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Foto: Yannik Schumacher

Gut aufgelegte Kelly Family, norddeutsches Publikum und ein nervender Pfeiler

Nach ihrem großen Comeback im letzten Jahr, wo sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Dortmunder Westfalenhalle ausverkauft haben, sind The Kelly Family 2018 auf großer We Got Love Tour. Passend zum gleichnamigen Album werden die neuen Songs und alte Klassiker gespielt. 32 Songs umfasst die prall gefüllte Setlist, die Platz für fast 3 Stunden Unterhaltung inklusiver 25-minütiger Pause bietet. Auch in der Sparkassen-Arena in Kiel begeisterte die irische Großfamilie. Angelo, Jimmy, Joey, John, Kathy und Patricia Kelly wurden von Halbbruder Paul Kelly und einer sechsköpfigen Band unterstützt. So standen bei einigen Songs 13 Musiker auf der Bühne, wo die Akustik dann leider auch drunter litt, aber das interessierte an diesem Abend niemanden. Ein rundum gelungener Konzertabend, der alt und jung vereinte.

Der Pfeiler

Kurz vorab: Da wir keine 80€ für den Stehplatz ausgeben wollten und uns die teuersten Sitzplätze zu teuer waren, entschieden wir uns Plätze weiter hinten zu nehmen. Angekommen bei den Sitzplätzen dann erstmal die Enttäuschung: Ein Pfeiler versperrte einem zum Teil die Sicht auf die Hauptbühne und die Nebenbühne konnte man von dort gar nicht sehen. 60€ ausgegeben und dann nicht einmal freie Sicht. Das wäre ja alles kein Problem, wenn diese Plätze wenigstens ausgewiesen wären als sichtbehindert, das war beim Kauf allerdings nicht ersichtlich. Sonst hätte ich mich einfach für Plätze drei Reihen weiter oben oder im Oberrang entschieden, die genauso teuer waren und gute Sicht boten.

Ich halte euch auf dem Laufenden. Eine Reihe vor uns wäre es übrigens noch schlimmer gewesen, da dort der Pfeiler die direkte Sicht auf die Hauptbühne versperrte. Zunächst dachten wir die Plätze würden frei bleiben, doch dann kamen noch 3 Damen, die alles andere als gut gelaunt dreinblickten. Nach der Pause haben wir uns dann auf andere, freigebliebene Plätze, etwas weiter links gesetzt und von da an machte alles gleich viel mehr Spaß!

EDIT: Ich habe sowohl dem Veranstalter, als auch der Sparkassen-Arena unsere Situation per E-Mail geschildert, worauf beide prompt mit einer Entschuldigung reagierten. Vom Veranstalter bekamen wir den Hinweis, beim nächsten Mal das Personal in der Arena zu verständigen, die uns dann zu etwaigen "Umsetzplätzen" geführt hätte. Wir bekamen zusätzlich das Angebot aus drei kommenden, von ihm veranstalteten Events eine auszuwählen und uns auf die Gästeliste zu setzen. Da uns die 3 Events überhaupt nicht zusagten, haben wir dankend abgelehnt. Von der Sparkassen-Arena gab es den Hinweis, dass bestimmte Bereiche automatisch gesperrt werden und unsere Plätze sich leider direkt daneben befanden. Dort wurden wir aus Kulanz ebenfalls zu einem Event "unserer Wahl" eingeladen. Das war nicht für alle, aber viele Events aus ihrem Katalog möglich und so geht es für uns am 08.04.2018 zu "Falco – Das Musical". Gute Reaktion von beiden Seiten!

THE KELLY FAMILY

Nach einem kurzen Intro, das ein paar Bilder von der zum Teil wieder formierten Familie und den Vorbereitungen zeigte, ging es mit dem 25 Jahre alten Stück "I Can’t Stop the Love" los. Die Kellys wechselten sich am Anfang gesanglich ab und jeder durfte mal den Frontmann bzw. die Frontfrau geben. Joey Kelly weckte das Publikum dann mit "Why Why Why" mal so richtig auf. Allgemein war er an der Gitarre eher für die brachialen Songs zuständig.

Schon am Anfang gingen die Kellys auf Tuchfühlung mit dem Publikum und versuchte es zum Mitsingen aufzufordern. Das norddeutsche Publikum wirkte vor allem vor der Pause etwas müde und wenig begeisterungsfähig. Mitklatschen ging gerade bei den rockigeren und bekannten Nummern ganz gut, bei eher ruhigen Stücken sackte die Aufmerksamkeitsspanne jedoch rapide ab. Glänzen konnte das Publikum dann bei den Hits "An Angel" oder "Fell in Love With an Alien". Doch zu Beginn war es irgendwie merkwürdig und die Kellys schienen sichtlich irritiert.

The Kelly Family – Nanana

Sie ließen sich jedoch nicht entmutigen und spulten ihr Programm runter. Kurz vor der Pause ging die Familie symbolisch auf kleine Welt- bzw. Zeitreise. Der große Bus der Kellys wurde herabgelassen und schirmte die Hauptbühne ab. Die Kellys betraten die kleinere Bühne, die über zwei seitliche Stege erreichbar war und spielten Stücke aus früheren Zeiten, die ihren Sound maßgeblich beeinflussten. Die Reise ging über Frankreich, Spanien nach Amerika. "Nanana" sorgte nach der Pause wieder für begeisterte Stimmung, die Zuschauer waren endlich vollends anwesend und es konnte gewohnt weitergehen. Neben den neuen Songs bekam man weitere Anekdoten aus früheren Zeiten zu hören. Zu den alten Klassikern wurden Musikvideos abgespielt. Ein wenig Konfetti hier, eine kleine Pyro-Show da und Songs zum Mitklatschen und Mitschunkeln. Das Publikum war zufrieden.

Emotionales Ende

Vor der Zugabe kam es zu einem DER Gänsehaut-Momente der Show, als John Kelly mit seinem jüngeren Ich an der Videoleinwand "Who’ll Come With Me (David’s Song)" im Duett sang. Das Ganze erinnerte mich an das Queen Konzert von vor ein paar Jahren, wo Brian May "Love Of My Life" an der Gitarre anfing zu spielen und zu singen und Freddy Mercury auf der Videoleinwand in den Chor der Zuschauer mit einstimmte (für mich eines der besten Konzerterlebnisse ever!).

Nach einer kleinen weiteren Zugabe nahm das Konzert mit dem tollen Stück "Brothers & Sisters" sein Ende, den die Familie zusammen auf der kleinen Bühne sang. Die Kellys holten die jüngsten Fans auf die Bühne, machten noch ein paar Fotos, bedankten sich und verließen die Bühne. Für viele Fans war es sicherlich eine emotionale Reise durch alte Erinnerung und die Kelly Family gab sich größte Mühe, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Abgesehen von dem blöden Pfeiler und dem manchmal etwas abwesenden Publikum war es auch für mich ein schönes Erlebnis. Comeback gelungen!

Setlist: The Kelly Family in der Sparkassen-Arena Kiel (22.02.2018)

  1. I Can’t Stop the Love
  2. Why Why Why
  3. First Time
  4. Imagine
  5. Because It’s Love
  6. Come Back to Me
  7. Red Shoes
  8. No Lies
  9. We Got Love
  10. An Angel
  11. The Bonnie Banks o' Loch Lomond
  12. When I Was in Town
  13. Echo La Ronda
  14. Une Famille C’est Une Chanson
  15. Swing Low
    – Pause –
  16. When the Boys Come Into Town
  17. Nanana
  18. Keep on Singing
  19. Father’s Nose
  20. Please Don’t Go
  21. Drum Solo
  22. Fell in Love With an Alien
  23. I Can’t Help Myself
  24. The Wolf
  25. Cover the Road
  26. Only Our Rivers Run Free
  27. Dan O’Feefes (Irish Rig)
  28. Wearing of the Green
  29. Who’ll Come With Me (David’s Song)
    – Zugabe 1 –
  30. Good Neighbor
  31. Take My Hand
    – Zugabe 2 –
  32. Brothers & Sisters

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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