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  • Casper – Alles war schön und nichts tat weh

    am 25.02.2022 über Eklat Tonträger / Sony veröffentlicht

    Der Tag, an dem ein neues Musikalbum von Casper erscheint, ist für mich immer eine Art Feiertag. Es gibt kaum Künstler:innen, die es schaffen mich besser aus einem Loch zu holen, wie der Indie-Rapper aus Bielefeld. Alles war schön und nichts tat weh, entliehen aus dem Buch Slaughterhouse-Five von Kurt Vonnegut, heißt sein neuestes Werk. 12 Stücke verteilt auf knapp 45 Minuten. Wieder einmal tut es weh, er spricht allerlei ernste Themen aus seinem Leben an und lässt Dich bittere Tränen vergießen. Kein einfaches Album in der momentanen Zeit, aber ich finde es macht genauso Spaß und ist lebensbejahend. Seine Biografie spielt wieder eine wichtige Rolle, diesmal noch privater und auf direktere Weise. Seine musikalischen Vorbilder für die Platten waren u. a. Nick Cave, Flaming Lips, Bon Iver, Grateful Dead und daran könntet ihr schon ungefähr erahnen, wohin die Reise geht. Durch die diverse Instrumentierung wirkt die Platte direkt bunter, ein Stück weit ‚lebendiger‘.

    Ich habe momentan selber mal wieder eine schwierige Phase, da kommt so ein Album zur genau richtigen Zeit. Mich hat das alles schon wieder so sehr gepackt und ich bin regelrecht verliebt. Ihr bekommt hier den XOXO-Casper, den Hinterland-Casper, den LLDT-Casper, den Pop-Casper, den Rap-Casper, ja sogar den Gesangs-Casper und vor allem den Text-Casper, alles auf einem Album. Seine vielleicht beste Platte bisher.

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  • Ein kosmischer Trip: Skott – A Letter From The Universe (EP)

    am 21.01.2022 über Safari Riot / Cosmos Music veröffentlicht

    Über ein Cover von „Stressed Out“ bin ich auf Skott gestoßen, die zusammen mit LÉON (wenn ihr neues Album erscheint, bekommt ihr hier auch noch mehr zu ihr zu lesen) diesen Song performt hat. Wie es der Zufall so will hat Pauline Skött aka. Skott vor kurzem eine 7-Track-Konzept-EP namens A Letter From The Universe veröffentlicht. Ihre Musik würde ich am ehesten dem Alternative Pop zuordnen, ist aber gar nicht so leicht zu beschreiben. Eine weiche, klare Stimme trifft auf einen Synth-dominierten Sound, der an mystische, nordische Klänge erinnert und atmosphärisch intim und ausufernd zugleich klingt. Ein für mich sehr spannender Mix.

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  • Kino zum Verlieben: Licorice Pizza (2021)

    Wenn der Name Paul Thomas Anderson fällt, werden Filmliebhabende schnell hellhörig. Auf Meisterwerke wie Magnolia oder There Will be Blood folgt jetzt sein neuester Streich: Licorice Pizza. Für die Coming-of-Age-Story begibt sich PTA ins San Fernando Valley der 1970er und schickt seine beiden Protagonist:innen, den 15-Jährigen Gary Valentine und die 25-Jährige Alana Kane, auf eine Reise, die ihre ungewöhnliche Anziehung auslotet. Dabei wirkt Licorice Pizza wie ein stetig fließender Fluss. Die beiden Figuren gleiten förmlich durch skurrile Situationen, vorbei an außergewöhnlichen Momenten. Wo es mir sonst schon schwerfällt die passenden Worte zu finden, ist es hier noch einmal doppelt schwierig. Der Film atmet durch seine Atmosphäre und die tollen Figuren. So einen Vibe bekomme ich in Filmen nur ganz selten zu spüren. Alle die sich darauf einlassen können, wird Licorice Pizza total begeistern.

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  • Filmempfehlung: West Side Story (2021)

    Es ist kaum zu glauben, aber Steven Spielberg hat während seiner langen Karriere noch nie einen Musicalfilm gemacht. Das sollte sich nun ändern. Nachdem er sich im Alter von zehn Jahren das erste Mal das Album zu West Side Story anhörte, hat ihn das Musical nicht mehr losgelassen. 60 Jahre nach der Erstverfilmung folgt nun seine Version auf den Leinwänden der Welt und für 2,5 Stunden werdet ihr ins New York der 1950er Jahre entführt, mitten durch Streitereien zweier rivalisierender Banden, hinein in ein Liebesgeschichte. So opulent, so bunt, so dynamisch, so lebendig. Die Leidenschaft mit der hier gearbeitet wurde, spürt man in allen Filmkörnern und so wurde West Side Story zu einem berauschenden Seherlebnis, das mich begeistert hat.

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  • Meine liebsten Filme des Jahres 2021

    Schon bevor die Pandemie mein liebstes Hobby vorerst komplett einstampfte, habe ich mich einem neuen zugewandt: Film. Sie wurden mein Zufluchtsort und vor allem im letzten Jahr habe ich so viele Filme gesehen, wie noch nie. Trotz der Lage habe ich es immerhin auch geschafft, für 11 verschiedene Filme das Kino zu besuchen. Nach wie vor der beste Ort, um Filme zu erleben. Für den Rest mussten dann VOD und die dutzenden Streaminganbieter herhalten. Wichtig: Für meine Liste qualifizieren sich alle Filme, die 2021 in Deutschland ihren ersten Start im Kino hatten, als Direct-to-Video Veröffentlichung herauskamen oder als Release bei einem der gängigen Streaminganbieter erschienen sind.

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  • Meine liebsten Musikalben des Jahres 2021 (3/3): Das Beste vom Besten

    Nach meinen Honorable Mentions und dem Zweitbesten vom Besten heute also meine sechs liebsten Musikalben des Jahres 2021. Beim Schreiben und Recherchieren der Artikel habe ich noch ein paar schöne Alben gefunden, die ich mir in den nächsten Tagen zu Gemüte führen werde. Da wartet vielleicht noch die ein oder andere Perle. Aber die sechs nachfolgenden Werke haben mich durch das Jahr hinweg allesamt mehr als begeistert und stehen zurecht hier oben: Olivia Rodrigo, Little Simz, London Grammar, Loupe, Jungle und Lorde!

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  • Meine liebsten Musikalben des Jahres 2021 (2/3): Das Zweitbeste vom Besten

    Weiter geht es mit meinen liebsten Alben des Jahres. Heute das Zweitbeste vom Besten, also die Plätze 7-12. Die folgenden sechs Werke sind allesamt tolle Musikalben, die es auch in die Top 6 hätten schaffen können. Musikalben mit Platzierungen zu versehen, fällt mir sowieso immer sehr schwer, da es oft auf die Tagesform ankommt und dann nur Nuancen entscheiden. Die Plätze 5-8 musste ich in diesem Jahr fast schon auswürfeln. Eine Entscheidung zu treffen war fast unmöglich, aber ich habe sie getroffen. Heute mit dabei: Chvrches, Halsey, girl in red, Leoniden, Sam Fender und Bo Burnham.

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  • Meine liebsten Musikalben des Jahres 2021 (1/3): Honorable Mentions

    In diesem Jahr gab es von meiner Seite aus kaum Besprechungen zu aktuellen Alben. Auf Twitter habe ich ab und zu mal verkündet, was ich gerade höre, aber wirklich aktiv war ich hier in diesem Jahr kaum. Jetzt wo ich das Jahr Revue passieren lasse, habe ich aber doch festgestellt, recht viel Musik gehört zu haben. Deshalb bekommt ihr ab heute drei Blogbeiträge, um das Musikjahr 2021 ausklingen zu lassen. Angefangen bei meinen Honorable Mentions, weiter über die Plätze 7-12 und 1-6.

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  • Das abgefahrenste Kinoerlebnis des Jahres: TITANE (2021)

    In der letzten Woche stand für mich der diesjährige Gewinnerfilm der Goldenen Palme in Cannes auf dem Plan: TITANE. Die französische Regisseurin Julia Ducournau hat mit ihrem Debütfilm RAW vor einigen Jahren Aufsehen erregt und meine Vorfreude war entsprechend groß. In Titane erzählt sie im Kern von sehr menschlichen Themen. Identität, Familienzugehörigkeit, Traumata und Liebe stehen da im Vordergrund der Protagonisten Alexia. Angereichert und präsentiert werden diese mit Body-Horror-Elementen, die sie schon in Raw gekonnt einsetzte und mir an die Substanz gingen. Es gab genug Szenen, die unangenehm waren, aber dennoch wollten meine Augen nicht von diesen faszinierenden Bildern ablassen. So erging es auch Besuchenden bei einigen Premieren, wo Menschen übel wurde oder in Ohnmacht fielen. Kein einfacher Film, der aber provokant sämtliche Gehirnareale fordert und sich in euer Gehirn brennt.

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  • Alles wird gut: Kummer feat. Fred Rabe – „Der letzte Song“

    Momentan höre ich in der Masse weniger Musik, dafür ausgewähltes auf Dauerschleife. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich „Der letzte Song (Alles wird gut)“ vom Kraftklub Frontmann Soloabenteuer KUMMER in den letzten Tagen gehört habe. Der momentane Weltschmerz in einen Song gebündelt und für jemanden, der mit solchen Dingen zu kämpfen hat, trifft das schon sehr. Hoffnung und Verzweiflung sind in einem Song selten so nah. Feature-Gast ist Fred Rabe von den Giant Rooks. KUMMER beendet damit (vorerst) seine Solokarriere, wird aber noch in diesem und im nächsten Jahr ein paar Konzerte geben, bevor wohl der Kraftklub wieder richtig durchstartet. ALLES WIRD GUT!

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