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Foto: Dara Munnis

Das australische Wunderkind: Tash Sultana mit dem Album “Flow State”

am 31.08.2018 über Lonely Land Records / Sony Music veröffentlicht

Von den Straßen Melbournes, in die kleinen Clubs, bis hin zu den großen Hallen. Es klingt fast, wie der kometenhafte Aufstieg eines Ed Sheeran, der sich jedoch in den Straßen von London herumtrieb. Die heutige Geschichte handelt von Tash Sultana. Die Schlafzimmer-Liveversion von “Jungle” hat durch ein Reposting im Social Media einen riesigen Hype losgetreten, der Tash einen ebenso kometenhaften Aufstieg brachte. Die Fangemeinde wurde mit einer EP und weiteren Singles gefüttert und man hat sich lange gedulden müssen, denn gute Musik braucht eben seine Zeit. Jetzt hat Tash das Debütalbum Flow State mit 13 Stücken veröffentlicht, die alle von Tash selbst geschrieben, arrangiert und produziert wurden. Obendrein hat Tash alle 15(!) Instrumente auf dem Album selbst eingespielt. Das lässt aufhorchen.

Tashs Musik ist weniger fürs Radio konzipiert. Vielmehr lebt sie von einer gewissen Komplexität und Verspieltheit. Knackige dreiminütige Radio-Ohrwürmer findet man deshalb auch vergebens. Das monumentale “Blackbird” kratzt sogar an der 10 Minuten Marke, ohne dass einem das Stück irgendwie langweilig vorkommt. Ihr fragt nach einer Einsortierung in ein Genre? Keine Chance. Am ehesten passt diese Beschreibung: Eine Mischung aus Jazz, Blues, R’n’B, Pop, Singer-Songwriter, Electronic, Reggae und noch weiteren Einschlägen.

Tash Sultana – Harvest Love (Live Lounge Recording)

Grenzüberschreitend

Die Gitarre ist dabei omnipräsent, mal akustisch, meist elektrisch. Es gibt viel Hall und wie bei Multiinstrumentalisten üblich wird viel geloopt. Mit diesem Grundgerüst ist bei Tash alles erlaubt. Manchmal schlägt es mit seinen Beats schon fast in die Pop-Richtung (“Big Smoke”), um gegen Ende in feinste Gitarren-Soli abzudriften, um diesen Straßenmusiker-Charakter beizubehalten. Sehr faszinierend ist zudem das fünfminütige Instrumental “Seven”, welches mit seinen Klängen asiatisch angehaucht ist und in träumerische Spähren abdriftet. Stimmlich ist es bei Tash ebenfalls sehr spannend. Kratzig und fast schon rotzig in der Tieflage, aber dafür umso klarer und engelsgleicher in den hohen Bereichen. Dies macht sich vor allem bei Songs wie “Harvest Love” bemerkbar, der immer tiefer in einen vordringt, bis er schließlich auf die Tränendrüse drückt.

Tash Sultana – 'SALVATION' (Official Video)

Das Album ist sicherlich nicht für jeden gedacht. Es ist kein Album auf dem sich Hit an Hit aneinanderreihen, sondern lebt von genannter Komplexität. Es will, dass man zuhört, den Texten lauscht und sich in der Musik verliert. Mir gefielen nicht alle Songs auf Anhieb und vielleicht ist es auch nicht immer gut, alles in ein Korsett stecken zu wollen. Das Phänomen Tash Sultana lebt nämlich vor allem durch diese ungreifbare Leidenschaft, die bei Konzerten (Kostprobe) an den Tag gelegt wird und welche sehr in kleine Jam-Sessions ausarten. Das sollte man wohl mal erlebt haben und ich bin mir sicher, dass Tash ihren Siegeszug fortsetzten wird und es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie die ersten Stadien füllt.

* Tash Sultana sieht sich als non-binär, weshalb im Beitrag immer von Tash und nicht von “Er” oder “Sie” gesprochen wird.

Tracklist: Tash Sultana – Flow State

  1. Seed (Intro)
  2. Big Smoke
  3. Cigarettes
  4. Murder To The Mind
  5. Seven
  6. Salvation
  7. Pink Moon
  8. Mellow Marmalade
  9. Harvest Love
  10. Mystik
  11. Free Mind
  12. Blackbird
  13. Outro

Tash Sultana Live 2019

  • 26.07.2019 Köln – Tanzbrunnen
  • 27.07.2019 Berlin – Zitadelle

Aus Transparenz-Gründen: Die CD wurde mir von Community Promotion zum Reviewen zur Verfügung gestellt.

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Veröffentlicht inMusikReviews

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