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"Nach Cuxhaven schwimmen": So war es beim Deichbrand Festival 2019

Auch in diesem Jahr sind wir wieder in die Heimat gefahren und haben der 15. Ausgabe des Deichbrand Festivals einen Besuch abgestattet. Für mich war es mittlerweile das elfte Mal beim Festival an der Nordsee. Wie letztes Jahr sind wir ohne Probleme ganz entspannt jeden Tag mit dem Fahrrad angereist und hatten wie immer eine tolle Zeit.

Hallo Deichbrand

Nach unserer Ankunft am Donnerstag fiel direkt ein Rettungswagen auf, der den ersten Festivalbesucher versorgt und mitgenommen hat. Erstmals in der Geschichte des Festivals gab es auch einen Todesfall, bei dem eine 26-Jährige (keine Fremdeinwirkung, keine Drogen) leblos in ihrem Zelt gefunden wurde (mein herzliches Beileid <3). Vorbei am großen ALDI gaben die ersten DJs den Takt auf der Electric Island an. Ein paar Meter weiter gab es eine Abkühlungsmöglichkeit im neu geschaffenen XXL-Pool (50m x 20m x 1,20m). Gegenüber liegt auch schon der Eingang zum Festivalgelände, wo die ersten Bands auf 3 Bühnen schon ordentlich Gas gaben.

Die Organisation haben wir während des Festivals weitestgehend als gut wahrgenommen, auch wenn ein paar kleine Kritikpunkte bleiben. Die Toiletten waren zumindest sauber, allerdings fehlte es wieder an Klopapier und die Schlangen nach den Acts waren doch schon extrem lang. Ein paar mehr Wasserspender, wo man seinen Tetrapack auch vernünftig unter bekommt, wären auch mal angebracht. Und durchsichtige Beutel sollten auf dem Infield endlich mal erlaubt werden, wie es auf anderen Festivals auch üblich ist. Die langjährigen Kritikpunkte der nicht existenten Kommunikation und Ahnung der Mitarbeiter kann ich schlecht bewerten, allerdings ist die Kommunikation weiter ausbaufähig.

Das kompakte Infield, auf dem sich die Massen immer recht gut verteilen, hat sich kaum verändert. Das Riesenrad steht jetzt an anderer Stelle, die ALDI-Korner ist noch größer geworden und weiter ins Infield gerückt und auch der Jägermeister Platzhirsch war ein letztes Mal mit dabei und geht nach dem Festivalsommer in Rente. Genug der Werbung, weiter geht’s mit Musik.

Gute Mucke für alles und jeden

Die ersten Klänge gab es für uns von Odeville ("Bitte Ja Bitte Gleich"), die auf der Jever Hafenbar ein gut besuchtes Konzert spielten und mit ihrer herzlichen Art und guten Musik für viele freudestrahlende Gesichter sorgten.

Am Freitag startete auch das Programm auf den beiden großen Hauptbühnen, die wie üblich abwechselnd bespielt wurden. Headliner am Freitag waren Thirty Seconds To Mars ("The Kill (Bury Me)"), um die beiden Leto-Brüder Jared und Shannon. Vom Konzert in Hamburg letztes Jahr war ich ja etwas enttäuscht. Jetzt, wo man wusste, worauf man sich einlässt, hat es mir dann schon etwas besser gefallen, auch wenn die Musik bei den Auftritten gerne mal zur Nebensache verkommt. Aber als Jared "Jesus" Leto dann durchs Publikum lief, hat er mich berührt und vielleicht komme ich ja später in den Himmel.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag betraten dann zwei ältere Herren die große Fire-Stage. Das Deichbrand Festival überraschte mal wieder mit einer ungewöhnlichen Buchung: The Chemical Brothers ("Galvanize") elektrisierten und ballerten das anwesende Publikum mit fetten Bässen und sehenswerten Visuals komplett weg.

Schauspielrapper Alligatoah brachte beim Heimspiel sein Hotel Kalliforniah und seine komplette Show mit. Für mich mit der beste Auftritt des gesamten Festivals, da Alligatoah einfach wahnsinnig wortgewandt ist und immer eine krasse Show abliefert.

Grüner Rauch zieht übers Land: Deichbrand

Zum Abschluss wurde das Deichbrand von grünem Rauch eingehüllt. Marsimoto ("Solang die Vögel zwitschern gibt’s Musik") durfte das Festival auf den Hauptbühnen als "Ersatz" von The Prodigy abschließen. In Gedenken an Keith Flint hat Marsi dann auch eine kleine Schweigeminute abgehalten.

Ansonsten luden Two Door Cinema Club ("What You Know") zum Tanzen ein; Fettes Brot, Dendemann und Samy Deluxe versorgten die Hip-Hop-Fraktion mit richtig guten Auftritten; Madsen sind immer einen Besuch wert; der Alternative Rock von Blood Red Shoes ("Cold") knallt auch immer; BRKN ("Bordeaux") füllte das Zelt am späten Abend komplett aus und Mine ("90 Grad") strahlte über das ganze Gesicht und freute sich riesig darüber, bei dem Festival spielen zu dürfen und legte im Gegenzug einen sehr erfrischenden und guten Auftritt hin.

Ein grüneres Festival?

Am Abreisetag haben einige den Alligatoah Song "Lass liegen" offensichtlich wörtlich genommen und nicht verstanden. Nach dem Auftritt musste ich in der Nacht von Sonntag auf Montag noch einmal über den Campingplatz und das WoMo-Camp laufen und fühlte mich fast wie auf einer Müllhalde. Bergeweise Couchgarnituren (die vermutlich auch noch im Vorfeld für umsonst vom Sperrmüll mitgenommen wurden), Tische, kaputte Pavillons, zerrissene Zelte, Glasflasche und sonstigem. Glaubt man manchmal gar nicht, was das feierwütige Volk mitschleppt und liegen lässt.

Einzig auf dem Green Camp war die Lage einigermaßen gut, allerdings konnte man am Sonntag auch dort viele verlassene Zelte und verschlissene Pavillons beobachten. Auch auf dem Rest des Geländes ist uns der Müll öfter mal aufgefallen. Kein Vergleich zum Hurricane Festival, wo es uns vorkam, dass viel mehr unternommen wurde, um das Gelände sauber zu halten. Hier sind aber definitiv auch die Festivalbesucher gefragt: Nehmt euren (Sperr-)Müll doch einfach wieder mit und/oder entsorgt ihn an den Müllsammelstationen. Zuhause lebt ihr doch auch nicht vom Dreck umgeben.

Alligatoah – Lass liegen (Official Video)

Aber auf dem WoMo-Camp ist beim Deichbrand scheinbar alles irgendwie erlaubt, selbst die Dinge, die als verboten gekennzeichnet sind (Sperrmüll, große Generatoren). Es sind aber eben auch nicht alle, aber die Gruppen, die sich benehmen können, müssen die Kosten der wenigen Nichtbenehmer letztendlich mittragen.

Deichbrand Festival 2020

Insgesamt gesehen hatten wir aber wieder eine tolle Zeit und der Festivalbesuch hat sich gelohnt. Der Vorverkauf für das nächste Jahr ist bereits gestartet. Mit 139€ müsst ihr zum Start jetzt 10€ mehr hinlegen als die letzten Jahre. Wer zuschlagen will, findet unter Deichbrand.de alle Infos.

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inFestivalsMusik

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