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P!nk mit gewaltigem Hit-Feuerwerk in der Waldbühne Berlin (11.08.2017)

Im Rahmen ihrer Summer 2017 Tour, die P!nk (bürgerlich Alicia Beth Moore) durch 10 ausgewählte Abende in Europa und Nordamerika führte, lud sie auch für zwei Abende in die legendäre Waldbühne Berlin ein. Beide Konzerte waren innerhalb von wenigen Minuten restlos ausverkauft und so freuten sich jeweils rund 22.000 Menschen auf eine denkwürdige Show. Denn trotz dieser „Interims-Tour“ hatte P!nk wirklich alles dabei: Eine großartige Band, die zum Teil aus männlichen und weiblichen Musikern bestand, tolle Tänzerinnen und Tänzer mit schönen Choreographien, Feuerwerk, Flammenwerfer, C02-Kanonen, einen Zorb-Ball, eine große Video-Produktion, zwei riesige Voodoo-Puppen und nette Lichteffekte. Gepaart mit einer Hitdichte, die nur ganz große Künstlerinnen und Künstler so präsentieren können, bekam man für sein Geld einiges geboten.

Atemberaubende Location

Ort des Geschehens war diesmal die Waldbühne in Berlin, die schon beim Betreten gigantisch wirkte. Erbaut zu den Olympischen Spielen 1936 in der NS-Zeit, dient sie heute in den Sommermonaten als Location für große Konzertabende. Hier traten Musik-Größen wie U2, Tina Turner, David Bowie und The Rolling Stones auf und selbst P!nk gastierte hier bereits 2010. Wie der Name Waldbühne vermuten lässt, ist das ganze Areal von Bäumen umgeben, die im Zusammenspiel mit dem Zuschauerrang und dem natürlichen Hang auf der Bühnenseite für eine tolle Sound-Kulisse sorgen.

Ruhiger Beginn

Ein etwas schüchtern wirkender Mann, versteckt hinter einer Cappie trat um 20 Uhr auf die große Bühne. James Gillespie, ein Singer-Songwriter aus Schottland, der mit seiner Stimme in den Spähren zwischen Passenger und Ed Sheeran schweift und sich dabei selbst mit Gitarren begleitet. Abgesehen davon, dass er als Vorband so gar nicht passen wollte, hat er seine Sache dennoch gut gemacht und brachte viele Besucher zum aufmerksamen Zuhören. Viele seine Lieder waren aber einfach zu ruhig, um wirklich die Menge anzufeuern, die teilweise schon 27 Stunden und mehr auf P!nk wartete.

Sein Song „What You Do“ hat die Menge am Ende dann doch noch einmal wachgerüttelt. Solltet ihr euch anhören, es ist ein wirklich tolles Stück!

Get the Party Started!

Um 21 Uhr rastete die Menge dann komplett aus. „Welcome to the Jungle“ von Guns N‘ Roses knallte aus den Boxen. Statt wie sonst üblich schwebend über der Menge, betrat P!nk die Waldbühne an der Seite zwischen erstem und zweitem Rang, zur Freude der dort mittlerweile stehenden und springenden Fans. Nach kurzen Kuscheleinheiten ging es dann durch den Innenraum auf die Bühne und man merkte schon: Die Dame hatte richtig Laune! Begleitet von ihrer Band und ihren Tänzerinnen und Tänzern ging die Party los und P!nk feuerte einen Welthit nach dem anderen hinaus. Die Hitdichte war sehr bemerkenswert! Zwischendurch erzählte sie immer wieder kleine Anekdoten und plauderte mit dem Publikum, das sie an dem Abend mit selbstgemachten Geschenken überhäufte.

Akustische Klänge

Nach 30 Minuten hatte man endlich Zeit zum Durchatmen und der Gänsehautteil begann. „Don’t Let Me Get Me“, einen Song den P!nk persönlich eher nicht mehr mochte und seit 10 Jahren nicht live gespielt hat, performte sie dann zusammen mit James Gillespie in einer speziellen Akustik-Version. Nun erfuhr man auch den Grund für den Support-Act: Gillespie hatte ein Cover von besagtem Song hochgeladen, das sie so begeistert hat, dass sie ihn für ihre Konzerte einlud. Ohne Gillespie ging es akustisch weiter.

„Who Knew“ und „F**kin‘ Perfect“ ließen ihre Stimme vollkommen zur Geltung kommen und erzeugten Gänsehaut-Atmosphäre. Zwei Covers später, trat sie zunächst von der Bühne. Von der Band wurden vertraute Klänge angespielt: „99 Luftballons“. Und tatsächlich sang Keyboarderin Adriana Balic einen Teil des Songs im recht verständlichen Deutsch.

Energetisches Ende

Nach dem grandiosen Cover „River“ von Bishop Briggs, das ich so gerne in einer Studio oder in einer professionellen Live-Version hätte, ging es schnellen Schrittes dem Ende entgegen. Die Hitmaschine wurde noch einmal angeworfen und „Just Like Fire“, „Blow Me (One Last Kiss)“ und „Raise Your Glass“ auf die Menge losgelasssen. Eine Premiere gab es dann auch noch: Ihre neueste Single „What About Us“, vom kommenden Album Beautiful Trauma (VÖ: 13.10.2017), feierte ihr Live-Debut. Das Stück wusste zu gefallen und lässt sich wohl am ehesten als Power-Ballade beschreiben.

Begleitet von einem kleinen Feuerwerk endete die Show dann nach gut 95 Minuten mit dem krönenden Abschluss „So What“. Helle Lichter fluteten das weite Halbrund und das Konzert endete, wie es begonnen hatte: Mit einem Guns N‘ Roses Song. Die steilen Stufen hinauf, wurde man von der aufgeheizten Stimmung in die kühle Berliner Nacht entlassen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Nico, der mir freundlicherweise ein paar Bilder (die beiden links und rechts im Titelbild) vom Abend zukommen lassen hat. Falls er gerade nicht auf Instagram oder Twitter sein Unwesen treibt, findet ihr ihn in den ersten Reihen seiner Lieblingskünstlerinnen und -künstler.

Setlist P!nk am 11.08.2017 in der Waldbühne Berlin

  1. Get the Party Started
  2. U + Ur Hand
  3. Just Like a Pill
  4. Trouble
  5. Try
  6. Just Give Me a Reason
  7. How Come You’re Not Here
  8. Funhouse / Just a Girl
  9. Don’t Let Me Get Me (with James Gillespie) (Acoustic)
  10. Who Knew (Acoustic)
  11. F**kin‘ Perfect (Acoustic)
  12. Me and Bobby McGee (Kris Kristofferson cover) (Acoustic)
  13. Babe, I’m Gonna Leave You (Joan Baez cover)
  14. 99 Luftballons(Nena cover)
  15. Sober
  16. River (Bishop Briggs cover)
  17. Just Like Fire
  18. Blow Me (One Last Kiss)
  19. Raise Your Glass
  20. What About Us (Live Debut)
  21. So What

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Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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