Zum Inhalt

Kategorie: Popkultur

Das abgefahrenste Kinoerlebnis des Jahres: TITANE (2021)

In der letzten Woche stand für mich der diesjährige Gewinnerfilm der Goldenen Palme in Cannes auf dem Plan: TITANE. Die französische Regisseurin Julia Ducournau hat mit ihrem Debütfilm RAW vor einigen Jahren Aufsehen erregt und meine Vorfreude war entsprechend groß. In Titane erzählt sie im Kern von sehr menschlichen Themen. Identität, Familienzugehörigkeit, Traumata und Liebe stehen da im Vordergrund der Protagonisten Alexia. Angereichert und präsentiert werden diese mit Body-Horror-Elementen, die sie schon in Raw gekonnt einsetzte und mir an die Substanz gingen. Es gab genug Szenen, die unangenehm waren, aber dennoch wollten meine Augen nicht von diesen faszinierenden Bildern ablassen. So erging es auch Besuchenden bei einigen Premieren, wo Menschen übel wurde oder in Ohnmacht fielen. Kein einfacher Film, der aber provokant sämtliche Gehirnareale fordert und sich in euer Gehirn brennt.

DAS Kinoerlebnis des Jahres: DUNE (2021)

Es ist für mich das Kinoerlebnis des Jahres: DUNE. Auf keinen Film habe ich mich in den letzten Jahren so sehr gefreut, wie auf dieses Science-Fiction-Epos. Anfang des Jahres habe ich endlich das zugrundeliegende Buch Der Wüstenplanet von Frank Herbert beendet und bin hin und weg. Regisseur Denis Villeneuve stand vor einer Mammutaufgabe, um sich seinen Jugendtraum zu erfüllen. Zur Verfügung stand ihm ein versiertes Team und ein Cast, der auch in den kleineren Nebenrollen quasi perfekt besetzt ist. Dadurch werden Bilder auf die Leinwand gezaubert, die man nur alle paar Jahre in der Größe mal im Kino bestaunen kann. Wer das Kino und Film liebt, muss dieses audiovisuelle Spektakel auf einer großen Leinwand gesehen erlebt haben. Geht ins Kino!

Coming-of-Age mit einer Prise Horror: “Shiva Baby” (2020)

Ich bin mal wieder auf einen kleinen Indie-Film aufmerksam geworden, der mir außerordentlich gut gefallen hat: Shiva Baby. Eine skurrile Komödie, die einem den Horror einer Feier, auf der man nicht sein will, näher bringt. Regie führte die Kanadierin Emma Seligman. Als Vorlage diente ihr gleichnamiger Kurzfilm (lässt sich kostenlos bei Vimeo ansehen), den Seligman in ihrer Zeit als Filmstudentin an der NYU als Thesisarbeit anfertigte. Premiere feierte der Film schon im letzten Jahr auf dem SXSW und wurde auch auf dem Toronto International Film Festival gezeigt. Seit dem 11.06.21 ist er nun exklusiv beim Streaminganbieter MUBI zu sehen (in der Originalsprache Englisch, wahlweise mit Untertiteln). Ein spannendes Kammerspiel, das zeigt, wie eine Familienfeier für eine junge, jüdische, bisexuelle Frau, die noch nicht so richtig weiß wohin mit ihrem Leben, so richtig unangenehm werden kann.

“Healing the world with comedy” – Bo Burnham: Inside

Nichts hat mich in diesem Jahr bisher längerfristig begeistern können und dann kommt da plötzlich dieser Typ um die Ecke: Bo Burnham. Er war mir vorher nur als Regisseur von Eighth Grade (ein liebenswertes Coming-of-Age Comedy-Drama, gibt es bei Netflix, sehr empfehlenswert) bekannt und ich wusste zumindest noch, dass er mal Comedy gemacht hat. Jetzt hat er auf Netflix ein neues Comedy-Special namens Inside veröffentlicht, dass er im Verlauf des letzten Jahres alleine in einem Zimmer produziert (und gefilmt, geschnitten, editiert, ..) hat. Ich habe mir das 87-minütige Kammerspiel, welches von Kommentaren zur Gesellschaft, Politik, Technik, der Welt, witzigen Absurditäten und der Tristesse der Isolation der letzten Monate handelt, viermal(!) innerhalb der vergangenen Woche angesehen. Inside ist ein brillantes Selbstporträt aus Musikstücken, kleinen Stand-Up-Comedy-Einlagen und filmischer Finesse. Burnham schafft es, all die Gefühle und Gedanken der letzten Monate in ein Special zu drücken, das zu den Zuschauenden spricht. Lange fühlte ich mich nicht so verstanden und verbunden mit einer Kunstfigur.

Oscars: Die 93. Verleihung der Academy Awards steht an

Nachdem mich die Musik zwischenzeitlich kaum noch berührt hat, habe ich mich auch einer anderen Leidenschaft mehr zugewandt: dem Film. Mittlerweile habe ich mir vorgenommen jeden Tag einen Film zu schauen, was bisher erstaunlich gut funktioniert hat. Daran angelehnt, werde ich mir auch die die Verleihung der Oscars ansehen, die in diesem Jahr anders ablaufen wird, als in all den Jahren zuvor. Aufgrund der weltweiten Ausnahmesituation wurde die Verleihung, von ursprünglich Ende Februar auf Ende April, verschoben und findet nun in der Nacht vom Sonntag (25.4.) auf Montag (26.4.) statt. So richtig weiß man noch nicht, was auf einen zukommt und gerade das macht es so interessant. Was steht an, wer ist nominiert, welche Filme wurden vergessen und natürlich auch meine Tipps bekommt ihr in diesem Beitrag.

Meine liebsten Filme 2020 feat. Little Women, Niemals Selten Manchmal Immer, Tenet, Soul und 1917

Auch das Kinojahr 2020 lief anders ab, als anfangs gedacht. Angesichts der Pandemie wurden etliche Filme aufs nächste Jahr verschoben oder auf Streaming-Plattformen veröffentlicht. Immerhin sieben Mal habe ich es in diesem Jahr ins Kino geschafft, dafür viele Filme auf Streaming-Plattformen geschaut und auch einige ältere Sachen nachgeholt (siehe meinen letterboxd-Account (ein soziales Netzwerke nur für Filme und teils Serien)). Ich habe auch bewusst nicht ‘alle’ Filme mit reingenommen, weil der Beitrag sonst noch 3x so lang gewesen wäre. Mein liebster Film des Jahres ist Little Women, in beliebiger Reihenfolge gefolgt von Niemals Selten Manchmal Immer, Tenet, Soul und 1917.

Schumyswelt.de