Das Wetter im Norden wird immer schlechter und schlechter. Nach einem bescheidenen Sommer klopft bereits der Herbst an die Türen. Wie gut, dass die musikalischen Veröffentlichungen eine andere Richtung nehmen. Der September ist wirklich sehr stark und prominent besetzt und ich möchte euch wieder ein paar meiner Highlights vorstellen. Leider komme ich momentan echt nicht hinterher und ich habe bereits ein paar Alben auf der Strecke liegen lassen. Trotzdem könnten euch neue Alben von The National, Cro, Madeline Juno und ODESZA entzücken, euer Herz erwärmen und eure Laune erheblich verbessern.
The National – Sleep Well Beast
am 08.09.2017 über 4AD veröffentlicht
Eine Band, die ich leider erst in den letzten Monaten so richtig auf dem Schirm hatte: The National. Eine Indie-Rock-Band aus den Vereinigten Staaten bestehend aus den beiden Brüderpaaren Dessner & Devendorf und Frontmann Matt Berninger, mit seiner unverkennbaren Bariton-Stimme. Vom Sound her wirkt alles immer etwas ruhiger und melancholischer, mit einer großen Portion Dunkelheit, die sich auch durch die Texte zieht. Mit Sleep Well Beast macht die Band mit ihrem typischen Sound weiter und erfindet das Rad zwar nicht neu, dennoch ist das Album wieder auf sehr hohem Niveau und hat neues zu bieten. So finden sich neben Gitarrensoli auch vermehrt elektronische Klänge in den Songs, die ich bei älteren Stücken der Band nicht so vernommen habe. Zudem erinnerte mich die Platte an die neueste von Bon Iver, mit all diesem Sound und der Detailverliebtheit. Ein erstklassiges Werk und für Abende bei Kerzenschein bestens geeignet. Definitiv mein Album der Woche!
Anspieltipps: „Nobody Else Will Be There“, „The System Only Dreams in Total Darkness“, „Guilty Party“
Madeline Juno – DNA
am 08.09.2017 über Embassy Of Music veröffentlicht
Endlich ein deutsches Album von Madeline Juno! Aufmerksamkeit erregte sie bereits 2013 mit ihrem Song „Error“, der als Titelsong von Fack Ju Göhte fungierte und die deutschen Charts erklimmen konnte. Danach ging es immer weiter bergauf, vorbei an zwei weiteren Alben (The Unknown (2014) und Salvation (2016)) und diversen Live-Auftritten. Nach ihrer Waldbrand-EP im September 2016, die ebenfalls komplett auf deutsche Texte setzte, erschien jetzt ihr neuestes Werk DNA. 16 Songs, in denen Madeline Juno das Potenzial ihrer wunderbaren Stimme voll ausspielen kann. Untermalt wird sie oftmals von seichten Klängen, die eher im Hintergrund stehen und leicht ins Ohr dringen. Große Pop-Momente findet man auf dem Album reichlich, allerdings ohne diesen typischen Radio-Sound. Ein schönes Album für zwischendurch, mit tollen Texten von einer sympathischen Künstlerin.
https://www.youtube.com/watch?v=sWgiwOsS_4k
Anspieltipps: „Wenn ich angekommen bin“, „DNA“, „Gift“
ODESZA – A Moment Apart
am 08.09.2017 über Counter, Ninja Tune, Foreign Family Collective veröffentlicht
Um den Freunden elektronischer Klänge auch etwas bieten zu können, habe ich mir die neue Platte des amerikanischen Duos Odesza vorgenommen. A Moment Apart heißt das gute Stück und bietet auf 16 Songs gelungenen Stadionsound. Einige der Songs könnten auch glatt von einer neuen Coldplay-EP stammen. Die Musik strahlt Freude aus, wirkt groß und die Bässe drücken einen in den Sessel zurück und wollen gleichzeitig betanzt werden. Die Synthies wabern wie ein Schwarm Fische und wirken nie überladen, sondern eher einladend. Jeder Drop sitzt perfekt und erweitern das Hörerlebnis (am besten Kopfhöhrer benutzen!). Eine Reihe von Gästen (u. a. Ry X) komplettieren das Ganze, aber auch die rein instrumentalen Songs wissen zu überzeugen. Rundum gelungen und mal ein Ohr wert.
Anspieltipps: „Corners Of the Earth“, „Late Night“, „Line of Sight“
Cro – tru.
am 08.09.2017 über Chimperator veröffentlicht
Letzte Woche in der Musikabteilung des Saturns in Hamburg: „Die Stimme kennst du doch irgendwo her“, fragte ich mich. Und tatsächlich: Es lief das neue Album vom Cro im Hintergrund. Jeder Song, den ich da hörte, war ziemlich experimentell und weit weg vom Raop der vergangenen Jahre. In einem Interview sagte er, dass er sich viel ausprobiert hat und sich mit verschiedensten Instrumenten in seiner Wohnung eingeschlossen hat. Das Resultat hört man auf tru. Ein kleines Stückchen Kunst, das aber auch etwas zu lang geraten ist. 20 Songs mit einer Spieldauer von 96 Minuten waren mir dann irgendwann zu viel. Alleine das Herzstück „computiful“ nimmt davon schon über 12 Minuten ein. Trotzdem ist das Album in einigen Ansätzen sehr stark und es wurde nicht alles auf Kommerzialisierungsraop getrimmt. Ich finde es gut und bin mir sicher, dass die Fans es auch kaufen werden.
Anspieltipps: „unendlichkeit“, „computiful“, „kapitel 1“
Und sonst so?
Vera – „Falling“ feat. Okay Kaya // Um den Sommer doch noch ein wenig zu erhalten, habe ich euch besagtes Stück mitgebracht. Umgeben von einem sonnigen Touch und einer lockeren Atmosphäre, kann der Song von Kopenhagens Newcomer Vera mit interessantem Sound-Gefrickel glänzen.
Taylor Swift – „…Ready For It?“ // Taylor Swift hat bereits ihre zweite Single von ihrem kommenden Album Reputation (VÖ: 10.11.2017) veröffentlicht, die mir beide sehr gut taugen. Es brauchte allerdings seine Zeit. Das Album wird sicher sehr interessant und ich bin gespannt, was Tay uns noch alles anbietet und in welche Genre-Verstrickungen sie sich noch begibt. I’m ready for it!
Daughter – „Burn It Down“ // Ich möchte abermals auf den wunderbaren Soundtrack Music from Before the Storm von Daughter für das Spiel Life is Strange: Before the Storm hinweisen. Wirklich grandios und auch als Hintergrundmusik einfach toll.
Das war es schon wieder mit dieser Ausgabe, aber eine weitere folgt bestimmt! Was haltet ihr von den Neuveröffentlichungen? Konnte sich etwas davon in eure Playlisten schleichen oder was läuft bei euch momentan?
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