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© Alamode Film

Filmempfehlung: Porträt einer jungen Frau in Flammen

Ich habe mir Porträt einer jungen Frau in Flammen angesehen, welcher für mich einer der schönsten und besten Filme des Jahres 2019 ist. Mich zieht es momentan häufiger ins Programmkino, da man in den größeren Kinos abseits von Popcorn-Bombast, Franchise-Filmen und der einundzwanigsten Fortsetzung kaum was geboten bekommt. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein und auch diese Art Filme schaue ich mir gerne an, aber ich war auf der Suche nach etwas Besonderem. Für kleine Arthouse-Produktionen und Indie-Perlen ist bei der begrenzten Vorführungskapazität oft kein Platz. So kam ich dazu mir im Traum-Kino Kiel (#KeineWerbung) das historische Drama von Céline Sciamma anzusehen, welches mich vollkommen in seinen Bann gezogen hat. Ein Film wie ein Kunstwerk, zwischen Freiheit, Kontrolle, verbotener Liebe und Leidenschaft.

Malerische Bilder

Porträt einer jungen Frau in Flammen (im Original: Portrait de la jeune fille en feu) spielt Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) bekommt einen Auftrag, der sie auf eine kleine Insel an der Küste der Bretagne verschlägt. Dort soll sie heimlich ein Gemälde der Adelstochter Héloïse (gespielt von Adèle Haenel) anfertigen, die sich gegen eine von ihrer Mutter arrangierten Ehe wehrt. Daraus entwickelt sich ein dramatisches und intensives Liebesdrama.

Der Film fängt ganz behutsam in einer Kunststunde von Marianne an, bis ihre Ereignisse auf der Insel rückwirkend erzählt werden. Es wird die Fahrt mit dem Holzruderboot zur Insel gezeigt und man wird mit tollen Bildern langsam in die Geschichte von Marianne und Héloïse eingeführt. Daraus entspinnt sich ein extrem intensives Erlebnis, das vor allem durch das erstklassige Schauspiel der beiden Protagonistinnen lebt.

PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN Trailer German Deutsch (2019)

Gedreht wurde auf einer Insel in der Bretagne und ihr könnt euch vorstellen, welch atemberaubende Einstellungen vom Meer und der Küste man zu sehen bekommt. Der Look war ziemlich brillant, mal mit weiten Kameraufnahmen, meist aber fokussiert auf das Schauspiel. Auch die Szenen in der Nacht, die im Haus nur von Kerzen und einem brennenden Feuer beleuchtet wurden, waren auf der Leinwand sehr schön mit anzuschauen.

Der Einsatz von Musik geschah nur ganz dezent, wie feine Tupfer auf der Leinwand. So wurde das Rauschen des Meeres, das Kratzen der Pinsel oder auch nur der Atmen gekonnt in Szene gesetzt. Details sind in der Kunst, wie auch in dem Film unglaublich wichtig. Verbunden mit dem intensiven Schauspiel, welches die Kamera ganz nah begleitete, wurde es leidenschaftlich, feinfühlig erotisch, elegant, tragisch und einfach wunderschön. Auch das gesellschaftliche Bild im 18. Jahrhundert und die Stellung von Mann und Frau zur damaligen Zeit wurden gekonnt untergebracht. Nie aufdringlich, sondern immer recht subtil und bedacht.

Porträt einer jungen Frau in Flammen

Die namensgebende Szene des Films ist eine der wenigen, in der gezielt Musik eingesetzt wird und holy shit. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann mal so verdammt viel und lange Gänsehaut im Kino hatte. Auch zum Ende hin, wird es noch einmal sehr intensiv, wieder einmal durch den Einsatz von Musik. Das Herz fängt an zu rasen, man hält den Atem an. Die Tränen rollen auf der Leinwand und im echten Leben. Das Bild wird schwarz wird und die Credits laufen lautlos herunter. Auch noch kurz danach war es im Kinosaal ungewohnt still und keiner wagte es diesen magischen Moment zu zerstören.

La Jeune Fille en Feu (Bande originale du film)

Ihr merkt schon, ich bin weiß Gott kein Filmkritiker und Rezensionen, die alles im kleinsten sezieren, könnt ihr von mir kaum erwarten. Zumindest noch nicht. Aber ich hoffe ihr könnt meine Begeisterung irgendwie nachvollziehen. Für sehr treffende Rezensionen findet man da draußen deutlich besseres, zum Beispiel die von Beatrice Behn bei Kino-Zeit.

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inFilmePopkultur

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