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Lass uns Scheeßeln gehen: Rückschau zum Hurricane Festival 2019

Zeit für eine kleine Rückschau zum Hurricane Festival 2019, welches wir in diesem Jahr bereits zum vierten Mal besucht haben. Auch bei der diesjährigen Ausgabe haben die Macher wieder ordentlich aufgefahren und es haben sich wieder einige Sachen getan. Auch der Wettergott war uns gnädig und bis auf vereinzelte Regenschauer am Donnerstagabend ging es ab Freitag mit gutem Wetter weiter, was das ganze Wochenende anhielt. Ein paar Worte zu einem nachhaltigeren Festival, "sechs Hammer-Headlinern" und einem Geheimtipp.

Neu, neu, neu

Unser Zuhause für die vier Tage sollte wieder einmal unser Zelt auf dem Green Camp sein. Das Camp ist jetzt gefühlt doppelt so groß und dennoch haben wir um 16:30 Uhr am Donnerstag nur schwerlich einen Platz für unser kleines Zelt gefunden. Mit diesem Problem waren wir auch sicher nicht die Einzigen. Dafür liegt das Greencamp insgesamt noch zentraler, was aber gerade am Donnerstag zu Einschlafproblemen führte, da der Bass bis nachts um 3 von der Wild Live Stage ballerte.

Das Bühnenkonzept wurde ebenfalls leicht geändert. Die Bühnen habe alle neue Namen bekommen und das Zelt ist jetzt deutlich kleiner. Dafür wird die Bühne auf dem Zeltplatz, die Wild Live Stage, öfter genutzt. Dort haben sich am Donnerstag um 18 Uhr die Hansemädchen eingefunden, um mit der anwesenden Meute Karaoke zu singen. "Mr. Brightside", "Schrei nach Liebe" und "Wonderwall" wurden hier aus tausenden Kehlen mitgesungen.

Danach folgte ein Gang zum Supermarkt. Dieses Jahr war Combi am Start und stand dem Penny in den letzten Jahren in nichts nach. Die Wartezeiten waren relativ kurz, das Sortiment ziemlich perfekt und der begehbare Kühlschrank ein Traum. Nur einzelne Artikel waren bereits am Samstag nicht mehr zu haben, aber die Logistik wird bei wiederholtem Male sicher noch perfekter.

Sechs Hammer-Headliner

In diesem Jahr hat das Hurricane Festival ordentlich Geld in die Hand genommen und satte sechs Headliner gebucht und dementsprechend das Festival beworben. Auch dem Publikum merkte man diese Ausrichtung altersmäßig an. Die Toten Hosen und Foo Fighters machen ja immer Laune und spielten ihre Sets sehr routiniert runter. Einzig an neuen Ideen fehlt es den beiden Bands, was ihre Leistung aber in keinem Falle schmälerte. Auch die anderen Bands haben Headliner-würdige Performances abgeliefert.

Robert Smith und The Cure bringen auch nach 40 Jahren eine unglaubliche Spielfreude auf die Bühne. Macklemore war eine weitere dicke Überraschung. Alle Hits, eine tolle Show und allgemein ein sehr sympathischer Auftritt. Auch Mumford & Sons lockten am späten Abend viele Besucher vor die Bühne. Einzig bei Tame Impala war wirklich sehr wenig los. Kevin Parker und seine Band wirkten aber auch wie von einem anderen Stern. Sehr abgespact mit fetter Lichtproduktion, aber ein toller Trip und dementsprechend auch sehr sehenswert.

Tame Impala – Borderline (Glastonbury 2019)

So viel Musik

Neben den großen Bands gab es aber natürlich eine ganze Reihe weiterer Acts zu entdecken. Der erste Act des Festivals war für uns am Freitag die liebe Alice Merton. Endlich habe ich es mal geschafft sie live zu sehen und wurde mehr als überrascht. Ein sehr souveräner Auftritt. Auch die wunderbaren Leoniden konnten wiedereinmal begeistern und spielten sich in Ekstase. In sehr guter Erinnerung bleiben auch die stets für gute Laune sorgenden Gurr, Bloc Party mit ihrem grandiosen Album Silent Alarm und auch die Finnin mit den auffälligen Haaren Alma, für die das Zelt tatsächlich etwas zu klein war. AnnenMayKantereit habe ich ebenfalls wieder sehr genossen.

Der Geheimtipp des Festivals sollte aber ein Geheimtipp bleiben und dementsprechend leer war es auch: Christine and the Queens hatten einen undankbaren Slot auf der Forest Stage (Green Stage) vor den Foo Fighters und halb parallel zu The Cure. Dabei lieferte sie für uns mit die beste Performance des Festivals ab. Fast schon surreal, wie sie mit jeder Faser ihres Körpers ihre Songs performte. Einzig die Sprachbarriere der französischen Songs war etwas schwierig, aber die Choreographien waren mehr als faszinierend und die 80s Vibes infizierten einen direkt.

Christine and the Queens – Girlfriend (Glastonbury 2019)

Für ein grüneres Festival

Abschließend habe ich wieder einmal viel Lob für das Festival übrig und es geht in vielen Punkten in die richtige Richtung. Vor allem das Thema Nachhaltigkeit wurde in diesem Jahr noch einmal mehr angegangen. Erstmals hätte man auch Gelbe Säcke bekommen können, um den Müll besser verwerten zu können. Einwegplastik wurde an den Ständen nicht mehr ausgegeben und wir haben extrem viele Müllsammler gesehen, die das Gelände sauber hielten. Auch die Toiletten haben wir (fast) immer sauber vorgefunden und es gab bis auf eine Ausnahme immer Klopapier. Ebenfalls toll waren die Lichterketten an den Hauptwegen, die für eine schöne Atmosphäre und als Orientierungshilfen dienten. Wir kommen gerne wieder.

Für nächstes Jahr steht übrigens der erste Headliner bereits fest: Seeed werden den Eichenring in Scheeßel beehren. Es wurde auch schon ein Batzen Karten verkauft, weshalb ihr nun 169€ für das Kombiticket hinlegen müsst.

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inFestivalsMusik

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