Schlagwort: Albumreview

  • Casper – Alles war schön und nichts tat weh

    am 25.02.2022 über Eklat Tonträger / Sony veröffentlicht

    Der Tag, an dem ein neues Musikalbum von Casper erscheint, ist für mich immer eine Art Feiertag. Es gibt kaum Künstler:innen, die es schaffen mich besser aus einem Loch zu holen, wie der Indie-Rapper aus Bielefeld. Alles war schön und nichts tat weh, entliehen aus dem Buch Slaughterhouse-Five von Kurt Vonnegut, heißt sein neuestes Werk. 12 Stücke verteilt auf knapp 45 Minuten. Wieder einmal tut es weh, er spricht allerlei ernste Themen aus seinem Leben an und lässt Dich bittere Tränen vergießen. Kein einfaches Album in der momentanen Zeit, aber ich finde es macht genauso Spaß und ist lebensbejahend. Seine Biografie spielt wieder eine wichtige Rolle, diesmal noch privater und auf direktere Weise. Seine musikalischen Vorbilder für die Platten waren u. a. Nick Cave, Flaming Lips, Bon Iver, Grateful Dead und daran könntet ihr schon ungefähr erahnen, wohin die Reise geht. Durch die diverse Instrumentierung wirkt die Platte direkt bunter, ein Stück weit ‚lebendiger‘.

    Ich habe momentan selber mal wieder eine schwierige Phase, da kommt so ein Album zur genau richtigen Zeit. Mich hat das alles schon wieder so sehr gepackt und ich bin regelrecht verliebt. Ihr bekommt hier den XOXO-Casper, den Hinterland-Casper, den LLDT-Casper, den Pop-Casper, den Rap-Casper, ja sogar den Gesangs-Casper und vor allem den Text-Casper, alles auf einem Album. Seine vielleicht beste Platte bisher.

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  • Österreichs Pop-Shootingstar MATHEA veröffentlicht ihr Debütalbum „M“

    am 01.05.2020 über 1998 / Sony Music veröffentlicht

    Der Release-Kalender ist für mich momentan nur spärlich belegt. Einige Alben, auf die ich schon fast sehnsüchtig warte, wurden nach hinten verschoben. Umso erfreut es mich, wenn ein Album mal zum angesagten Releasetermin erscheint. Eines davon kommt von der österreichischen Künstlerin Mathea, die momentan auf dem Weg nach ganz oben ist. Ihre Debütsingle „2x“ wurde auf Spotify fast 40 Millionen Mal gestreamt, was sie dort zur Zeit zur erfolgreichsten Künstlerin Österreichs macht. Eineinhalb Jahre nach ihrer ersten Single-Veröffentlichung erscheint nun ihr Debütalbum M, welches mich mit 12 Songs (inklusive ihrer Hit-Singles „2x“ und „Chaos“) textlich und musikalisch sehr begeistert.

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  • Review: dodie – Human EP

    am 18.01.2019 über doddleoddle veröffentlicht

    YouTuber/in und Musik machen in einem Satz sind in Deutschland nicht die besten Voraussetzungen. Bei dodie sieht die Welt jedoch ganz anders aus. Vor 7 Jahren veröffentlichte die damals 16-Jährige Britin ihren ersten Song „Rain“ auf YouTube. Mittlerweile ist sie 23 und konnte sich eine beachtliche Fangemeinde erspielen. 1,7 Millionen Subscriber bei YouTube, eine Million Follower bei Instagram. Mit ihrer zweiten EP You konnte Dodie Clark sogar Platz 6 der britischen Albumcharts erreichen, ohne großartige Promotion. Die vier Deutschlandkonzerte sind mittlerweile restlos ausverkauft. Human ist ihre dritte EP, die sie selbst veröffentlicht hat.

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  • Ein bewegtes Leben verpackt in 11 Songs – Alice Merton mit Debütalbum „MINT“

    am 18.01.2019 über Paper Plane Records veröffentlicht

    Ihr Megahit “No Roots” brachte es bis in die Billboard Hot 100, wurde weltweit über 1 Millionen Mal verkauft und bekam mehrere Gold- und Platin-Auszeichnungen. Seit der Veröffentlichung sind über 2 Jahre vergangen. Alice Merton hat sich mit ihrem Debütalbum MINT wohlüberlegt viel Zeit gelassen. Eine Hitsingle zu veröffentlichen, die einschlägt wie ein Bombe, muss Segen und Fluch zugleich sein. Natürlich war sie schlagartig omnipräsent und die Single in aller Munde, doch war der Druck und das allgemeine Interesse an ihrer Person plötzlich auch ziemlich groß. Sie ließ sich davon offenbar nicht beirren und legt mit MINT ein tolles Popalbum mit rockigem Einschlag vor, das mit bewährter Formel zum Erfolg führt.

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  • Meine liebsten Alben 2018 (feat. Arctic Monkeys, AVEC, Ex:Re, Fynn Kliemann, Leoniden, Mike Shinoda und Tash Sultana)

    Ein weiteres Jahr ist vergangen und brachte uns musikalisch doch ein paar Überraschungen, mit denen ich anfangs gar nicht gerechnet hätte. Wie auch bei den Konzerten war es diesmal extrem schwer ein Ranking zu bilden, weshalb ich mich mal für eine alphabetische Ordnung entschieden habe. Willkommen also zu meinen liebsten Musikalben 2018, angefangen bei den Arctic Monkeys bis hin zu Tash Sultana!

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  • Leoniden machen es „Again“

    am 26.10.2018 über Two Peace Signs Records / Irrsinn Tonträger veröffentlicht

    Leoniden sollten mittlerweile jedem Musikfan ein Begriff sein, soviel wie die Band in den letzten Monaten die deutschen Ländereien betourt hat. Diverse ausverkaufte Konzerte, unzählige Festivals, verrückte Aktionen wie 4 Festivals in 2 Tagen im letzten Jahr. Die Jungs sind mit Herz und Seele dabei und haben scheinbar Zeit gefunden an einem weiteren Album zu basteln (woher nehmen die die Zeit noch?). Ihr selbstbetiteltes Debütalbum ist dabei erst 1,5 Jahre jung. Jetzt erscheint mit Again ein mehr als würdiger Nachfolger und die Band wird die Erwartungen der Zuhörerschaft sicherlich zufriedenstellen. Warum? Die Kieler Jakob Amr, Lennart Eicke, JP Neumann, Djamin Izadi, Felix Eicke haben all ihre Erfahrungen des letzten Jahres auf diesem Album vereint und ihren Indie-Rock weiter vorangetrieben. Man fühlt sich in ihrem Sound direkt zuhause. Jeder Song hat seinen eigenen Ansatz und dennoch wirkt das Album wie aus einem Guss. Schaffen auch nur die wenigsten.

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  • Jetzt oder „nie“ – Musik von Fynn Kliemann

    am 28.09.2018 über Two Finger Records veröffentlicht

    Es ist endlich soweit: Der Heimwerkerking und Kliemannsland-Gründer Fynn Kliemann veröffentlicht ein komplettes Musikalbum. Auf nie lernen wir einen ganz anderen Fynn kennen, nicht so hibbelig und voller Witz, wie in seinen Videos. Sondern eine andere, dunklere Seite; mal melancholisch, mal nachdenklich. Er erzählt Geheimnisse aus seinem Leben, die sonst vermutlich nie die Öffentlichkeit erreicht hätten. Man erfährt Geschichten von seiner Familie, er erzählt von seinem Vater. Textlich ist er dabei genauso kreativ, wie in seinen Handwerkertätigkeiten. Sehr vielschichtig und undurchsichtig. Musikalisch dabei ziemlich eingängig und meist locker leicht.

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  • Sofi Tukker tanzen im „Treehouse“

    am 13.04.2018 über Ultra Records veröffentlicht

    Wer einmal einen Song von Sofi Tukker gehört hat, muss dazu tanzen und wird von der Energie des Duos eingenommen. Nach ihrer Kooperation mit Apple und der Präsentation des iPhone X, kennt jeder ihren Song „Best Friend (feat. Nervo, The Knocks, Alisa Ueno)“. Auch in der neuen Kampagne zum iPhone X Red wird mit „Batshit“ eines ihrer Lieder verwendet. Zuvor konnten sie schon für „Drinkee“ eine Grammy Nominierung (Best Dance Recording) einheimsen, was dem Hype zusätzlichen Schub gab. Das Duo steckt mit ihrer unglaublich positiven Ader einfach an. Ihr Jungle-Pop, EDM-Sound tun ihr übriges. Das Debütalbum Treehouse ist eine Sammlung unterschiedlichster Werke, von harten Dance-Nummern, bis hin zu in ruhigen Sounds verpackte Gedichte. Neben Englisch werden Songs auch gerne auf Portugiesisch gesungen.

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  • Kacey Musgraves und ihre „Golden Hour“

    am 30.03.2018 über MCA Nashville / Universal Music veröffentlicht

    In Deutschland weitestgehend unbeachtet, in Amerika schon seit Jahren eine große Nummer: Die Texanerin und Country-Sängerin Kacey Musgraves. Dies liegt vor allem daran, dass das Country-Genre hierzulande eher unpopulär ist und vom Gefühl her gerne mal in die Schlager-Ecke abgeschoben wird. Wer dieser Meinung angehört, der sollte ganz dringend in Golden Hour von Kacey Musgraves reinhören und ihr werdet überrascht sein, wie vielseitig das Genre doch sein kann. Zugegeben, den puren Country-Sound, wie auf ihren vorherigen Werken lässt sie etwas vermissen. Dafür lässt sie geschickt andere musikalische Einflüsse miteinfließen, die dem Werk eine tolle Komplexität und Atmosphäre verleihen. Wer die alte Taylor Swift vermisst, dürfte hier gut aufgehoben sein.

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  • Xul Zolar mit malerischem Debütalbum „Fear Talk“

    am 19.01.2018 über Asmara Records  / Rough Trade veröffentlicht

    Benannt hat sich die Band Xul Zolar nach dem Argentinier Xul Solar, einem Künstler und Maler im 20. Jahrhundert, der als zentrale Figur des argentinischen Surrealismus gilt. Das Debütalbum Fear Talk der Kölner Band würde ich mit genau diesen Worten beschreiben: malerisch und surreal. Dies fängt schon bei dem künstlerischen Cover an und geht dann nahtlos über in die Musik. Sanfter, experimenteller Synthie-Pop, der einem des Öfteren an die 80er Jahre erinnert. Xul Zolar gibt es bereits seit 2011, doch erst jetzt präsentieren sie ihr ganzes Können auf Albumlänge, das mich im Gesamtpaket sehr überzeugen konnte und staunen ließ.

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