In dieser Woche startete mit The Batman eine weitere Verfilmung rund um den dunklen Rächer Gotham Citys in den Kinos. Gespielt von Robert Pattinson bekommt es Batman mit seiner Vergangenheit und den vielen Rätseln des Riddlers zu tun. Eingefangen in düstere, meisterhafte Bilder, unterlegt mit einem beunruhigenden Score. Bei fast 3 Stunden Lauflänge solltet ihr etwas mehr Zeit als üblich mitbringen und eher einen atmosphärischen Detektivthriller und keinen Hochglanz-Superheldenfilm erwarten. The Batman ist über weite Strecken in Dunkelheit gehüllt, es regnet den ganzen Tag und auch zum Lachen findet ihr hier nichts. Ein Kinobesuch lohnt sich aber allemal und ich bin immer noch schwer begeistert.
Schlagwort: Film
-
Kinoempfehlung: The BATMAN (2022)
-
Kino zum Verlieben: Licorice Pizza (2021)
Wenn der Name Paul Thomas Anderson fällt, werden Filmliebhabende schnell hellhörig. Auf Meisterwerke wie Magnolia oder There Will be Blood folgt jetzt sein neuester Streich: Licorice Pizza. Für die Coming-of-Age-Story begibt sich PTA ins San Fernando Valley der 1970er und schickt seine beiden Protagonist:innen, den 15-Jährigen Gary Valentine und die 25-Jährige Alana Kane, auf eine Reise, die ihre ungewöhnliche Anziehung auslotet. Dabei wirkt Licorice Pizza wie ein stetig fließender Fluss. Die beiden Figuren gleiten förmlich durch skurrile Situationen, vorbei an außergewöhnlichen Momenten. Wo es mir sonst schon schwerfällt die passenden Worte zu finden, ist es hier noch einmal doppelt schwierig. Der Film atmet durch seine Atmosphäre und die tollen Figuren. So einen Vibe bekomme ich in Filmen nur ganz selten zu spüren. Alle die sich darauf einlassen können, wird Licorice Pizza total begeistern. -
Filmempfehlung: West Side Story (2021)
Es ist kaum zu glauben, aber Steven Spielberg hat während seiner langen Karriere noch nie einen Musicalfilm gemacht. Das sollte sich nun ändern. Nachdem er sich im Alter von zehn Jahren das erste Mal das Album zu West Side Story anhörte, hat ihn das Musical nicht mehr losgelassen. 60 Jahre nach der Erstverfilmung folgt nun seine Version auf den Leinwänden der Welt und für 2,5 Stunden werdet ihr ins New York der 1950er Jahre entführt, mitten durch Streitereien zweier rivalisierender Banden, hinein in ein Liebesgeschichte. So opulent, so bunt, so dynamisch, so lebendig. Die Leidenschaft mit der hier gearbeitet wurde, spürt man in allen Filmkörnern und so wurde West Side Story zu einem berauschenden Seherlebnis, das mich begeistert hat.
-
Das abgefahrenste Kinoerlebnis des Jahres: TITANE (2021)
In der letzten Woche stand für mich der diesjährige Gewinnerfilm der Goldenen Palme in Cannes auf dem Plan: TITANE. Die französische Regisseurin Julia Ducournau hat mit ihrem Debütfilm RAW vor einigen Jahren Aufsehen erregt und meine Vorfreude war entsprechend groß. In Titane erzählt sie im Kern von sehr menschlichen Themen. Identität, Familienzugehörigkeit, Traumata und Liebe stehen da im Vordergrund der Protagonisten Alexia. Angereichert und präsentiert werden diese mit Body-Horror-Elementen, die sie schon in Raw gekonnt einsetzte und mir an die Substanz gingen. Es gab genug Szenen, die unangenehm waren, aber dennoch wollten meine Augen nicht von diesen faszinierenden Bildern ablassen. So erging es auch Besuchenden bei einigen Premieren, wo Menschen übel wurde oder in Ohnmacht fielen. Kein einfacher Film, der aber provokant sämtliche Gehirnareale fordert und sich in euer Gehirn brennt.
-
DAS Kinoerlebnis des Jahres: DUNE (2021)
Es ist für mich das Kinoerlebnis des Jahres: DUNE. Auf keinen Film habe ich mich in den letzten Jahren so sehr gefreut, wie auf dieses Science-Fiction-Epos. Anfang des Jahres habe ich endlich das zugrundeliegende Buch Der Wüstenplanet von Frank Herbert beendet und bin hin und weg. Regisseur Denis Villeneuve stand vor einer Mammutaufgabe, um sich seinen Jugendtraum zu erfüllen. Zur Verfügung stand ihm ein versiertes Team und ein Cast, der auch in den kleineren Nebenrollen quasi perfekt besetzt ist. Dadurch werden Bilder auf die Leinwand gezaubert, die man nur alle paar Jahre in der Größe mal im Kino bestaunen kann. Wer das Kino und Film liebt, muss dieses audiovisuelle Spektakel auf einer großen Leinwand
gesehenerlebt haben. Geht ins Kino! -
Coming-of-Age mit einer Prise Horror: „Shiva Baby“ (2020)
Ich bin mal wieder auf einen kleinen Indie-Film aufmerksam geworden, der mir außerordentlich gut gefallen hat: Shiva Baby. Eine skurrile Komödie, die einem den Horror einer Feier, auf der man nicht sein will, näher bringt. Regie führte die Kanadierin Emma Seligman. Als Vorlage diente ihr gleichnamiger Kurzfilm (lässt sich kostenlos bei Vimeo ansehen), den Seligman in ihrer Zeit als Filmstudentin an der NYU als Thesisarbeit anfertigte. Premiere feierte der Film schon im letzten Jahr auf dem SXSW und wurde auch auf dem Toronto International Film Festival gezeigt. Seit dem 11.06.21 ist er nun exklusiv beim Streaminganbieter MUBI zu sehen (in der Originalsprache Englisch, wahlweise mit Untertiteln). Ein spannendes Kammerspiel, das zeigt, wie eine Familienfeier für eine junge, jüdische, bisexuelle Frau, die noch nicht so richtig weiß wohin mit ihrem Leben, so richtig unangenehm werden kann.
-
Oscars: Die 93. Verleihung der Academy Awards steht an
Nachdem mich die Musik zwischenzeitlich kaum noch berührt hat, habe ich mich auch einer anderen Leidenschaft mehr zugewandt: dem Film. Mittlerweile habe ich mir vorgenommen jeden Tag einen Film zu schauen, was bisher erstaunlich gut funktioniert hat. Daran angelehnt, werde ich mir auch die die Verleihung der Oscars ansehen, die in diesem Jahr anders ablaufen wird, als in all den Jahren zuvor. Aufgrund der weltweiten Ausnahmesituation wurde die Verleihung, von ursprünglich Ende Februar auf Ende April, verschoben und findet nun in der Nacht vom Sonntag (25.4.) auf Montag (26.4.) statt. So richtig weiß man noch nicht, was auf einen zukommt und gerade das macht es so interessant. Was steht an, wer ist nominiert, welche Filme wurden vergessen und natürlich auch meine Tipps bekommt ihr in diesem Beitrag.
-
Filmempfehlung: „Niemals Selten Manchmal Immer“ (2020)
Das Filmdrama Niemals Selten Manchmal Immer (im Original: „Never Rarely Sometimes Always“) von Regisseurin Eliza Hittman begleitet die 17-Jährige Autumn (gespielt von Sidney Flanigan) bei ihrem Versuch einer selbstbestimmten Abtreibung in den USA. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Cousine Skylar (gespielt von Talia Ryder). Dabei wird eindringlich und ehrlich die Verwundbarkeit junger Mädchen gezeigt, die einige frauenfeindliche Situationen auf ihrer Reise erleben müssen. Premiere feierte der Film beim Sundance Film Festival 2020 und konnte bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin den Silbernen Bären gewinnen. Ein bewegender Film, der mich bis zur letzten Sekunde emotional sehr gefesselt hat.
-
Filmempfehlung: Little Women (2019)
Regisseurin und Schauspielerin Greta Gerwig inszeniert die mittlerweile sechste Verfilmung des autobiographisch geprägten Romans Little Women von Louisa May Alcott. Der gleichnamige Film spielt im 19. Jahrhundert, während der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges. Die Geschichte dreht sich um die vier March-Schwestern, die anders sein und nicht die vorgegebenen Wege einer Frau der damaligen, erzkonservativen Zeit gehen wollen. Dabei versammelt Gerwig einen wahrlich beeindruckenden Cast und kreiert ein Werk, welches vor Herz und Liebe geradezu übersprudelt. Daraus entstehen liebenswürdige und kraftvolle Momente, die einem in Erinnerung bleiben werden. Dies brachte Little Women stolze sechs Academy Awards Nominierungen (u. a. bester Film, unverständlicherweise aber nicht beste Regie) ein und ist für mich jetzt schon einer der Filme des Jahres.
-
Meine liebsten Filme des Jahres 2019 feat. Porträt einer jungen Frau in Flammen, Parasite, Marriage Story, The Irishman und Joker
Neben der Musik hat es mir mittlerweile auch der Film sehr angetan. Ich war schon immer gerne im Kino, allerdings eher in den großen Blockbuster-Produktionen. Jetzt habe ich auch das eher arthousige Kino für mich entdeckt, welches mich dieses Jahr fasziniert und komplett sprachlos zurückgelassen hat. Mein Film des Jahres 2019 ist Porträt einer jungen Frau in Flammen, dicht gefolgt von Parasite. Aber es gab natürlich noch ein paar weitere Filme, die ich euch gerne in kürzester Kürze vorstellen möchte. Am Ende findet ihr auch zumindest einen kleinen Ausblick auf das Kinojahr 2020.