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Filmreview: Atomic Blonde (2017)

Charlize Theron. 1980er Jahre Soundtrack. Actionfilm in Berlin. Mehr brauchte es nicht, um uns mal wieder vor die Kinoleinwand zu locken. Atomic Blonde stand auf dem Plan, der mit geladenen Actionen-Szenen, einem überragenden Soundtrack und einer tollen Inszenierung mit tollen Schauspielern aufwarten kann. In den Hauptrollen stehen Charlize Theron als Spionin und Ex-Geheimdienstmitarbeiter James McAvoy, die beide eine sehr gute Figur machen. Nachdem ich den Film gesehen habe und das Thema „weiblicher James Bond“ letztens wieder hochkam, hätte man eine richtig gute Besetzung doch schon gefunden. Schon in Mad Max: Fury Road zeigte Theron, dass Actionfilme genau ihr Ding sind.

Die Story

Kleiner Einblick in die Geschichte (kleinere Spoiler):

Berlin, November 1989: Kurz vor dem Fall der Berliner Mauer wird ein MI6-Offizier tot aufgefunden. Er sollte Informationen einer geheimen Quelle auf der Ostseite der Stadt in den Westen schmuggeln – genauer gesagt: eine Liste mit allen Namen der auf beiden Seiten Berlins tätigen Spione. Doch die Liste wird bei der Leiche nicht gefunden. Gebrieft von ihrem MI6-Vorgesetzten Gray (Toby Jones) und dem CIA-Chef (John Goodman) wird die erfahrene Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) in das Pulverfass sozialer Unruhen, Spionageabwehr, gescheiterter Missionen und geheimer Hinrichtungen geschickt, um die streng vertrauliche Liste und damit die Identität britischer Agenten zu sichern, deren Leben davon abhängen. Lorraine trifft den Ex-Geheimdienstler David Percival (James McAvoy), der ein wichtiger Kontaktmann ist – und sie trifft die verführerische französische Agentin Delphine (Sofia Boutella).

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Um nichts zu spoilern: Im Kern ist Atomic Blonde ein Action-/Agenten-Film, der 1989 um den Mauerfall in West- und Ost-Berlin spielt. Regiearbeit leistete David Leitch („John Wick“ und bald „Deadpool 2“), der auch schon als Stuntkoordinator und Stuntman gearbeitet hat. Als Vorlage zum Film diente der Comic The Coldest City von Anthony Johnston (Schreiber) und Sam Hart (Zeichner).

Die Story an sich wirkt etwas platt, allerdings hat sie einige sehr unerwartete Wendungen, die sie schon wieder spannend macht. Am Ende des Films muss man allerdings etwas aufpassen, damit man auch alles mitbekommt. Die Geschichte wird sehr schnell in mehreren Szenen aufgedröselt. Hierzulande hat der Film eine Altersfreigabe von 16 Jahren, was ihm auch sehr gut steht. Eine jüngere Einstufung wäre unpassend gewesen, da man so Szenen mit teils brutaler Gewalt, derbe Sprache und heiße Liebesspiele im Film unterbringen konnte.

Fantastische Besetzung, eiskalte Action

Die Besetzung der beiden Hauptrollen war mit Charlize Theron und James McAvoy fantastisch. Ich halte beide sowieso für sehr fähige Schauspieler, was sie auch in Atomic Blonde wieder unter Beweis gestellt haben. Selbst Til Schweiger ist im Film zu sehen, was euch auf keinen Fall abschrecken soll, da er nur eine sehr kleine Rolle hat und nur in drei Szenen zu sehen ist. Die Charaktere an sich wirkten manchmal ein wenig platt, da der Film nur wenig Platz für Hintergrundwissen bot. Mit den knallharten Kampfszenen wurde dies jedoch teilweise wieder wettgemacht.

Die Actionszenen waren meist sehr brutal und vielleicht etwas übertrieben, aber hatten dadurch durchaus ihren Charme. Im hinteren Drittel des Films gab es DIE Action-Szene des Films: Minutenlang hauten sich Theron und ihre Widersacher in einem Treppenhaus auf die Fresse, festgehalten in einem Oneshot. Grandios gemacht und wirklich sehenswert.

Soundtrack als großes Highlight

Ein weiteres großes Highlight war der Soundtrack und das Sounddesign an sich. Viele Szenen wurden mit Musikklassikern der 1980er Jahre unterlegt. Die Liste an Künstlern ist lang und hochkarätig besetzt. Um mal ein paar Namen zu nennen: Depeche Mode, Queen, The Clash, George Michael, The Cure, etc. Passend zum Berlin-Setting gab es auch allerhand deutschsprachiger Klassiker: „Major Tom“, „Der Kommissar“ oder auch „99 Luftballons“. Letzteren gab es einmal in der Original-Version von Nena und einmal als Cover des britischen Electro-Pop-Duos Kaleida. Diese spezielle Version hebt das ernste Thema des Songs in den Vordergrund und lässt einem die Haare zu Berge stehen. In Kombination mit den düsteren Bildern auf der Leinwand: Gänsehaut! Kaleida bringen im September ihr Debut-Album Tear The Roots heraus, das in jedem Fall auch hier auf dem Blog Thema wird.

Atomic Blonde hat uns beiden sehr gut gefallen. Ein kurzweiliger und brutaler Action-Kracher im kalten Berlin. Wem das Setting zusagt und die Musik der 1980er Jahre ins Herz geschlossen hat, sollte sich den Film anschauen.

Titelbild: Youtube-Thumbnail

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