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"Keep Moving" – Jungle live in Hamburg (27.05.22)

Jungle beehrten mit ihrer Liveband auf der Tour auch die Fabrik in Hamburg-Altona. Eine schöne Location, die zwar ein paar Sichtprobleme bereiten kann, aber mit einem tollen Ambiente überzeugt. Das Konzert musste einmal verschoben werden, konnte dann aber dennoch zeitnah stattfinden. Die Band hat sehr abgeliefert, die Setlist war super stimmig und atmosphärisch war das alles ein großes Highlight. Das Lebensglück war für mich so greifbar wie selten. Insgesamt war der Abend etwas besonderes und mit dem Konzert gehören Jungle jetzt auch mit zu meinen absoluten Lieblingen.

Auftakt mit Priya Ragu

Als Support an dem Abend war Priya Ragu mit dabei, die auch als Feature auf dem neuesten Album von Jungle vertreten ist. Begleitet wurde die tamilisch-schweizerische Künstlerin gleich von vier Musiker:innen. Mir war zumindest ihr Name geläufig, da sie für das Sound of.. der BBC in diesem Jahr nominiert wurde (ebenso wie Jungle 2014). Ihr R’n’B-Sound klingt dabei erfrischend anders, angereichert mit ihren kulturellen Einflüssen. Gleich ihre Debütsingle "Good Love 2.0", die auch auf dem Soundtrack zu FIFA 21 zu hören ist, hat ihren Bekanntheitsgrad gepusht.

PRIYA RAGU - LIGHTHOUSE | MJF Spotlight Live

Der Funke zum Publikum wollte beim Liveauftritt nicht immer überspringen. Man merkt ihr aber auf jeden Fall an, wie gerne sie performt und auf die große Bühne möchte. "Lighthouse" hat mir mit am besten gefallen, weil der "Bruch" mitten im Song echt unerwartet kam und gut abging. Wer jetzt noch mehr erfahren möchte, dem lege ich mal diesen ZEIT-Artikel ans Herz.

Einfach cool

Von oben fiel noch das letzte Tageslicht in die von vorne bis hinten gefüllte kirschenschiffartige Maschinenhalle, bevor sieben in dichten Nebel gehüllte Gestalten die Bühne betraten. Das Setup der Band aus Großbritannien wollte so gar nicht auf die kleine Bühne der Fabrik passen. Der Jungle-Schriftzug fehlte komplett, die LED-Wand im Hintergrund wurde kurzerhand verkleinert und die äußeren Positionen der Liveband waren aus der Mitte heraus kaum zu erblicken. Dafür hatten Tom McFarland und Josh Lloyd-Watson, das Duo hinter Jungle, im Vordergrund ausreichend Platz gefunden.

Schon mal vorab: Jungle an sich waren einfach nur cool. Mir fällt es schwer da gerade ein anderes Wort zu finden. Den Einstieg ins Konzert machte das neueste Album der Band Loving in Stereo, gleich mit den ersten vier Songs der Tracklist. "Dry Your Tears", "Keep Moving", "All of the Time" und "Talk About It" animierten allesamt die Hüften des tanzfreudigen Publikums, bevor mit "The Heat" der älteste Hit der Band gespielt wurde. Was ein Einstieg in einen wundervollen Abend.

Jungle - Keep Moving (Live at Festival Vaivén, Mexico)

(So eine Live-Drohnenaufnahme von einem Song habe ich auch noch nie gesehen und könnte hierzulande rechtlich wohl auch schwierig werden. Sieht aber eindrucksvoll aus!)

Einfach atmosphärisch

Einige aus dem Publikum hatten hier wirklich den Abend ihres Lebens, von dem ich mich total habe anstecken lassen. Manchmal wirkt das deutsche Publikum so ein bisschen verhalten, hier war von Anfang an eine Menge Energie im Raum. Die Band, welche aufgrund der Lichtstimmung und der LED-Wand immer aus dem Halbdunkel heraus agierte, hatte da natürlich großen Anteil dran. Sie heizten das Publikum immer wieder an mitzusingen, zu klatschen und vor allem zu tanzen. Später bildete sich in der Mitte sogar ein kleiner Moshpit. Die Songs pushen live nochmal mehr, mit mehr Substanz und wirken noch einmal besser. Das zeigte mir dann auch, wie gut diese Band ist. Und die stimmlichen Harmonien erst!

Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem neuesten Album. Garniert wurde die großzügige Setlist aber mit Highlights der beiden älteren Platten. Die Übergänge zwischen den Songs waren super, vor allem von "Happy Man" zu "Smile" überzugehen, war klasse. Einer meiner Songs des Abends war "Lucky I Got What I Want" von ihrem Debütalbum. Der Bass wummerte durch den ganzen Körper und die Bühne wurde in pulsierendes blaues Licht getaucht. Atmosphärisch auf jeden Fall ein Highlight des Abends, das ich so nicht erwartet hätte.

Einfach Jungle

"Time" hat das Hauptset abgeschlossen. Kaum zu glauben, dass der Song beinahe 8 Jahre alt ist, so zeitlos wie er klingt. Er fühlt sich so nach Leben an und war ebenfalls ein fantastisches Live-Erlebnis. "Casio" war noch der chillige, obligatorische Zugabensong, vor dem großen Finale mit "Busy Earnin'". Wie den ganzen Abend über, ging es auch hier nochmal stimmungstechnisch zur Sache. Es passte an dem Abend einfach alles und es war so schön, dass es meinetwegen noch länger hätte gehen können.

JUNGLE - GOOD TIMES / PROBLEMZ (Official Video)

An dem Abend gab es mit "Good Times" und "Problemz" auch zwei bis dato unveröffentlichte Songs zu hören, die ins Set eingestreut wurden und bestens beim Publikum ankamen. Auch hier wurde sehr ausschweifend mitgegangen. Kann euch das Video dazu nur ans Herz legen, wie auch alle anderen Videos von Jungle. Die artistischen Tanz-One-Shot-Videos sind allesamt absolut beeindruckend.

Falls ihr irgendwann mal die Chance haben solltet, dürft ihr euch das auf keinen Fall entgehen lassen. In Zukunft wird man die Band aber sicher nur in noch größeren Hallen erleben können. Ich bin sehr gespannt, wie das für mich dann funktioniert, denn ich werde sie auf jeden Fall wiedersehen. Jungle4eva!

Jungle (live) - Passengers - ARTE Concert

Setlist: Jungle live in der Fabrik, Hamburg (27.05.2022)

  1. Dry Your Tears
  2. Keep Moving
  3. All of the Time
  4. Talk About It
  5. The Heat
  6. Beat 54 (All Good Now)
  7. Lifting You
  8. Problemz [neu]
  9. Julia
  10. Romeo
  11. Bonnie Hill
  12. Happy Man
  13. Smile
  14. Good Times [neu]
  15. Truth
  16. Cherry
  17. Lucky I Got What I Want
  18. Fire
  19. What D’You Know About Me
  20. Time
    --
  21. Casio / Stayin' Alive
  22. Busy Earnin'

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inKonzerteMusik

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