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MARINA © Zoey Grossman

MARINA – Zwischen Liebe und Angst

am 26.04.2019 über Atlantic Records veröffentlicht

Mir hat es eine Musikerin momentan besonders angetan: Die Waliserin Marina Diamandis aka MARINA fka Marina and the Diamonds. Ich wünschte sehr, ich hätte ihre Musik früher für mich entdeckt. Für ihr neues Doppelalbum LOVE + FEAR hat sie den Namenszusatz fallen gelassen, um sich musikalisch privater entfalten zu können und nicht immer als Kunstfigur gesehen zu werden. Zwei mal Acht Songs sind auf den beiden Werken untergebracht, die sich thematisch mit Liebe und Angst beschäftigten. Eleganter Pop, der einen beschäftigt, sich auf den Sommer freuen lässt und zum Nachdenken anregt.

MARINA bewegt sich weiterhin im experimentellen Elektro-Pop-Milieu, wenn auch glatter produziert, als ihre drei vorangegangen Alben The Family Jewels, Electra Heart und Froot. Stimmlich ist das allerdings wieder einmal wundervoll und sehr fesselnd. Sie hat diese Art mit ihrer Stimme verschiedenste Emotionen zu wecken. Mal einfühlsam, mal intim, mal kämpferisch, mal verletzlich. Genauso treten auch die Lyrics in Erscheinung, die MARINA von einer sehr persönlichen Seite zeigen. LOVE + FEAR folgt den Aussagen der Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross, die sagte, dass es im Wesentlichen nur zwei menschliche Emotionen gibt, nämlich Liebe und Angst. Alle andere Emotionen stammen von diesen beiden ab.

MARINA – Orange Trees [Official Music Video]

LOVE + FEAR

So beschäftigt sich die erste Hälfte des Doppelalbums mit Empowerment, lebensbejahend Ausdrücken und dem Wunsch nach Vereinigung. Das sind die Themen, die einem beim Anhören von LOVE direkt in den Sinn kommen sollen. “Orange Trees” mag zwar etwas flach daher kommen, entfaltet in mir aber dieses Gefühl des nach Hause kommens. Zudem gefällt mir auch das Video ziemlich gut, dass eine strahlende MARINA zeigt, die ihr Glück und ihre Freude transportieren möchte. "To Be Human" dürfte mit der wichtigste Songs des Albums sein und greift die generelle Frage auf, was Mensch sein eigentlich bedeutet.

I think when I was writing that I wanted to create this picture of humanity, because in our political climate we are constantly being made to see other people as “other”. If you’re from a different culture, you’re seen as different and potentially dangerous and I really hate that. I really think that’s a sad way to see humanity.

MARINA über "To Be Human"

FEAR hingegen beschäftigt sich mit innerern Unsicherheiten, der Sinnsuche und der Selbstfindung. Hier schlägt MARINA wieder experimentellere Wege ein, sowohl musikalisch, als auch lyrisch. Songs wie "Life Is Strange", "Karma" oder "Emotional Machine" stechen durch ungewöhnlichen Klang klar hervor. Wo es in "End of the Earth" noch darum geht, wie Liebe Angst verursacht, dreht "Soft To Be Strong" das Ganze um und sagt, dass Angst Liebe erschafft. Eine schöne Aussage und ein runder Abschluss.

MARINA – Karma [Official Audio]

Was ich so im Netz mitbekommen haben, wird das Album durchaus auch kritisch aufgenommen. MARINA hat wie viele andere, etablierte Künstler das Problem der Erwartungshaltung. Es mag kein perfektes Album sein und vielleicht fehlen hier und da ein paar Ecken und Kanten. Die Frau ist aber mittlerweile 33 Jahre alt, hat sich entwickelt und sich dafür entschieden, ihre Musik so klingen zu lassen, wie ihr es auf LOVE + FEAR zu hören bekommt. Für mich eine sehr schöne Pop-Platte!

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inMusikReviews

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