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Trotz Unruhen: Hamburg feiert ausgelassen beim Global Citizen Festival 2017

Am Vorabend des G20-Gipfels lud Global Citizen seine Aktivisten zum Global Citizen Festival in die Hamburger Barclaycard-Arena ein. Es wurden ein Fünftel der Karten verkauft; der Rest wurde verlost. Man konnte im Vorfeld verschiedenste Aktionen (Tweets verfassen, E-Mails schreiben, Telefonate führen) durchführen, um auf verschiedene Missstände aufmerksam zu machen und mit etwas Glück bekam man zwei Eintrittskarten für das Event. Es lockten eine Menge bekannter Künstler: Coldplay, Shakira, Herbert Grönemeyer, Pharrell Williams, Ellie Goulding, Andreas Bourani, aber auch bekannte Politiker und Aktivisten. Es war unter anderem der kanadische Premier-Minister Justin Trudeau als auch Demi Lovato, die leider keinen Musik-Auftritt hatte und weitere internationale und nationale Persönlichkeiten vor Ort, um eine Mischung aus Appellen für Engagement, Information und Unterhaltung zu verbreiten.

Global Citizen?

Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht. Menschen, die mehr über die wichtigsten Angelegenheiten dieser Welt erfahren und aktiv werden wollen. Dein Einsatz kann extremer Armut ein Ende setzen.

 

Während der Show wurden in den Umbaupausen auf der Bühne fünf verschiedene Themen von Global Citizen nacheinander behandelt. Diese wären: Bekämpfung extremer Armut (Entwicklungsfinanzierung & Innovation), Gleichberechtigung (Frauenrechte), Wasser & Hygiene, Bildung, Hunger & Ernährungssicherheit. Es betraten immer wieder Aktivisten, Politiker oder auch Flüchtlinge die Bühne, um Informationen zu verbreiten und an die Menschen und Politiker zu appelieren. So wechselten sich die Themen mit den Konzerten immer im Wechsel ab, was gerade zum Ende hin ziemlich ermüdend wurde, da man einfach nicht mehr zuhören konnte. Einige Redner hätte man sicher auch ganz streichen und durch andere Aktionen ersetzen können, da sich am Ende schon recht viele Ansagen und Aussagen wiederholten.

Ein schöner Event-Abend

Die Pre-Show, die mit kleinen Moderationen und Video-Beiträgen gespickt war, nahm gegen 19 Uhr ihr Ende und Barbara Schöneberger führte uns durch den Abend, die immer mal wieder von weiteren Moderatoren unterstützt wurde. Als erster Act kamen dann auch recht zügig Coldplay um Frontmann Chris Martin auf die Bühne. Begleitet von einem farbenfrohen Lichtermeer, durch die Coldplay typischen Leuchtarmbänder ging es mit „Paradise“ los. Nach einigen Hits („Viva la Vida“, „Fix You“) kam dann Special-Guest Shakira auf die Bühne, die mit Chris Martin eine spezielle Version von „Yellow“ vortrug und zwei ihrer eigenen Songs spiele. „A Sky Full of Stars” rundete das Set nach 9 Songs ab. Die knapp einstündige Show war wirklich überragend und ich bin so froh sie endlich mal live gesehen zu haben. Die Leuchtarmbänder tragen unfassbar gut zur Stimmung bei und man fühlt sich, als wäre man Teil der Show. Kann man nur empfehlen!

Als weitere Musikacts bespielten unter anderem Andreas Bourani, der Sido als Special Guest bei seinem Song „Astronaut“ mit dabei hatte, Ellie Goulding, Pharrell Williams und die Echo-Klassik-Preisträgerin Khatia Buniatishvili die Bühne. Jeder Act durfte 3-4 Songs vortragen, bis die Bühne wieder einmal in Windeseile umgebaut wurde. Da das Zeitkonzept am Ende doch nicht aufging, durfte Lena nur einen Song performen und musste dann wieder von der Bühne.

Gegen Ende stand dann auch plötzlich der Initiator von Global Citizen Hugh Evans persönlich auf der Bühne. Der etwas schüchtern wirkende Mann dankte den Menschen und präsentierte stolz die gewaltigen Geldbeträge, die im Rahmen des Konzertes von Regierungen zugesichert worden und am Ende des Tages leider immer noch nicht ausreichen.

Um viertel vor 11, nachdem sich die Halle schon etwas geleert hatte, betrat dann ein weiterer Headliner die Bühne: Herbert Grönemeyer. Schon mit seinem Intro-Song ließ er es ordentlich krachen und sprang wild auf der Bühne umher. Es folgten ein paar weitere Songs, die auch von Chris Martin oder Andreas Bourani begleitet worden. Er hatte zwar einige Hits im Gepäck, das Set hätte allerdings auch gerne nur aus Hits wie bei Coldplay bestehen düfen. Sei es drum. Grönemeyer war in fantastischer Spiellaune und hätte wahrscheinlich ewig weitergespielt. Ein ermüdender Abend nahm dann um kurz nach halb 12 sein Ende und man versuchte nach Hause zu kommen.

Noch lässt sich die Aufzeichnung des Abends bei YouTube ansehen:

Kleinere Kritik an der Organisation

Im Großen und Ganzen gab es an dem Event nichts auszusetzen. Die Einlasssituation war etwas schwierig, da man weiße Bänder für den Innenraum bekam, die allerdings nur vor dem Eingang ausgeteilt wurden, was nicht jeder mitbekam. Der Innenraum war dann auch maximal zur Hälfte gefüllt, was wohl an brandschutztechnischen Gründen lag, die ich allerdings nicht nachvollziehen kann, da es bei anderen Konzerten doch auch gerammelt voll ist.

Einige Fans gingen leider schon nach Coldplay oder später nach Pharrell Williams nach Hause. Man hatte auch das Gefühl, dass die Menschen eher nicht gebannt den weiteren Rednern lauschten, sondern sich in den Konzert-Pausen anderweitig vergnügten. Man kann es ihnen allerdings auch nicht verübeln, da die immense Menge am Ende echt erdrückend war.

Am Ende des Tages sind die Botschaften hoffentlich angekommen. Der Kampf muss weiter gehen, damit das Ziel, Auslöschung der extremen Armut bis zum Jahr 2030, erreicht werden kann. Das geht allerdings nicht von selbst, sondern bedarf auch eurer Hilfe und eurer Stimme. Macht euch stark und kämpft auch für diejenigen, die es eben nicht so gut haben wie wir, denn auch Du bist ein Global Citizen. For a better world!

Quelle-Titelbild: Facebook

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Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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