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Isländische Wärme gegen die einbrechende Kälte: Of Monsters and Men live im Docks, Hamburg (17.11.2019)

Während draußen die kalte und dunkle Jahreszeit die Regie übernommen hat, sind die hiesigen Clubs wieder Schauplatz der musikalischen Künstlerinnen und Künstler. Und wer kennt sich am besten mit der Kälte aus? Richtig, die Isländer. So brachten Of Monsters and Men (mit Support von Vök) das Feuer der Vulkane ins Docks nach Hamburg, welches die Herzen der dortigen Zuschauer erwärmte. Ein Abend voll herzergreifender Melodien, verzauberten Märchengeschichten und jeder Menge Lebensfreude.

Vök

Es hat viel zu lange gedauert, bis ich diese Band endlich mal live erleben konnte. Bisher passte es mit den Konzertterminen von Vök und mir nicht. Deshalb freute es mich umso mehr, dass sie nun Of Monsters and Men auf ihrer Tour supportet haben. Das isländische Trio spielte viele Songs ihrer aktuellen Platten In The Dark ("Erase You", "Autopilot", "Spend The Love"), durchmischt mit einigen wenigen Songs ("Before", "Polar") aus der Zeit davor. Eine tanzbar-melancholische Mischung aus Indie-Pop und Electronica, wunderbar vorgetragen von Sängerin Margrét Rán Magnúsdóttir, die auch für Gitarre und Synthies verantwortlich war, und ihren zwei Bandkollegen. Wer den Soundlandschaften von The xx oder Poliça etwas abgewinnen kann, sollte bei Vök mal reinhören!

Vök – Full Performance (Live on KEXP)

Of Monsters and Men

Nachdem Vök schon einmal begeistern konnte, war es für Of Monsters and Men ein leichtes die beherzte Stimmung weiter nach vorn zu treiben. Die Band wählte dafür eine quasi perfekte Setlist, die einen tollen Spannungsbogen über den Abend kreierte. Beim Opener "Alligator" wurden direkt einmal drei E-Gitarren und ungewohnt druckvolle Klänge ausgepackt. Danach schwenkte die Band auf ihren Signature-Folk-Sound und präsentierte mit "Empire", "King And Lionheart" und "Mountain Sound" einen ungreifbar tollen Start in ihr knapp 90-minütiges Set. "Empire" ist sowieso ein wahnsinnig toller Song (und vielleicht sogar mein liebster OMAM-Song), "King And Lionheart" baute darauf weiter auf, bis bei "Mountain Sound" dann auch das Publikum anwesend war und in den Chorus mit einstimmte.

Of Monsters and Men – Alligator (Live On Jimmy Kimmel Live!)

Auf ihrem dritten Album Fever Dream, welches in diesem Jahr erschienen ist, probiert sich die Band etwas aus. Sie webt verstärkt elektronische Vielfalt in ihre Songs und geht etwas weg vom geliebten Folk-Pop-Style. Das kann man finden wie man möchte, live funktionierten die Songs dennoch sehr gut und fassten sich gut ins Bild ein. "Sleepwalker" und "Róróró" haben mir da sehr gefallen. Danach wurde es etwas ruhiger und reduzierter. "I Of The Storm" ließ einen innehalten und sorgte mit der Instrumentalisierung und den Lyrics für ergreifende Momente.

Mit "Lake House" nahm die Band die Zügel wieder in die Hand und spätestens mit dem darauffolgenden "Little Talks", dem zweifellos größten Hit der Band, gab es kein Halten mehr. Da war das Publikum dann auch wieder wach und um mich herum konnte man in viele, glücklich lächelnde Gesichter blicken. Das fabelhafte "Dirty Paws" gab es in der Zugabe noch zu hören, bevor der Abend mit "Yellow Light" endete.

Of Monsters And Men – Dirty Paws (Official Lyric Video)

Am meisten fasziniert hat mich Sängerin Nanna Bryndís Hilmarsdóttir (große Liebe allein schon für den Namen). Mit ihrer eleganten Art, Gestik, Mimik und dieser brillanten Stimme hatte sie was von einer nordischen Prinzessin, zu der man bei ihrem Auftritt aufschauen durfte. Ragnar Þórhallsson konnte mit seiner ehrlichen Art ebenso begeistern. Das Zusammenspiel der beiden ist was die Band so wunderbar macht. Aber auch die Band als Gesamtheit war ausgezeichnet aufeinander abgestimmt. Of Monsters and Men und Vök haben an diesem Abend gezeigt, wie gut und warmherzig Musik aus Island sein kann und ich bin gespannt, was man aus dem Land in Zukunft noch so zu hören bekommt.

Setlist: Of Monsters and Men, Docks Hamburg (17.11.2019)

  1. Alligator
  2. Empire
  3. King And Lionheart
  4. Mountain Sound
  5. Sleepwalker
  6. Róróró
  7. Wild Roses
  8. Stuck in Gravity
  9. I Of The Storm
  10. Wars
  11. Crystals
  12. Lakehouse
  13. Little Talks
  14. Six Weeks
  15. Waiting for the Snow
  16. Dirty Paws
  17. Yellow Light

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Veröffentlicht inKonzerteMusik

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