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Release Radar 08/17 #10 u. a. mit Lana Del Rey, Lorde und DIANA

Wie auch schon beim letzten Release Radar sind diesmal wieder zwei Alben dabei, die schon ein paar Wochen auf dem Buckel haben. Diese wurden von mir allerdings noch nicht besonders wertgeschätzt und es wäre zu schade sie unkommentiert zu lassen. Dafür habe ich auch diesmal wieder brandneue Musik für euer Wochenende. Freut euch auf: Lana Del Rey, Lorde, DIANAJulien Baker, CosbyLÉON und die Beatsteaks!

Lana Del Rey – Lust For Life

am 21.07.2017 über Interscope Records veröffentlicht

Mit Lust For Life gelingt Lana Del Rey ein weiterer großer Wurf und präsentiert uns dabei ihr bestes Werk seit ihrem Album Born to Die. Es wurde nach dem Senkrechtstart etwas ruhig um Elizabeth Woolridge Grant, da die letzten 3 Veröffentlichungen eher weniger Mainstream tauglich waren. Lust For Life kategorisiert sich irgendwo dazwischen und es ist wiedermal ein Album zum Verlieben und Entdecken. Schon nach den ersten beiden Single-Auskopplungen „Love“ und „Lust For Life feat. The Weeknd“ konnte man erahnen, dass da etwas schönes auf uns zu kommt. Man sollte sich Zeit nehmen, um das 16 Tracks umfassende Album in Gänze bestaunen zu können, das auch eine lange Liste an Feature-Gästen enthält. Gerade im hinteren Drittel finden sich mit „Heroin“ und „Tomorrow Never Came feat. Sean Ono Lennon“ fast versteckte Perlen.

Die Frau mit der unverwechselbaren Düster-Stimme, die wie immer sehr verboten und geheimnisvoll daherkommt, begeistert mal wieder auf ganzer Länge. Ein Album für düstere Sommertage (die hier im Norden leider Dauergast sind) oder warme Sommernächte.

Anspieltipps: „Lust For Life“, „In My Feelings“, „Heroin“ (und eigentlich die ganze Platte)

Lorde – Melodrama

am 16.07.2017 über Lava-Records veröffentlicht

Die junge Neuseeländerin Lorde ist mit ihrem zweiten Album endlich ganz oben angekommen. Schon David Bowie sagte sie sei „die Zukunft der Musik„. Nach umjubelten Shows u. a. beim Coachella-Festival erschien im Juli endlich Melodrama, das vor allem in der zweiten Album-Hälfte zu glänzen weiß. Die Richtung, die Lorde uns mit dem Upbeat Song „Green Light“ gezeigt hat, hat das Album am Ende dann doch nicht eingeschlagen. Die Mischung aus wohlklingenden Balladen und schnelleren Stücken hält sich die Waage. Trotzdem ist die Variation in den Songs echt bemerkenswert gut und Lorde verleiht jedem Song seine ganz eigene Note.

Das Album im Ganzen benötigt Zeit. Es ist wie ein gutes Stück Kunst, das man erst auf dem zweiten oder dritten Blick liebgewinnt. Ist man einmal von ihr überzeugt, lässt sie einen aber auch nicht wieder los und man hört sich das Album wieder und wieder an. Sie ist gewachsen, das merkt man auch Melodrama an. Ob es aber an das Debut Pure Heroine herankommt, das dürft ihr selber entscheiden.

Anspieltipps: „Supercut“, „Perfect Places“, „Sober“

DIANA – Familiar Touch

am 18.08.2017 über Tin Angel Records veröffentlicht
(in anderen Teilen der Welt bereits 2016 erschienen)

Mir wurde eine weitere Band empfohlen, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte. Es handelt sich um die Synthie-Pop-Band DIANA aus Kanada, deren zweites Album jetzt erst hierzulande erscheint. Familiar Touch heißt es und genauso klingt es auch. Vertraute Klänge huschen einem durchs Ohr und man meint den Sound schon einmal gehört zu haben. Wabernde Klänge, die an die 80er und 90er Jahre erinnern, werden von mehrstimmigen Stimmenverzerrungen überlagert. Über allem trohnt jedoch die Stimme von Frontfrau Carmen Elle, die verträumt und bestimmend zugleich durch die Songs führt. Alles wirkt sehr atmosphärisch und verspielt. Bei Stücken mit schnellerem Tempo („Slipping Away“) weiß die Band durchaus zu überzeugen und man muss seinen Körper einfach bewegen. Die langsameren Songs holen einen dann wieder runter und lassen einen dahin treiben. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Mut in den Songs gewünscht, aber vielleicht muss ich mir das Album einfach noch zwei- oder dreimal in Ruhe anhören. Solltet ihr auch tun!

Anspieltipps: „Confession“, „Slipping Away“, „Miharu“

Und sonst so?

Julien Baker – Appointments // Die gute Julien Baker hat für den 27.10.17 ein neues Album angekündigt. Turn Out The Lights wird das 11 Songs umfassende Werk heißen. Eine erste wundervolle Single „Appointments“ ist bereits auf allen Streaming-Plattformen zu hören und man wird wieder nicht enttäuscht.

COSBY – „Get Up“ // Nachdem ich COSBY bei Mø als Vorband gesehen und getroffen habe, wurde es etwas ruhig um die Münchener Synthie-Pop Band. Und dass aus gutem Grund: Es wurde fleißig geschrieben! Die neue Single „Get Up“ verspricht schon einmal einiges und ich hoffe sehr, dass fleißig weiter an einem neuem Album gestrickt wird.

LÉON – Surround Me // Die schwedische Singer-Songwriterin Lotta Lindgren hat vor zwei Wochen ihre neue Single „Surround Me“ veröffentlicht. Mir wurde der Song in den Youtube-Empfehlungen präsentiert und ich habe ganz ohne Erwartung einfach mal drauf geklickt. Ihre nach Adele und Nelly Furtado klingende Stimme wird dabei auf einem lockeren Pop-Beat getragen, der sich erst im Refrain so richtig entfaltet. Ich werde die Dame auf jeden Fall im Blick behalten!

Beatsteaks feat. Deichkind – L auf der Stirn // Zwei tolle Bands machen gemeinsame Sache. Heraus kam „L auf der Stirn“, das ich eher auf einer Deichkind-Platte gesehen hätte. Trotzdem muss man den Beatsteaks zu Gute halten, dass sie sich ausprobieren und ständig einen neuen Sound kreieren. Ich sehe die Herrschaften am Sonntag live in einem kleinen Club und bin gespannt, ob sie den Song dabei haben.

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Veröffentlicht inMusikRelease Radar

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