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Nachbericht: Hurricane Festival 2017 (23.6.-25.6.2017)

Das Hurricane Festival 2017 liegt nun zwei Woche hinter uns und es wird Zeit für einen kleinen Nachbericht. Ich hab ihn dieses Mal wieder stumpf nach Tagen aufgeteilt und meine Gedanken zu den gesehenen Künstlern und sonstigen Erlebnissen runter geschrieben. Natürlich gibt es auch eine Menge Bilder zu bestaunen. Viel Spaß hiermit!

Donnerstag

Am Donnerstag ging es gegen 12 Uhr aus Kiel mit dem Auto los und durch das starke Unwetter staute es sich rund um Hamburg. Ich weiß nicht, wie lange wir Stop & Go auf der Autobahn gespielt haben, es dauerte auf jeden Fall eine Ewigkeit. Gegen 17:30 standen wir dann endlich vor Scheeßel und mussten noch rund eine Stunde warten, bis wir auf dem Parkplatz waren. Wir hatten allerdings echt Glück und standen dann relativ weit vorne und der Weg zum Grüner Wohnen West war auch nicht mehr so weit. Allerdings war der Campingplatz schon ordentlich gefüllt und es ist mir ein Rätsel, wie/(ob) die Leute, die Freitags erst angereist sind, da noch einen Platz bekommen haben. Auch die Parkplatzzuteilung war sehr merkwürdig, da gerade vorne bei uns noch viele Flächen frei waren, wobei weiter hinter liegende Flächen voll belegt waren.

Freitag

Am Freitag ging es dann pünktlich um 15:00 Uhr zu K.Flay aufs Gelände, die zwar ein kurzes Set hatte, allerdings einen ordentlichen Auftritt abgeliefert hat. Vielleicht sollte man beim nächsten Mal ein paar weniger Acts buchen, die dafür mehr Spielzeit haben. 30 Minuten mit 6-7 Songs sind manchmal einfach zu wenig. Danach haben wir kurz bei den selbsternannten Fotzen von SXTN vorbeigeschaut und es war echt rammelvoll vor der Red Stage, was ich gar nicht so erwartet hätte. Die Bühnenpräsenz war richtig top und sie wurden gut abgefeiert. Gloria waren danach auch sehr sympathisch. Klaas Heufer-Umlauf witzelte am Mikrofon ein wenig, zog das Programm aber gut durch. Boy sind sowieso immer einfach nur toll und machten eine Menge Spaß. Später haben wir dann noch Milky Chance zufällig auf dem Gelände getroffen, die mit ihrer Live-Band auch einen echt tollen Auftritt gespielt haben. Danach SDP, die gut drauf waren, allerdings nicht mehr die bekannteste unbekannte Band sind und mit einem weggehenden Besucherstrom nach 30 Minuten zu kämpfen hatten. Denn es folgte der Headliner des Tages: Green Day! Die waren dann eigentlich ganz gut, wäre der Sound vor der Bühne links etwas besser gewesen. Stellenweise sehr leise, wobei der Wind wohl auch viel weggetragen hat. Die Setlist war gut, auch der Akustik-Teil am Ende war top, allerdings hätten sie sich das viele Herumgehampel auch sparen können. Kein Wunder, dass die da 2,5 Stunden voll bekommen. Sehr viele Interaktionen mit dem Publikum und viel herauszögern am Ende von Songs, haben den sonst guten Auftritt etwas geschmälert. Die Imagine Dragons haben mich zum Abschluss positiv überrascht. Ich hatte bis dato immer in Erinnerung, dass sie live eher nicht so das Wahre sind, das hat sich dann allerdings nicht bestätigt.

Samstag

Am Samstag haben wir dann mal beim Penny vorbeigeschaut. Trotz langer Wartezeiten vor dem Zelt, waren wir (wie letztes Jahr) begeistert. Da gab es wirklich alles zu Penny-Preisen, was das Herz eines Festival-Besuchers befriedigt. Das Anstehen hat sich schon für die warmen Croissants und Apfeldreiecke gelohnt. So etwas sollte es auf jedem Festival geben! Später sind wir erst zu Kontra K aufs Gelände, der mit schönem Bühnenbild eine gute Performance lieferte. Die Fans feierten ihn auf jeden Fall ziemlich und das Gelände war dementsprechend auch schon sehr voll. Danach waren wir kurz bei Royal Blood, die mit Bass und Schlagzeug einen Wahnsinnssound kreierten und von denen man in Zukunft sicher noch mehr hört. Lorde hat danach für mich einen der besten Auftritte am Wochenende abgeliefert. Trotz minimalistischer Bühnenshow war es echt toll und sie war sichtlich gerührt und hatte Spaß. Nach dem Auftritt sprangen wir immer zwischen Green Stage und Blue Stage hin und her und haben einiges gesehen. Zunächst die junge Dame Halsey, deren Musik ich auch echt gerne mag und live auch ziemlich gut war. Allerdings musste sie gegen ein starkes Gegenprogramm anspielen und für so einen späten Act auf der Blue Stage war es fast schon gespenstisch leer. Nicht einmal der zweite Wellenbrecher war gefüllt und ich habe die Befürchtung, dass solche Künstler und Bands in naher Zukunft nicht mehr gebucht werden. Bei Blink-182 war es entsprechend sehr voll, allerdings wollte bei mir der Funke so gar nicht zünden. Es wirkte, nach dem Abgang von Tom DeLonge, stellenweise wie eine Coverband, die nicht so richtig Bock hatte zu spielen. Trotzdem war das Publikum gut drauf und die Band feuerte einen Kracher nach dem nächsten heraus. Editors danach waren wiederum richtig gut und in Spiellaune. Auch hier war die Blue Stage leider weniger gut gefüllt. Es folgte die schlechteste Entscheidung unseres Wochenende: Der frühere Weggang zur Green Stage. Linkin Park standen auf dem Programm. Sie waren zwar nicht grausam schlecht, allerdings auch nicht überragend gut. Der Sound war links vor der Bühne, ähnlich wie bei Green Day, eher mittelmäßig, genau wie die Setlist. Diese war mit ein paar Songs von neuem Album One More Light gespickt, die die Stimmung nach diversen Krachern sofort vernichtet haben. Ansonsten haben sie einen guten Auftritt abgeliefert und haben das Publikum gerade bei den älteren Nummer abgeholt. Auf Pyrotechnik und sonstigen Schnickschnack hat man aber leider auch verzichtet. Eine kleine Enttäuschung.

Sonntag

Nach einem deftigen Regenschauer am Sonntagmorgen, den wir kauernd unter einem Pavillon bei Zeltnachbarn verbracht haben, da unser Zelt schon abgebaut war, haben wir die Sachen wieder im Auto verstaut. Auf dem Gelände wurden die Essensstände dann nach günstigen Speisen durchleuchtet. Das Angebot an Getränken und Speisen waren wie immer sehr üppig, aber bei manch happigen Preisen, überlegte man sich zweimal, wovon man am meisten satt wird. Erster Act des Tages: 257ers. Die Blue Stage platze mal wieder aus allen Nähten und dass um 14:45! Ich war überhaupt nicht in Stimmung und dementsprechend ging der Auftritt komplett an mir vorbei, auch wenn viele Menschen viel Spaß an der Show hatten. Gogol Bordello setzten danach noch einen obendrauf. Ich habe lange nicht mehr so ein durcheinander auf einer Bühne gesehen. Des Öfteren mussten die Helfer auf die Bühne stürmen, um umgestürztes Equipment aufzusammeln. Für Jennifer Rostock konnten wir dann eine gute Position ergattern und erfreuten uns an dem tollen Auftritt. Wolfmother und Mando Diao waren beide gut drauf und haben viele Menschen vor die Bühnen locken können. Gerade von Mando Diao war ich sehr überrascht, da sie mir vor 1-2 Jahren auf dem Deichbrand überhaupt nicht gefallen haben. Dieses Mal passte die Setlist allerdings und sie streuten immer mal wieder einen ihrer Hits ein. Die Antwoord ließ mich dann mit Fragezeichen zurück. Auf Platte würde ich mir die Band nicht geben, aber live war das so ein geiler Abriss. Der Auftritt hat ziemlich Bock gemacht und mit ihrer Mischung aus Rap, Rave, African und diversen weiteren Musikstilen brachten sie die Menge zum Tanzen. Dann folgte der krönende Abschluss. Ich habe wirklich viele Menschen auf dem Festival beobachtet, einige vor Freude weinen sehen, doch niemand war so glücklich wie er: Casper. Es wirkte sichtlich geplättet von dem Menschenmeer, was sich ihm darbot. Er zahlte es entsprechend mit einer großartigen Performance zurück. Diese Emotionen, Bühnenpräsenz und Show haben alles in den Schatten gestellt. Da konnten nicht einmal die großen Headliner mithalten. Besser kann ein Festival nicht enden.

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Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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