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Tokio Hotel mit grandioser Show im Docks, Hamburg (15.03.2017)

Die Dream Machine landet in Deutschland und die Aliens übernehmen das Docks in Hamburg. Im Rahmen ihrer Europa-Tournee machen Tokio Hotel auch in ausgesuchten Clubs in deutschen Städten halt. So große Hallen wie früher füllen Tokio Hotel momentan nicht mehr. Dies liegt wohl hauptsächlich an dem eher elektronisch angehauchten Sound und den englischen Texten. Einige alte Fans sind ihren einstigen Idolen jedoch treu geblieben. Mit meiner Freundin war ich selbst etwa 90 Minuten vor geplantem Einlass vor dem Docks und es waren sicher schon knapp 500 Fans da, die teilweise schon am frühen Morgen mit Wärmedecken angereist sind. Der Einlass verzögerte sich leider und so begann das Konzert mit einer knappen Stunde Verspätung ohne Vorband um kurz vor 21 Uhr. Aber das ließen die Fans schnell vergessen.

Mit großer Show im kleinen Club

Wow! Um es vorweg zu nehmen: Es wurde eine wirklich großartige Show abgeliefert mit einer Stimmung, die man bei Konzerten nicht so oft findet. So fanatisches Abgehen und derartige Textsicherheit des gesamten Publikums erlebt man ganz selten. Zu Beginn wurde der Song „Something New“ vom neuen Album Dream Machine gespielt. Als der Vorhang endlich fiel, fühlte ich mich 7 Jahre zurückversetzt und es klingelten einem die Ohren. Kreischalarm! Sicher nicht mehr so schlimm wie früher, aber immer noch sehr deutlich. Und ja, ich kann es beurteilen, denn es war mittlerweile meine dritte Tokio Hotel Show.

Allesamt mit Masken ausgestattet, standen Bill, Tom und Georg hinter Keyboards und Synthesizern auf einem runden Stahlgerüst, welches mit rautenförmigen LEDs ausgestattet war, die zum Intro in Regenbogenfarben leuchteten. Einzig Drummer Gustav war etwas außen vor, da sein Schlagzeug rechts auf der Bühne aufgebaut war.

Mit einem „Moin, Moin Hamburg“ richtete sich Sänger Bill Kaulitz nach dem zweiten Song „Boy Don’t Cry“ das erste Mal an diesem Abend direkt an die Fans, die wie immer komplett ausflippten. Leichte Gänsehaut breitete sich an meinem Körper aus. Er dankte den anwesenden Fans und Freunden der Band und erzählte, dass es ihn sehr freue wieder in der alten Heimat Hamburg spielen zu dürfen.

Im Gros bestand die Setlist aus dem neusten Album Dream Machine und einigen Songs von Kings of Surburbia. Zur Freude des anwesenden Publikums fanden jedoch auch ältere Stücke wie „Darkside of the Sun“, „Durch Den Monsun“ und sogar „Black“ den Weg auf die Setlist, wo die Stimmung ihre Höhepunkte erreichte. Einzig den Song „Cotton Candy Sky“ hätten sie sich meiner Meinung nach schenken können und gegen „Dream Machine“ austauschen sollen. Der Song wirkte live leider überhaupt nicht und markierte den einzigen kleinen Tiefpunkt des Konzerts.

Dream Machine gepaart mit alten Songs

Mitten im Set wurde dann, akustisch begleitet, der Song „Black“ gespielt. Bill machte vorher die Ansage, dass die Fans den Song sicher gerne auf Deutsch hören wollen, aber er ihn gern auf Englisch singen würde. Das Publikum schrie aus voller Kehle den deutschen Text und ab dem zweiten Refrain war es dann auch um Bill geschehen und er sang den restlichen Song auf Deutsch, begleitet von den Worten „I hate you“. Insgesamt fiel auf, dass viele Fans die älteren englischen Songs häufig trotzdem auf Deutsch mitsangen. Vielleicht spielen die Jungs ja in naher Zukunft wieder eine Alte-Songs-Tour mit deutschen Texten. Die Fans würden ihnen mit großer Sicherheit jede große Halle in Deutschland einrennen.

Zwischen einigen Songs gab es ausladende Übergänge, wie z. B. ein kleines Drum-Battle zwischen Tom und Gustav, damit Bill sich in Ruhe umziehen konnte. Einmal trollte Tom die Fans, indem er mit seiner Gitarre das Riff zu „Ich Brech Aus“ anspielte. Die Fans schrien vor Begeisterung und wurden dann doch enttäuscht, als danach das Riff zu dem Song „Girl Got A Gun“ kam, der dann auch gespielt wurde.

Kurz vor Ende des regulären Sets durften dann beim Song „Automatic“ die VIPs auf die Bühne, die bereit waren über 1000€ für diese und weitere Dienstleistungen (Fotos, Unterschriften, Akustik-Song in der Garderobe, Soundcheck, …) zu bezahlen. Ein durchaus stolzer Preis, den aber zehn Damen bereit waren zu zahlen.

Den Überhit „Durch Den Monsun“, der mittlerweile über 10 Jahre auf der Uhr hat, wurde dann in der Zugabe tatsächlich komplett auf Deutsch gesungen und das Publikum war komplett aus dem Häuschen. So wurden Teile des Songs alleine vom Publikum gesungen, während Bill erfreut den Dirigenten spielte. „Stop, Babe“ markierte nach knapp 90 Minuten das Ende eines schönen Konzerts.

Setlist von Tokio Hotel am 15.03.2017 im Docks, Hamburg:

  1. Something New
  2. Boy Don’t Cry
  3. Feel It All
  4. Love Who Loves You Back
  5. Darkside of the Sun
  6. The Heart Get No Sleep
  7. Better
  8. Cotton Candy Sky
  9. We Found Us
  10. Run, Run, Run
  11. Black (Hälfte auf Deutsch)
  12. Easy
  13. Girl Got a Gun
  14. Automatic
  15. As Young As We Are
  16. What If
  17. Durch den Monsun
  18. Stop, Babe

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Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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