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Das Deichbrand Festival 2018: Zum 10. Mal am Seeflughafen Nordholz/Cuxhaven

Ahoi und willkommen zum Nachbericht zu meinem mittlerweile zehnten Besuch beim Deichbrand Festival. Es hat sich in 10 Jahren einiges getan, seitdem das Gelände zum Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz umgezogen ist. Erst wurden die Bühnen umgestellt, die früher noch nebeneinander standen, dann das gesamte Gelände umgestaltet und verschoben. Es kamen neue Bühnen hinzu, andere wurden wieder gestrichen. Es wurden neue Konzepte erdacht, neue Flächen eingenommen und die Besucherzahlen steigen immer noch Jahr für Jahr. Aus dem einst so beschaulichen Rockfestival am Meer ist eines der größten Musikfestivals in Deutschland geworden. Während man 2009 noch etwa 10.000 Besucher anzog, war man 2013 mit 35.000 Besuchern ausverkauft und für 2018 konnten um die 60.000 Karten abgesetzt werden. Und was haben wir nicht alles erlebt. Böse Unwetter, die die Bühnen und das Gelände verwüstet haben. Heiße Sommertage mit 30° und mehr. Die Verlobung und Hochzeit mit Kraftklub. Fast schon legendäre Auftritt und noch so vieles mehr.

Es tut sich einiges

In diesem Jahr war erstmals ALDI mit der größten Filiale aller Zeiten vor Ort und versorgte die Festivalbesucher zu Discounter-Preisen auf 2100 Quadratmetern mit über 200 Produkten. Ein tolles Konzept und ich bin von Supermärkten auf Festivals immer noch ganz begeistert. Auch Rossmann war für den Drogeriebedarf wieder mit an Bord. Erstmals konnten Tagesgäste für 10€ auch auf dem Gelände übernachten und mit dem Shower Wonderland gab es eine Premium-Dusche. Zudem wurde der Vertrag mit den Geländebetreibern auf 2027 ausgeweitet, sodass auch für die nächsten 10 Jahre sicher geplant werden kann. Fehlt eigentlich nur noch ein mobiles Hotel mit Sauna-Bereich für den perfekten Wellness-Urlaub. Mit der wachsenden Größe verändert und verbessert sich das Festivals in fast allen Punkten.

Die Kritikpunkte bleiben

Und dennoch gibt es einige Punkte, die mich weiterhin stören und ich auch schon beim letzten Mal thematisiert habe. Die Toiletten-Situation war im Vergleich zum letzten Jahr bei diesem Mal ziemlich unterirdisch. Es gab immerhin immer Toilettenpapier und das Reinigungsteam leistete eine verdammt gute Arbeit (Danke dafür!), aber Seife fehlte komplett und es bildeten sich oft unangenehm lange Schlangen. Das war in den letzten Jahren besser. In puncto Taschen hat man sich leider kein Beispiel an den anderen Festivals genommen, wo halbdurchsichtige Beutel erlaubt waren. Soll man sein erlaubtes Lunchpaket etwa im Magen transportieren?

Vermutlich der größte Kritikpunkt und eine Sache, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann: Es wurden einigen, aber auch wieder nicht allen, die Deckel von den Tetrapacks abgenommen. Das wurde weder kommuniziert, noch wurde diese Regelung einheitlich durchgesetzt. Wurden auch Leuten mit faltbaren Trinkbehältern die Deckel weggekommen? Das bringt mich zum nächsten Punkt: Die nicht existente Kommunikation. Es wäre ein leichtes, die eigene App oder Twitter dafür zu nutzen, um Informationen zur Anreise oder anderen Dingen rauszuhauen. Aus weiteren Erzählungen hört man, dass die Frühanreise wohl teilweise katastrophal abgelaufen ist, der Südparkplatz wurde dieses Jahr unverständlicherweise nur halb befüllt, die Duschen funktionieren teilweise wohl nicht. Und dass die dort arbeitenden Kräfte meist nur von ihrem eigenen Bereich den Ansatz einer Ahnung haben, wird sich wohl niemals ändern.

Genug der schlechten Botschaften

Ansonsten gab es für uns in diesem Jahr echt nicht viel zu meckern. Da wir uns dieses Jahr mal dafür entschieden haben, nicht zu zelten, sind wir am Donnerstag mit dem Fahrrad zum Gelände gefahren, um den Anreisestau zu entgehen und haben einige der Kritikpunkte gar nicht so wahrgenommen. Einen guten Parkplatz haben wir die nächsten Tage dank guter Ortskenntnisse auch gefunden. Gegen das heiße Wetter und den fiesen Staub macht man einfach nichts, aber vor den Bühnen wurden im ersten Wellenbrecher Platten ausgelegt, was wirklich goldwert war.

Der Einlass zum Gelände ging für uns immer recht zügig, auch zum Beispiel vor Alligatoah, wo man trotz langer Schlangen nur 10 Minuten warten musste. Die Essensstände waren zu den Nicht-Stoßzeiten immer relativ leer, die Getränkestände haben wir nicht in Anspruch genommen. Und dass der Bereich zur ersten Wellen bei den Headlinern immer schnell voll ist und man sich schon eine Stunde vorher einen guten Platz organisieren muss, sollte wohl mittlerweile klar sein.

Musik wurde auch gespielt

Das gebuchte Line-Up war die bekannte Mischung aus den letzten Jahren und mit 60.000 Zuschauern war die Hütte quasi wieder ausverkauft. Vielleicht spielt hier auch der eher günstige Preis mit 129€-149€ eine Rolle, wofür vielleicht nicht die größten Acts gebucht werden können, aber die Mischung doch die meisten überzeugte. Am besten kamen die deutsche Acts an, die am besten aus der Hip-Hop/Rap-Fraktion stammen. Ob Casper, Kontra K oder Freundeskreis. Hier war die Stimmung immer mehr als gut. Man könnte halt echt ein Festival mit den immer gleichen Headlinern Casper, Marteria, Kraftklub, K.I.Z. und weiteren Bands wie Trailerpark, SDP, 257ers und SXTN machen und die Bude wäre jedes Jahr wieder ausverkauft.

Englische (Indie-Rock-)Bands hatten es bedeutend schwerer und so war es bspw. zu den Editors leider nur semi-voll und bei The Killers, die einen tollen Auftritt gespielt haben, kam die Chemie zwischen Band und Publikum nur zu den Kracher-Songs zustande. Trotzdem war die Band ein totaler Glücksgriff für das Festival und ich bin immer noch verblüfft, wie das Festival diese Band buchen konnte. Seit Veröffentlichung ihres neuen Albums haben The Killers neben zwei Konzerten in Berlin und Köln erst einen Festivalauftritt in Deutschland absolviert, nämlich jetzt beim Deichbrand. Zum Line-Up und den Musik-Bands gibt es in den nächsten Tagen auf jeden Fall noch mehr in einem extra Beitrag zu lesen!

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Ansonsten hatten wir tolles Wetter, größtenteils entspannte Menschen, tolle Bands, wovon mich kaum jemand enttäuscht hat und allgemein ein super Wochenende. Die Tickets für nächstes Jahr sind bereits im Verkauf. Eine Preiserhöhung hat es nicht gegeben und so kosten die limitieren Wildcards weiterhin 129€ exkl. Gebühren und Versand. Die WoMo-Plaketten kosten mittlerweile 70€, sind aber auch immer Ratzfatz ausverkauft. Man sieht sich eventuell im nächsten Jahr.

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inFestivalsMusik

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