beautiful Lies oder Wild Horses.

#birdy #hamburg 🇩🇪

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Eines meiner Highlights des Abends war der Song Words as a Weapon. Die Kombination aus Gitarre, der Stimme und des sich langsam aufbauenden Songs gepaart mit der Geige wirkt live einfach unglaublich gut.

Birdy - Words as a Weapon

Vor der Zugabe gab es natürlich die erste Singleauskopplung des neuen Albums Keeping Your Head Up, wo auch beim Publikum etwas Tanzstimmung ausbrach. Selbst Birdy erhob sich von ihrem Klavierstuhl und performte den Song in der Mitte der Bühne.

Eine engelsgleiche Stimme

Viele Worte verlor die junge Britin zwischen den Songs nicht und nach etwa 90 Minuten und 20 Songs verließ die Band die Bühne und Birdy kündigte ihren letzten Song des Abends Skinny Love (orig. Bon Iver) an. Ein magischer Moment. Der komplette Saal war plötzlich still und Birdy sang ihren Song nur begleitet von ihrem Klavier. Gänsehaut!

Ich habe zum ersten Mal bei einem Konzert kaum einen Song wirklich mitgesungen. Sicher hätte ich das tun können, die Texte hätte ich gekannt. Doch gerade bei den ruhigen Songs stand man einfach nur da, schloss die Augen und ließ diese fabelhafte Stimme auf sich wirken, die live noch viel besser klingt als auf CD. Ein wahrlich schöner Abend.