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Deichbrand Festival 2016 // Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz // 21.07.-24.07.2016

Vergangenes Wochenende war es endlich soweit: Die 12. Ausgabe des Deichbrand-Festivals. Petrus sei Dank war uns das Wetter an dem Wochenende gnädig und die Rock City 12.0 konnte pünktlich am Donnerstag ihre Pforten öffnen. Neben den traditionell zwei nacheinander spielenden Bühnen Fire- und Water Stage gab es, neben dem üblichen Palastzelt und dem Red Bull Tour Bus, zwei weitere Bühne zu bestaunen. Mehr Bühnen, mehr Diversitäten, mehr Bands.

Open-Air-Gelände

Das Open-Air-Gelände hat sich nicht so richtig verändert. Die Fire Stage und die Water Stage standen an ihren üblichen Plätzen, 90° zueinander versetzt. Das Riesenrad war auch wieder mit dabei, das einen schönen Überblick über das Gelände bot. Statt dem Jägermeister Haus gab es in diesem Jahr einen Platzhirschen, der mit einer Höhe von 20 Metern gewaltig aussah. Es gab vielerlei Essenstände, ein paar Foodtrucks und sonstige Kleinigkeiten.

Doch manchmal ist mir das Gelände einfach zu klein. Nachdem wir vorne bei Alligatoah bei der Water Stage standen und zu den Fanta4 rüber wollten, war der Platz so voll, dass selbst ich nicht einmal auf die Bühne schauen konnte. Man musste das Geschehen dann von weiter Weg über die Leinwand verfolgen. Folgendes Bild stammt vom Riesenrad beim Seeed-Auftritt, was mein Problem mit dem Platz recht gut veranschaulicht:

Deichbrand festival the final with the legendary @seeed.de #seeed

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Palastzelt

Das 10-Mastenzelt hat seinen Ort gewechselt und stand dieses Jahr, nicht wie üblich auf dem Infield, sondern auf dem Playground davor. Dies war sicher nötig, um mehr Platz auf dem Open-Air-Gelände zu bekommen, was ich auch für eine sinnvolle Neuerung halte. Auch hier gab es allerhand Bands schon am Donnerstag zu bestaunen. Unsere Highlights bei der Warm-Up-Party waren die Killerpilze und in der Nacht Oomph!.
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Sonst gab es viele weitere Highlights wie MaeckesHeisskalt, OK Kid, Moop Mama oder Ataria Teenage Riot, die wir uns auf Grund von Überschneidungen mit den Open-Air Bühnen leider nicht ansehen konnten. Gesaffelstein lies Samstag Nacht dann noch meine Beine und die der Anwesenden zappeln. Zudem gab es von Freitag bis Sonntag den Mikrokosmos Poetry Slam, der mittlerweile zum fünften Mal im Zelt stattfand.

New Port Bühne

Deichbrand selbst schreibt im Pocketheft zu dieser Bühne:

Doch es gibt so viele geile Bands und jedes Jahr kommen interessante Newcomer dazu. Wir schaffen jetzt noch mehr Platz für eure Wünsche und unsere Entdeckungen. Im Newport bieten wir euch ab Deichbrand 12.0 ein verdammt spannendes Zusatzprogramm in kleinerem Rahmen unter freiem Himmel.

Und so lässt es sich auch wunderbar zusammenfassen. Es gab viele spannende Bands, wie z.B. Le Fly, Liedfett, Fuck Art Let’s Dance!, I Heart Sharkes, Go Go Berlin, Trümmer oder Odeville zu entdecken. Eine wirklich tolle Neuerung, die in den kommenden Jahren hoffentlich weiter geführt wird.
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Electric Island

Da beim Deichbrand Musikfans aller Genres angesprochen werden, gab es auch für die Freunde elektronischer Tanzmusik ein neues Highlight. Von 12 Uhr mittag bis Mitternacht heizten hier DJs und Live-Acts die Menge vor der Bühne an, die ein wenig an Tomorrowland erinnerte. Hier gab es Moonbootica, Elektrizzl, Sascha Braemer, Vargo, Markus Kavka und viele weitere Künstler auf die Ohren.

Seeed

Mein persönliches Highlight waren die Berliner Seeed. Was ein Abriss am Samstag auf der Fire Stage. Ich finde es immer wieder grandios, wenn so viele Musiker auf der Bühne stehen, die perfekt harmonieren und vom Sound her perfekt abgemischt sind. Ein Highlight der Show waren natürlich die vier Trommler Cold Steel, die einige überragende Choreographien hinlegten. Danke nochmal an Peter Fox, der zwei Tage zuvor mit 39°C Fieber im Bett lag und an dem Abend trotz Heiserkeit fast das komplette Set spielte.

 

Sonstige Shows

Beim Deichbrand werden seit einigen Jahren sehr viele Genres bedient, was zu einem sehr bunt gemischten Publikum führt. Doch dieses Jahr ist wohl die (Deutsch)-Hip-Hop/Rap Fraktion am besten weggekommen. Die Fantastischen Vier, BeginnerAlligatoahSDP, Fünf Sterne Deluxe, ASD, K.I.Z., Motrip und so weiter. Das merkte man den Besuchern auch an. Gerade zu diesen Shows war der Platz auf dem Gelände besonders gut gefüllt. Es war zum Beispiel krass wie viele Leute bei den 257ers anwesend waren und danach erstmal für eine Stunde wieder verschwanden, während es z.B. bei Wirtz oder Heaven Shall Burn deutlich leerer war.

Verständnislose Menschen

Samstag-Abend 22 Uhr. Ich kann verstehen, dass man vielleicht etwas kaputt ist und nicht stehen möchte, aber dann setzt euch bitte nicht vor die Fire Stage in die erste Welle. Wir hatten es noch geschafft und sind in die erste Welle gerutscht, um den Auftritt von Seeed ganz nahe mitzuerleben. Problem war nur, dass die Hälfte der Leute sich hingesetzt hatte und man einfach nicht durchkam und von hinten immer weiter gedrückt wurde. Eine kleine Massenpanik wäre bestimmt nicht ganz so gut ausgegangen. Ich bin sicher auf einige Hände und Füße getreten, aber das war den Leuten wohl irgendwie egal und man wurde noch dreist angeschrien und sogar Zigaretten auf einem ausgedrückt. Wie kann man nur so rücksichtslos und ignorant sein?

Und einige Festivalbesucher sollten mal lernen durchzugehen. Immer wieder war der Eingang zur Welle brechend voll, während man auf der anderen Seite beim Ausgang unendlich viel Platz hatte. Gerade bei Alligatoah war dies schon ziemlich beachtlich. Während man sich vorne durchquälte, hatte man auf der anderen Seite viel Platz zum Abgehen.

Security

Immer präsent, stets gut gelaunt und immer für einen kleinen Spaß zu haben. Die Security, die beim Deichbrand Festival aktiv ist, ist seit Jahren Spitzenklasse! Einige mögen zwar die laschen Taschenkontrollen bemängeln, aber ich wurde an dem Wochenende deutlich öfter kontrolliert als beim Hurricane. Sowohl beim Einlass zum Camp, als auch beim Einlass zum Infield, wo ich fast jedes Mal meine komplette Bauchtasche räumen musste.

Essens-Stände

Ich werde nie verstehen, wie man sich über die Preise bei so einem Event aufregen kann. Es ist schon nicht wenig Geld und um einige Stände sollte man vielleicht einen Bogen machen, aber generell sind die Preise bei dem Aufwand schon in Ordnung. Wenn man auf so ein Festival fährt, einen langen Anreiseweg in Kauf nimmt und was weiß ich nicht noch alles einkauft, kann man auch mal seine 3-8€ für ein Gericht zahlen.
Rauch-Zeichen

Toiletten-Situation

Jedes Mal wieder ein Punkt über den sich viele Festival-Gänger ärgern. Die Toilette Anzahl mag zwar dieses Jahr ausgereicht haben, aber dazu hätten auch alle durchgehend funktionieren müssen. So bildeten sich schon am Freitag bei den Toilettenwagen lange Schlagen, da gefühlt die Hälfte schon nicht mehr benutzbar war. Bei den Urinalen war die Situation meistens nicht besser, da oft keine Abflüsse vorhanden waren und die Suppe einfach zur Seite rausplätscherte. Der Geruch war auch hier am ersten Tag schon am Rand des Brechreizes. Ich hoffe so sehr, dass man sich endlich einigt und das Gelände für 10 Jahre gehalten wird. Dann kann auch eine vernünftige Kanalisation gebastelt werden, damit solche Missstände endlich passé sind. Die Goldeimer boten hier schon eine gute Alternative, wobei 2€ pro Besuch (bzw. 15€ Flat) vielleicht etwas zu hoch gegriffen sind.

Laufwege

Auch ein Punkt der des Öfteren kritisiert wird, sind die mit unter weiten Laufwege vom Parkplatz bis zum Campingplatz. Wenn man erst am Freitag angereist ist und dann am äußersten Zipfel des Nord-Parkplatzes geparkt hat, will ich nicht wissen, wie lange man zum Zeltplatz gebraucht hat. Auch vom West Parkplatz aus dauerte es bis zum Green Camp seine 20 Minuten. Das Mais-Feld zwischen dem Parkplatz West und dem Green-Camp Womo störte doch schon sehr, da man immer drumherum laufen musste.
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Rosige Aussichten

Es sieht schon sehr danach aus, als wenn das Deichbrand Festival für weitere 10 Jahre am Standort des Seeflughafens Cuxhaven/Nordholz bleibt. Mit dieser Sicherheit kann auch die Infrastruktur weiter verbessert werden, damit u.a. die Abwasser-Probleme endlich ein Ende finden. Auch ein neues Infield soll geplant werden. Viele Sachen wurden aber in den letzten Jahren immer weiter verbessert und man hört von vielen Seiten sehr positives Feedback. Sollte man die Abwasser- und die Platzprobleme in den Griff bekommen, steht der Vergrößerung (mit potenziell größeren Acts) in den nächsten Jahren wohl nichts im Wege. Wenn man schon hört, dass Bands wie die Foo Fighers, Rammstein, The Killers oder Kraftklub im Gespräch sind, wird der Deich nächstes Jahr wieder brennen!

Auch ich werde nächstes Jahr wieder zu Gast in der Rock City sein, wenn das Deichbrand Festival am 20.07.2017 für 4 Tage wieder seine Pforten öffnet. Die Besucheranzahl soll noch einmal gesteigert werden und die Wildcards sind mit 118€ zzgl. Gebühren wieder 10€ teurer geworden. Man darf gespannt sein, welche Bands uns nächstes Jahr erwarten!

 

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Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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