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Majestätische Erscheinung: Angel Olsen live im Gruenspan, Hamburg (05.02.2020)

Die US-Amerikanerin Angel Olsen präsentierte ihr aktuelles Album All Mirrors live im Gruenspan in Hamburg. Das Album gehört bei Kritikern zu den besten Platten des vergangen Jahres und hat es auch in meine Top 10 geschafft. Eine orchestrierte Produktion, die einem direkt die Kinnlade runterklappen lässt. Episch und doch so intim. Dazu ihre Stimme, die wie eine Naturgewalt durch die Songs fegt. Mal zart und ruhig, mal wild und stürmisch. All diese Eindrücke transportierte sie auch in den Konzertabend nach Hamburg und brachte das Publikum an den Rand der Sprachlosigkeit.

Hand Habits

Hand Habits ist ein Bandprojekt von Meg Duffy aus Amerika. Meg half bei Albumaufnahmen von The War on Drugs und Weyes Blood und war Teil von Kevin Morbys Liveband. Der Auftritt als Support-Act von Angel Olsen passte musikalisch sehr gut und ging recht unaufgeregt vonstatten. Mit einem kleinen Augenzwinkern spielte die Band ihren ruhigen Folk-Rock und Meg zeigte zwei tolle Gitarrensoli, die zurecht mit lautem Applaus seitens des Publikums honoriert wurden.

Hand Habits - can't calm down

Angel Olsen

Das Gruenspan hatte sich mittlerweile doch sehr ordentlich gefüllt und kurz nach 21 Uhr schritt Angel Olsen auf die Bühne. Ganze sechs Bandmitglieder versammelt sie auf der aktuellen Tour um sich herum. Neben Schlagzeuger, Gitarrist, Keyboarderin und Bassistin sind bei der Tour auch eine Violinisten und eine Cellistin dabei, um den opulenten, orchestrierten Sound des neuen Albums All Mirrors live darbieten zu können. Der titelgebende Song des Albums war auch der Startpunkt des knapp 80-minütigen Programms. Live war das alles noch einmal eine Spur durckvoller als aus dem Album und vor allem die beiden Streicherinnen haben dem Sound sehr gut getan und auch die älteren Stücke sinnvoll ergänzt.

Angel Olsen selbst war total locker drauf, brachte zwischendurch mal ein paar Sprüche und ist, wie sie selbst sagt, einfach ein kleiner "weirdo". Es wirkte fast so, als müsste sie die Schwere und Dramatik ihrer Songs damit aufwiegen. Passte als Kontrast auf jeden Fall sehr gut. Ihre Ausstrahlung und Präsenz hatte schon etwas majestätisches.

Der Fokus lag natürlich auf dem aktuellen Album All Mirrors, dessen Songs die handvoll älteren Stücke einrahmten. Der Anfang mit "All Mirrors", "Spring" und dann "Impasse" mit dem darauffolgenden "Lark" war absolut überwältigend. Wie gesagt war das live noch einmal deutlich druckvoller und ihre stimmliche Range ist einfach der Wahnsinn. Ein dramatischer Bombast, der exzellent vorgetragen wurde und wunderbar intensiv war.

Es gab auch ein paar Stücke aus ihren Folk-Rock bzw. Indie-Rock Zeiten von ihren vorherigen Werken zu hören ("Forgiven/Forgotten", "Sweet Dreams"). Sie kündigte auch einen neuen Song an, den sie erst ein paar Tage vorher beendete hatte und witzelte ein wenig mit der Band, dass das schon klappen würde, auch wenn diese den Song gar nicht kennen würden. Er entpuppte sich dann allerdings als ihr bekanntestes Stück "Shut Up Kiss Me".

Eine kleine Zugabe gab es am Ende mit dem schwelgerischem "Chance" auch noch. Ein schöner Ausklang zu diesem pompösen Konzerterlebnis.

Setlist: Angel Olsen live im Gruenspan, Hamburg (05.02.2020)

  1. All Mirrors
  2. Spring
  3. Impasse
  4. Lark
  5. Summer
  6. Tonight
  7. Acrobat
  8. Sweet Dreams
  9. Shut Up Kiss Me
  10. Forgiven/Forgotten
  11. Windows
  12. Endgame
    --
  13. Chance

(Setlist kann in der Reihenfolge leicht abweichen.)

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Veröffentlicht inKonzerteMusik

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