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Reeperbahn Festival 2019: Ein wunderschöner Festivalausklang mit Aurora im Michel

Auch am letzten Tag des Reeperbahn Festivals 2019 gab es ein buntes Programm zu erleben. Nach einem Gang über das Festival Village stürzte ich mich wieder ins Getümmel und habe mich am bunten Strauß des Line-ups bedient. Bevor Aurora mit einem wunderschönen Akustik-Set in der malerischen Atmosphäre des Michels das Festival für mich beendete, ging es noch zu Mia Morgan, Carlie Hanson und Apache 207.

Festival Village

Auch abseits von Konzerten hatte das Reeperbahn Festival einiges zu bieten. In diesem Jahr wurden auf dem Heiligengeistfeld wieder die Zelte aufgeschlagen und es gab allerhand Sachen zum Mitmachen und verschiedenste Programmpunkte. Neben der Fritz Bühne lockten auch Kunst-Installationen, Info-Stände über Nachhaltigkeit und andere Dinge, eine VR-Schaukel und sogar eine Autoscooterfäche, die mit Rollerskatern befahren werden durfte und wo verschiedenste DJs spielten. Insgesamt sehr nett und man hätte hier sicher auch einen halben Tag verbringen können.

Aufstrebende Künstlerinnen und Künstler

Gruftpop bekam man in der Spielbude von "Mia Morgan aus dem Internet", wie sie sich selbst ankündigte. Musikalisch war das eine Mischung aus cleveren Texten, Drangsal und Die Ärzte, die sie beide verehrt und ein astreines Cover zu "Beweg Dein Arsch" von LaFee gab es noch obendrauf. Ein sehr gelungener Auftritt einer Künstlerin, die gerade erst in den Startlöchern steckt. Solltet ihr auf dem Zettel haben.

Innerhalb eines Jahres schaffte es die erst 19-Jährige Carlie Hanson von einer Mc-Donalds-Mitarbeiterin zu einem aufstrebenden Pop-Star, die ihre Songs bei der N-JOY-Nacht im Docks präsentierte. Keine geringe als Taylor Swift packte ihren Song "Only One" in eine ihrer Playlists und plötzlich wurde sie quasi über Nacht berühmt. Live war im Kern noch der Pop-Gedanke zu hören, oft allerdings in einem deutlich rockigeren Gewand. Es erinnerte mich daher stellenweise an Paramore. Ein gutes Zeichen und ich kann mir vorstellen, dass man von ihr noch so einiges hören wird.

Wer Bock auf Sauna hatte, musste nur einmal im Grünspan vorbei schauen. Der Schweiß tropfte schon von der Decke, ehe Apache 207 ("Roller") mit seiner Deutschrap-Revolution aus Eurodance und Straßenrap die Beats auspackte. Als er dann die Bühne mitsamt DJ betrat, gab es kein Halten mehr. Eine überwältigende Stimmung und Apache selbst war nur am Grinsen.

Aurora im Michel <3

Hallelujah, was für eine Segnung! Ich wusste ja, dass das Konzert schön werden würde, aber es war SO WUNDERSCHÖN. Die Norwegerin Aurora sorgte in Hamburgs bekanntestem Wahrzeichen, der Hauptkirche St. Michaelis, für Gänsehaut und emotionale Momente. Eine quirlige, junge Frau, leicht wahnsinnig, aber verdammt sympathisch. Sie freue sich sehr hier spielen zu dürfen, in so einem großen Raum, in dem man sich selbst so klein fühlt. Passend dazu grüßte sie auch die Menschen auf der Empore mit: "Hello people in the sky".

Los ging es mit zwei Songs ihres aktuellen Albums A Differnt Kind Of Human – Step 2. "A Different Kind Of Human" und "The River" leiteten so das Spektakel ein. Für das Konzert wurde ihr komplexer Elektro-Pop auf sanfte Gitarrenklänge und weiche Drums herunter gebrochen. Ihre engelsgleiche Stimme trat so komplett in den Vordergrund und war in der Atmosphäre einfach unvergleichlich. Auch ihre oft melancholischen und traurigen Texte berührten so noch einmal mehr und trafen eine Spur tiefer ins Herz. Zwischendurch witzelte sie auf urkomische Weise, dass sie am schwitzen sei und jetzt aus ihren Achseln weint. Auch ihr "butt" sei etwas nass und sie kann gar nicht glauben kann, dieses Wort in einer Kirche in den Mund genommen zu haben.

Aurora – "The Seed" Live Performance | Vevo

Ihre bekannten Songs vom ersten Album "Runaway", "Running With The Wolves", "Murder Song (5, 4, 3, 2, 1)" durften in der Setlist natürlich ebenso wenig fehlen. Und als wäre all das noch nicht schön genug gewesen, verschwanden mitten im Set ihre zwei Bandkollegen und Aurora betrat die Mitte des imposanten Bauwerks um a capella "Nature Boy" zu singen. Wer noch immer keine Tränen in den Augen hatte, hatte sie allerspätestens jetzt. Unbeschreiblich! Mit dem eindringlichen "The Seed", welches in der ruhigen Version direkt einen anderen Touch bekam, beendete sie ihr umjubeltes Konzert. So groß und doch so intim, herzergreifend und einfach wow. Mir fehlen echt die Worte. Was für ein wunderschöner Abschluss eines außergewöhnlichen Festivals. Danke Reeperbahn Festival 2019!

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Veröffentlicht inFestivalsMusik

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