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Eine emotionale Lawine: Tusks live in der Nochtwache, Hamburg (20.01.2020)

Nachdem Tusks bereits im Herbst bei uns auf Tour war und u. a. das Reeperbahn Festival beehrte, kehrte sie im Januar wieder aufs europäische Festland zurück. Am 20. Januar gab es dann auch ihre erste Headline-Show in Hamburg. Es war ein kühler Montagabend. Auf der Reeperbahn war nicht viel los und auch an den Landungsbrücken sah man nur vereinzelt ein paar Menschen vorbeiziehen. Etwa 70 Gäste zog es an dem Abend in die Nochtwache, ein kleiner Gewölbekeller, der als Konzertlocation wunderbar geeignet ist. Die Londonerin Tusks begeisterte mit sehr sympathischer Art, viel Spielfreude und ihrem neuen Album Avalanche das anwesende Publikum.

Tusks & "Avalanche"

Ihr Album Avalanche hat mich letztes Jahr durch schwere Zeiten begleitet und war eines meiner drei liebsten Alben des Jahres 2019. Mir gefällt dieser sphärische Indie-Electronica-Mix gepaart mit ihren tollen Stimme sehr und ich mag diese Ehrlichkeit im Songwriting. Neben Selbsterkenntnis und Optimismus finden auch Sexismus ("Peachy Keen") oder auch psychische Erkrankungen ("Mind") ihren Platz, die thematisch immer noch nicht bei der breiten Masse angekommen sind. Es wird immer noch zu wenig darüber berichtet und da eignet sich vor allem Musik als Medium, um diese eher unterschwelligen, wenn auch sehr wichtigen Themen anzusprechen. Man merkt auf Avalanche vor allem dieses Spiel mit verschiedenen Genres, was für ein breit gefächertes Musikinteresse von Tusks spricht.

Tusks - Mind (Official Music Video)

Schwebezustand

Eine Support-Band für das Hamburg-Konzert gab es nicht, weshalb Emily mit ihren drei Bandmitgliedern direkt in den Abend startete. "Toronto" als Einstieg war perfekt. Sowieso einer meiner liebsten Songs von ihr. Da wussten auch die Anwesenden, die sie noch nicht kannten, wohin die Reise an dem Abend gehen würde. Bei ihrer Musik kann man sich wunderbar fallen lassen, die Augen schließen und einfach mal genießen. Auch das Publikum selbst hat mir gut gefallen. Emily zeigte sich den Abend öfters überrascht (oder auch leicht irritiert) von der norddeutschen kühlen und respektvollen Art.

Tusks "Toronto" live @ Hamburger Küchensessions

Hauptsächlich bespielte sie ihre Gitarre, was so flockig leicht und flüssig wirkte, so wechselte sie aber auch mal zum Piano oder den Synthies und führte durch das Set. Ihr Album Avalanche wurde an dem Abend komplett gespielt. Eigentlich möchte ich gar keinen einzelnen Song hervorheben, weil das Konzert als Ganzes sehr gut funktionierte. "Avalanche" mit dem energischen Ausbruch am Ende, das vielschichtige "Mind" und die Spielereien an den Synthis in "Salt" sind mir dann aber doch besonders in Erinnerung geblieben. Ihr fantastisches Cover zu "London Thunder" von Foals durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen. Am heutigen Abend hatten einfach Gefühle aller Art ihren Platz.

Insgesamt hat mir der Auftritt sogar besser gefallen, als ihr Gastspiel beim Reeperbahn Festival vergangen September. In ihrer Stimme lag noch einmal mehr Gefühl und Herzblut und es machte sehr viel Freude all das in sich aufzunehmen. Die Harmonie und Vertrautheit mit ihrer Band war ebenso zu spüren. Noch mag sie unter dem Radar fliegen, aber das könnte sich auch ganz schnell ändern.

Nach dem Konzert bot sich noch die Möglichkeit für ein kleines Pläuschchen am Merchstand mit sehr fairen Preisen (15€ T-Shirt, 10€ CD). Genau wie beim Auftritt war das alles sehr herzlich und äußerst sympathisch. Danke, Tusks! <3

Setlist: Tusks live in der Nochtwache, Hamburg (20.01.2019)

  1. Toronto
  2. Last
  3. Be Mine
  4. Peachy Keen
  5. Mind
  6. Avalanche
  7. London Thunder
  8. Bleach
  9. Demon
  10. Delusion
  11. Better That Way
  12. Foreign
  13. Salt
  14. Dissolve

Tusks: Webseite | Facebook | Instagram | YouTube

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Veröffentlicht inKonzerteMusik

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