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Danke, Chester!

Es ist nun eine Woche her. Der Schmerz sitzt immer noch tief. In den sozialen Medien wird es als „der Nirvana-Moment unserer Generation“ beschrieben. Linkin Park waren seit jeher ein Grundpfeiler meiner musikalischen Ausrichtung. Schon in jüngsten Tagen hörte ich die beiden ersten Linkin Park Platten Hybrid Theory und Meteora und lege sie auch heute noch gerne in den CD-Spieler. Damals war ich gerade mal etwa 7-8 Jahre alt. Heute bin ich 22 und die Band hat mich mein Leben lang begleitet. Auch wenn ich nicht jedes Album in Gänze mochte, ich habe Linkin Park für ihre Offenheit gegenüber Neuem immer bewundert.

Ich durfte Linkin Park zweimal live erleben. Zum einen haben sie 2014 ein Konzert an meinem Geburtstag in Hamburg gegeben. Wir standen in den ersten Reihen und an dem Abend passte wirklich alles. Die Setlist, die Bühnenshow, die Spielfreude der Band. Den Abend werde ich wohl nie in meinem Leben vergessen. Zum anderen haben wir sie in diesem Jahr auf dem Hurricane-Festival erlebt. Wie schon im Nachbericht dazu geschrieben, war der Auftritt nicht so besonders wie 2014, allerdings hat er auch Spaß gemacht. Auch dort wurde der Song „Crawling“ performt, allerdings in einer speziellen Akustik-Version. Schon beim Festival bekam ich Gänsehaut und wenn ich mir das Ganze heute anschaue, möchte ich ein paar Tränen verdrücken.

Jetzt ist ein Teil von Linkin Park nicht mehr da. Chester Bennington hat sich das Leben genommen. Ich kam gerade zum Duschen vom Deichbrand-Festival nach Hause als ich diese Meldung bei Facebook sah. Ich wollte es nicht glauben, obwohl es jede Seite titelte. Nachdem ich jedoch die Twitter-Seite von Mike Shinoda besucht habe, war mir klar, die Nachrichten sind echt.

Zunächst war ich schockiert, bevor es mich in tiefe Trauer zog. Es mag merkwürdig klingen, dass einen der Tod einer eigentlich fremden Person so mitnimmt, doch es war echt heftig. Und so fremd war er eigentlich gar nicht, da Linkin Parks Texte doch aus Chesters tiefster Seele kamen. Schon in seiner Kindheit wurde er von einem Freund der Familie vergewaltigt, später litt er an Drogen- und Alkoholproblemen. Letzte Woche hat er den Kampf gegen seine innere Dämonen leider verloren.

Das mediale Echo auf seinen Suizid war gigantisch. Einen positiven Effekt hat sein Tod: Es wird wieder offener über Depression gesprochen. Auch wenn sich das Thema in 2-3 Wochen (leider) wieder erledigt hat, bis der nächste Prominente stirbt, so hoffe ich, dass das Thema weiter in die Mitte der Gesellschaft rückt. Diese Krankheit wird großflächig noch immer belächelt, aber mit Depression ist nicht zu spaßen! Leider finden sich in diesen Tagen im Internet, wie so oft, wieder 80 Millionen Experten, von denen einige keine Ahnung haben, was diese Krankheit alles anrichten kann.

Falls ihr selbst betroffen seid: Vertraut euch euren engsten Verwandten oder liebsten Bekannten an, redet über eure Ängste und Sorge und lasst euch helfen. Auf den Seiten der Deutschen-Depressionshilfe findet ihr vielerlei Informationen rund um das Thema Depression. Auch bei der Telefonseelsorge kann euch zumindest anfänglich geholfen werden. Das Wichtigste: Ihr seid mit eurer Krankheit nicht allein. Man ist für euch da.

Es bleibt mir nur noch eines zu sagen: Danke, Chester! Du hast Millionen von Menschen mit deiner Musik, deinen Texten und deiner Art durch Höhen und Tiefen gebracht. Du bist zu Recht einer der Stimmen unserer Generation, die nun weltweit um dich trauert. Ich hoffe Du findest Frieden da oben an dem Ort, wo Dämonen keinen Zutritt haben und kein Schmerz existiert. Mach es gut, Chester.

Who cares if one more light goes out? Well I do.

Quelle Titelbild: Linkin Park Facebook

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Veröffentlicht inKolumnenMusik

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