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Schlagwort: Indie

"The end is here": Phoebe Bridgers live in Hamburg (29.06.2022)

Es hat viel zu lange gedauert, bis ich die US-amerikanische Indie-Musikerin Phoebe Bridgers endlich einmal live sehen durfte. Schon ihr Debütalbum Stranger in the Alps hat mich mit ihrer himmlischen Stimme und den direkten, emotionalen Erzählungen tief berührt. Auch ihr Nachfolgewerk Punisher gehörte 2020 mit zu meinen liebsten Alben des Jahres. Ihre Reunion-Tour führte sie zunächst durch Amerika, bis sie auf dem europäischen Festland auch beim ausverkauften Konzert in der Fabrik in Hamburg-Altona Halt machte. Ein Abend, der emotional in alle Richtungen strahlte.

Casper – Alles war schön und nichts tat weh

am 25.02.2022 über Eklat Tonträger / Sony veröffentlicht

Der Tag, an dem ein neues Musikalbum von Casper erscheint, ist für mich immer eine Art Feiertag. Es gibt kaum Künstler:innen, die es schaffen mich besser aus einem Loch zu holen, wie der Indie-Rapper aus Bielefeld. Alles war schön und nichts tat weh, entliehen aus dem Buch Slaughterhouse-Five von Kurt Vonnegut, heißt sein neuestes Werk. 12 Stücke verteilt auf knapp 45 Minuten. Wieder einmal tut es weh, er spricht allerlei ernste Themen aus seinem Leben an und lässt Dich bittere Tränen vergießen. Kein einfaches Album in der momentanen Zeit, aber ich finde es macht genauso Spaß und ist lebensbejahend. Seine Biografie spielt wieder eine wichtige Rolle, diesmal noch privater und auf direktere Weise. Seine musikalischen Vorbilder für die Platten waren u. a. Nick Cave, Flaming Lips, Bon Iver, Grateful Dead und daran könntet ihr schon ungefähr erahnen, wohin die Reise geht. Durch die diverse Instrumentierung wirkt die Platte direkt bunter, ein Stück weit 'lebendiger'.

Ich habe momentan selber mal wieder eine schwierige Phase, da kommt so ein Album zur genau richtigen Zeit. Mich hat das alles schon wieder so sehr gepackt und ich bin regelrecht verliebt. Ihr bekommt hier den XOXO-Casper, den Hinterland-Casper, den LLDT-Casper, den Pop-Casper, den Rap-Casper, ja sogar den Gesangs-Casper und vor allem den Text-Casper, alles auf einem Album. Seine vielleicht beste Platte bisher.

Debütsingle: Loupe – "Leave Me There"

Mit leiser Wehmut musste ich im Laufe des Jahres feststellen, dass die niederländische Band Dakota so nicht mehr existiert. Deshalb bin ich in letzter Zeit überhaupt erst auf das neu gegründete Quartett Loupe aufmerksam geworden. "Leave Me There" heißt ihre Debütsingle und ist so ein schöner Song, um all dem Trubel mal für ein paar Minuten zu entgehen, auch wenn man weiß, dass man das Chaos braucht. Ich mag die leicht verträumte Indie-Rock Atmosphäre des Songs, die vom echt schönen Musikvideo nochmal unterstrichen wird. Was ich bisher von den ganz wenigen Konzerten gelesen habe, klang alles sehr sehr gut und ich freue mich schon auf die Debüt-EP Older, die am 12. November 2021 erscheint.

Disco-Funk auf Deutsch: Jeremias auf der Krusenkoppel (07.09.2020)

Das erste Konzert nach sechs Monaten Corona-Pause war gerade halbwegs verarbeitet, da stand für uns auch direkt das nächste Kieler Woche Konzert auf der Krusenkoppel auf dem Plan. Jeremias, ein Quartett aus Hannover, hat dort ihre tanzbare, deutsche Indiepop-Funk-Musik präsentiert. Die Band war hochgradig sympathisch, der Sound ziemlich ansteckend und abgefahren. Der Bass pulsiert noch immer durch meinen Venen und ich bin mir sehr sicher, sie nicht zum letzten Mal live gesehen zu haben.

Gegen die Einsamkeit: Phoebe Bridgers – Punisher

am 18.06.2020 über Dead Oceans veröffentlicht

Während der letzten Monate hatte ich mal wieder eine neue Lieblingsmusikerin: die 26-Jährige Indie-Singer-Songwriterin Phoebe Bridgers. Nachdem ich mich endlich mal mit einigen ihrer Songs beschäftigt habe, hörte ich wochenlang nichts anderes mehr. Tiefsinniger Scharfsinn im Songwriting trifft hier auf eine wunderschöne, ruhige Stimme und fein-nuancierte Produktionen. Sie schafft es innerhalb weniger Textzeilen ganze Welten zu erschaffen und kommentiert dabei Situationen und Gefühle, aber in sehr subtiler Art und Weise. Ihre Texte erscheinen dabei oft bittersüß, nahbar, poetisch. Oft melancholisch, verträumt, aber immer mit einer Prise schwarzen Humors. Ich bin total entzückt, verzaubert und <3.

Powerfrau und Rising Star: Jade Bird live im Molotow, Hamburg (27.02.2020)

Die Britin Jade Bird bewies einmal mehr ihr Singer-Songwriter-Talent im Molotow in Hamburg. Bereits 2017, im Rahmen des Reeperbahn Festivals, hat sie in dem kleinen aber feinen Club gespielt. Im genannten Jahr hat sie als Newcomerin auch den ANCHOR Award gewonnen. Mit einer Mischung aus Folk-Rock, Indie-Pop und ihrer unendlich sympathischen Art gewann sie schnell viele Zuschauer und auch das ausverkaufte Molotow zeigte sich entzückt von der 22-jährigen Musikerin.

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