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Reeperbahn Festival 2017: Meine Erlebnisse vom Freitag & Samstag

Nachdem ich euch in meinen beiden letzten Artikeln meine größten Highlights und meine schönsten Neuentdeckungen vom Reeperbahn Festival 2017 präsentiert habe, möchte ich jetzt noch einmal auf die gesamten zwei Tage zurückblicken. Ich habe nämlich noch so viel mehr erlebt und noch mehr tolle Auftritte gesehen, von denen ich euch gerne erzählen würde.

Freitag

Nachdem ich mir am Freitag mein Bändchen besorgt hatte, ging es auf dem schnellsten Weg in Richtung Spielbudenplatz. Dort stand bereits die schwedische Singer-Songwriterin Adna auf der Bühne bereit, um ein paar Songs von sich zu präsentieren. Ihr Album Closure habe ich hier ja schon einmal vorgestellt. Wie auch schon auf dem Album hat „Overthinking“ mich am meisten überzeugt. Großartiger Song! Es bildete sich um die Bühne eine kleine Traube und nach 20 Minuten war es das auch schon wieder. Trotz der Kürze war es wirklich bezaubernd!

Im Chikago wollte ich eigentlich Grace Carter und Selig gucken, da ich aber wegen des Auftrittes von Veronica Fusaro erst spät dort ankam, war der Laden schon brechend voll und ich entschied mich zu gehen. Zufällig liefen mir noch JOCO über den Weg, mit denen ich mich kurz unterhalten konnte. Kommt bitte endlich mal nach Kiel! Nachdem Teischa mit ruhigen Gitarren-Klängen überzeugen konnte, spielten plötzlich Still In Search auf dem Beatles-Platz auf der Reeperbahn. Dafür liebt man das Festival: An jeder Ecke gibt es neue Musik zu entdecken und manchmal ist es das Beste, sich einfach von den Tönen treiben zu lassen.

Der N-Joy Reeperbus auf dem Spielbudenplatz sorgte für gelungene Abwechslung. Nacheinander präsentierten dort viele, auch namhafte Bands kurze Auszüge aus ihren Sets, die sie während des Reeperbahn-Festivals meist noch bespielten. So traten am Freitagabend unter anderem Lisa Who und Vance Joy auf der vielleicht kleinsten Bühne des Reeperbahn Festivals auf, wobei dieser Titel auch an die MS Claudia gehen könnte.

Für verträumte Klänge sorgte JFDR im Häkken. Das Soloprojekt der Isländerin Jófríður Ákadóttir brachte den Anwesenden mit gebrochene Drums, sphärische Synths und einer wandlungsfähigen Stimme Gänsehaut. Wie ihre Musik klingt, so muss es in Island sein: traumhaft schön! Debrah Scarlett spielte danach im Sommersalon, die ich mir allerdings nur kurz von außen angucken konnte, da ich den Abend ja im Docks verbringen wollte.

Nach dem langen Aufenthalt im Docks und einem tollen Konzert von Ex-Oasis-Frontmann Liam Gallagher hatte ich noch kurz die Gelegenheit bei lùisa im Mojo Club vorbeizuschauen. Die Singer-Songwriterin aus Hamburg hat mit bester Bühnenpräsenz überzeugt und als Abschluss sogar ein Lied komplett akustisch mit Gitarre und ohne Mikrofon zum Besten gegeben. Ein wirklich toller Festival-Moment!

Bei Beth Ditto war es natürlich auch brechend voll, weshalb ich an der Großen Freiheit 36 vorbei lief und mir im Indra Club 64 noch ein paar Songs von PIXX (Hannah Rodgers) ansah, die beim renommierten Indie-Label 4AD unter Vertrag steht. Mit ihrem Dreampop schaffte sie es, trotz gutem Gegenprogramm den Club vollzumachen und zu begeistern.

Samstag

Wie schon in meinem Artikel zu den schönsten Neuentdeckungen erwähnt, habe ich mir am Samstag zunächst WILDES im Molotow Backyard angesehen. Ihr Song „Ghost“ lief bei mir gestern übrigens in Dauerschleife. Nach dem Auftritt wollte ich mir eigentlich noch etwas anderes ansehen, aber da war der Club bereits voll, als ich bei der Location ankam. Auch damit muss man beim Reeperbahn-Festival immer rechnen. Wenn eine Location voll ist, kommt eben niemand mehr rein, bis einige diese verlassen haben. Selbst dann ist es meist schwierig einen guten Platz mit guter Sicht zu ergattern, da man dann oft ganz hinten steht. Wenn man also eine Band unbedingt sehen möchte, lohnt es sich früh da zu sein!

Deshalb erkundigte ich weiter das Gelände rund um die Reeperbahn und schaute mir nach einem kurzen Abstecher bei ARY auf dem Reeperbus, auch das neu geschaffene Festival Village auf dem Heiligengeistfeld an. Neben dem Ticketschalter-Zelt befanden sich hier auch ein paar kleinere Bühnen, ein paar Essensstände und ein paar Werbetrucks. Das Ganze erinnerte an eine kleine Festivallandschaft, wie man es von bekannten Festivals in Deutschland kennt, allerdings deutlich weitläufiger und trostloser. Selbst vereinzelte und tolle Essensstände, wie die Handbrotzeit wirkten hier fehl am Platz und etwas verloren. Ich bin gespannt, inwieweit man den Platz in den nächsten Jahren nutzt, da ich von vielen gehört habe, dass sie davon eher weniger begeistert waren. Nach dem Essen ging es zur Elbphilharmonie, wie ich in meinem anderen Artikel schon erwähnt hatte.

Glücklicherweise musste BETSY im Gruenspan etwas später anfangen, weshalb ich es dorthin auch noch pünktlich schaffte. Die Dame faszinierte nicht nur mit ihrer unglaublichen Stimme, die Cher in nichts nach steht, sondern auch mit ihrem Aussehen und ihrem Auftreten. Nicht nur fürs Ohr, sondern auch fürs Auge. In ihrem aufreizenden Outfit ist sie sogar über die Reeperbahn spaziert, wie sie uns erzählte und wurde dort nicht zu knapp von männlichen Kreaturen angegangen. Bemerkenswert fand ich auch, dass ihre Band komplett aus weiblichen Mitgliedern besteht. So etwas sieht man auch nicht allzu häufig.

Nachdem ich mir Veronica Fusaro nochmals im headCRASH angeschaut hatte und mit Fazerdaze eine tolle Bootsreise auf der MS Claudia hatte, war es fast Zeit zu gehen. Mein Abschluss des Samstages bildete die Pop-Göre Ella Eyre. Meine Güte war das heiß! Sowohl der Auftritt der charmanten Dame als auch die Stimmung an sich. Mit gekonnten Choreographien von ihr und ihren beiden Background-Sängerinnen heizte sie ordentlich ein und ließ auch das Publikum am hinteren Rand wenigstens mitwippen. Da ich meinen Zug erwischen musste, ging es wieder Richtung Bahnhof und mit den Helene Fischer Ultras und Hofbräuhaus-Feiernden ging es nach Hause.

Ihr seht schon, dass das Reeperbahn Festival mir wirklich gut gefallen hat und für die nächsten Jahre ein schöne Alternative zu den hiesigen Festivals sein könnte. Ich hoffe sehr, dass ich es nächstes Jahr wieder schaffe hinzugehen und werde dann natürlich wieder berichten!

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Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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