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Gorillaz: Die bekannteste Comicband live in Hamburg (19.11.2017)

Einige Möglichkeiten muss man einfach ergreifen, vorallem wenn Damon Albarn und Jamie Hewlett wieder ihre berüchtigte Comicband animieren und reaktivieren. 2D, Murdoc Niccals, Noodle und Russel Hobbs bilden zusammen die Gorillaz und die standen letzten Sonntag auf der Bühne der Hamburger Sporthalle. Sie waren zumindest die virtuellen Protagonisten, die von der knapp zwanzig-köpfigen Gorillaz Livetruppe begleitet wurden.

Rapperin aus dem Wunderland: Little Simz

Mitgebracht haben die Gorillaz Little Simz als Support-Act, die einen direkt mit ihrem animierten Intro in ihr Wonderland entführt hat, passend zu ihrer letzten Veröffentlichung Stillness in Wonderland. Ihre Musik ist im Hip-Hop verankert, allerdings sehr experimentell gehalten. Meine Musik ist es nicht, aber als Support-Act war das schon ziemlich gut.

Ihre Bühnenpräsenz war auf jeden Fall sehr beeindruckend und es hat Spaß gemacht ihr zuzuschauen. Sie wurde natürlich nicht ohne Grund ausgewählt, denn sie kam später bei den Gorillaz nochmal für die Songs „We Got the Power“ und „Garage Palace“ auf die Bühne. Bei letzterem ist sie sogar auf dem letzten Album der Gorillaz vertreten: Humanz.

Mastermind Damon Albarn

Ich sag es euch, wie es ist: Meine Erwartungen an diesen Abend wurden übertroffen. Damon Albarn ist eine coole Socke und ich bin super froh bei diesem Erlebnis dabei gewesen zu sein. Den Abend in der Sporthalle würde ich schon fast als Kino-Konzert betiteln, da auf der riesigen Leinwand im Hintergrund schöne Visuals zu sehen waren und die Musikvideos zu den jeweiligen Songs gezeigt wurden.

Das erste Drittel der Show gehörte ganz allein Mastermind Damon Albarn, der schon früh auf Tuchfühlung mit dem Publikum ging. Es wurden zunächst ältere Songs der Band gespielt. Zum Intro „M1 A1“ ging die große Sause los und wurde direkt mit „Last Living Souls“ und „Rhinestone Eyes“ weitergeführt. Pausen zwischendrin gab es quasi keine. Sobald ein Song endete, wurde direkt zum nächsten übergangen, was ich einerseits als sehr angenehm empfand, andererseits wirkte es auch etwas nach Programm abspulen. Sei es drum.

Mit De La Soul, Peven Everett, Jamie Principle, Zebra Katz und Little Simz kamen im späteren Verlauf der Show eine Reihe an Gästen auf die ohnehin schon volle Bühne, wo dann viele Songs vom neuesten Album Humanz performt wurden. Neben Albarn, bestand die Band aus sechs weiteren Personen mit zusätzlichen 6 Gospelsängerinnen/-sängern. Selbst Bruce Willis war zu sehen, allerdings nur im Musikvideo zum Song „Stylo“. Und falls gerade kein passender Gast zur Hand war, der einen Feature-Part hätte übernehmen können, tauchten diese Stars eben selbst auf der großen Videoleinwand auf.

#HUMANZWORLDTOUR

Eine weitere Überraschung: der Sound. Als ich im Frühjahr bereits The xx dort gesehen habe, war ich doch entzückt, wie gut der Sound dort klang. Bei Casper vor ein paar Wochen war dies ebenfalls mehr als in Ordnung. An diesem Abend war der Sound jedoch echt fantastisch. Alles war wunderbar abgemischt, nicht zu laut, nicht zu drückend, echt toll! Zumindest bei den Gorillaz, denn bei Little Simz hat der Bass wohl einige Zuschauer aus der Halle gefegt. Zudem war das Publikum auch sehr interessant, das ich selten bei einem Konzert so durchmischt gesehen, was ich bei einer Band wie den Gorillaz niemals gedacht hätte. Ein kleiner Beigeschmack war allerdings, dass gerade im hinteren Bereich viele auf die (für mich) drei großen Hits („Feel Good Inc.“, „On Melancholy Hill“, „Clint Eastwood“) gewartet haben. Diesen kamen dann auch und wurden erwartungsgemäß sehr umjubelt.

Die Setlist war wundbar, auch wenn ich „DARE“ und „Momentz“ schon gerne live erlebt hätte. Stattdessen gab es eine Reihe alter Klassiker und viele Songs vom neuesten Album. Nach 75 Minuten dachte ich schon fast ans Ende, doch die Band kam noch einmal hervor um eine Zugabe zu spielen. Dort gab es mit „Cloud of Unknowing“ noch eine kleine Premiere, da der Songs erstmalig auf dieser Tour live gespielt wurde. Am Ende der Show verlief es sich dann mit „Demon Days“, Albarn umarmte nochmal die Bandmitglieder und schritt von der Bühne.

Setlist: Gorillaz live in der Sporthalle Hamburg (19.11.2017),

(von Setlist.fm)

  1. M1 A1
  2. Last Living Souls
  3. Rhinestone Eyes
  4. Tomorrow Comes Today
  5. Every Planet We Reach Is Dead (Alt ending)
  6. Saturnz Barz
  7. 19-2000
  8. Superfast Jellyfish (with De La Soul)
    Ident („madam“)
  9. On Melancholy Hill
  10. El Mañana
  11. Strobelite (with Peven Everett)
    Interlude: Elevator Going Up
  12. Andromeda
    Interlude: Penthouse
  13. Sex Murder Party (with Jamie Principle and Zebra Katz)
  14. Out of Body (with Zebra Katz)
  15. Garage Palace (with Little Simz)
  16. Stylo (with Peven Everett)
  17. Feel Good Inc. (with De La Soul)
  18. We Got the Power (with Little Simz)
  19. Cloud of Unknowing
  20. Hong Kong
  21. Kids With Guns
  22. Clint Eastwood
  23. Don’t Get Lost in Heaven
  24. Demon Days

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Veröffentlicht inKonzertberichteMusik

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