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Traumwanderung²: HÆLOS live im Waagenbau, Hamburg (11.10.2019)

An diesem Abend hat wirklich alles gepasst. Ein düsterer, nasser Herbsttag, ein rustikaler Club im Herzen Hamburgs und die berauschende Musik von HÆLOS. Im Rahmen ihrer Tour zum neuen Album Any Random Kindness spielte die Band auch ein Konzert im Waagenbau in Hamburg und ließ das Publikum reihenweise in ekstatische Zustände gleiten. Wieder einmal ein Konzert sondergleichen und heißer Anwärter auf mein Konzerthighlight des Jahres.

Opener: Jackie Charles

Ort des Geschehens war der Waagenbau in Hamburg, den ich tatsächlich auch zum ersten Mal besucht habe. Direkt unter einer Eisenbahnbrücke gelegen, bietet sich hier einem ein rustikales, leicht abgeranztes Flair. Ziemlicher Keller-/Underground-Style. Wenn die S-Bahnen über einen rüberdonnern, spürt man sogar den Boden vibrieren. Insgesamt passte das aber irgendwie zum Abend und ich kann mir vorstellen, dass die Electro/Techno Partys hier ganz witzig sind.

Allzu viele Besucher haben sich noch nicht eingefunden, da hat Jackie Charles bereits den Abend eröffnet. Musikalisch ging das in Richtung Dream-Pop mit einer schönen Stimme, was insgesamt beim Publikum auch gut ankam, aber nach 3-4 Songs leider auch schon wieder vorbei war. Hat mir aber gut gefallen und kommt auf mein Radar.

Jackie Charles – Birthday Song

Jackie Charles: Facebook | Soundcloud | Youtube

Support: TEME

Ein weiterer Support an dem Abend war die Band TEME, wo Bo Morgan, Live-Drummer von HÆLOS, Mitglied ist. Das Duo, welches auf der Bühne zu Dritt war, hält sich relativ bedeckt und man findet im Netz nur wenige Infos. Neben den relativ kryptischen Songtiteln ("bj.sadsong", "LC Meth Church", "C.T.Y.") findet man nicht einmal die Herkunft der zwei Gesichter dahinter. Alles ziemlich mysteriös. Dies spiegelt sich auch in der Musik des Duos wieder, die mich in Nuancen an Bon Iver oder James Blake erinnert hat. Insgesamt war das verdammt gut und die perfekte Einstimmung auf das folgende Konzert. Großer, cineastischer und vorsichtig ausgetüftelter Synthpop. Sollte man im Ohr behalten.

Neben einigen Singles gibt es bisher die EP 52°21’48.6″N 2°43’19.6″W zu hören, die als Titel die Koordinaten beinhaltet, wo das Artwork und die Texte entstanden sind.

TEME: SoundcloudFacebook | Instagram

HÆLOS <3

Hallelujah, endlich wieder HÆLOS! Nachdem ich sie bereits im Februar erleben durfte, war klar, dass ich mir die Tour nicht entgehen lassen konnte. Kurzer Spoiler voraus: Die Band war wieder in unglaublicher Spiellaune und noch einmal besser als beim letzten Mal. Die Setlist (die ich leider nicht mitgeschrieben habe und nicht mehr zusammenbekomme) ließ für mich bis auf "Empty Skies" keine Wünsche offen. Nachdem im Februar hauptsächlich Songs vom neuen Album gespielt wurden, da der Drummer zu der Zeit gerade neu zur Band dazugestoßen ist, bot sich diesmal eine schöne Mischung aus Songs von den beiden Alben Full Circle und Any Random Kindness. Die Singles vom ersten Album ("Dust", "Earth Not Above"), gab es ebenso zu hören, wie die Singles vom zweiten Album ("Buried In The Sand", "Kyoto", "End Of World Party").

"Cloud Nine" war live fantastisch und auch über "Another Universe" kurz vor Schluss habe ich mich riesig gefreut und die Band hat live eine Version gespielt, die nochmal mehr Immersion erzeugen konnte. Es ist einfach die perfekte Musik um dahin zu schwelgen und sich dem Rausch hinzugeben. Ich fühle mich in ihrer Musik einfach irgendwie zuhause und geborgen.

HÆLOS – Full Performance (Live on KEXP)

ARK (Short Film)

Bereits vor Veröffentlichung des neuen Albums wurde über die Social Media Kanäle der Band eine Art geheimnisvolles Projekt initiiert. Wenn man sich "disconnected" fühlte, konnte man sich bei einer E-Mail-Adresse melden, hinter der sich die ARK (zu Deutsch: Arche – Akronym: Any Random Kindness) versteckte. Es ging dabei um menschlichen Zusammenhalt, die Idee einer Arche, wie auch immer sie aussieht (religiöses Boot, Symbol oder etwas, dass uns Hoffnung gibt) und eben um "Any Random Kindness". Dadurch sammelte die Band Gedanken und Beiträge von Fans, die sie in einem Short Film verarbeiteten, unterlegt von Bildern ihrer letzten US-Tour. Ein Satz, der das Video ganz gut greift ist folgender: "We have lost touch with this crucially important aspect of what makes us human". Insgesamt recht philosophisch, dafür mit einem wichtigen Blick auf die Gesellschaft an sich. Ich fühlte mich davon sehr angesprochen und ja auch ich bin Teil der ARK.

HÆLOS – ARK (Short Film)

Wolke 35

Nochmal zurück zum Konzert. Lotti entzückte wieder mit ihrer herzlichen Art und fantastischen Stimme; Arthur holte immer wieder die Menge mit ins Bot; Dom an den Keys und dem modularen Synthesizer war wieder total irre anzusehen; Daniel an der Gitarre überzeugte einmal mehr und Bo ließ mit viel Gefühl seine Sticks auf dem Drumkit tänzeln. Es ist einfach toll diese Spielfreude zu erleben und in jeder Faser ihrer Ausstrahlung spüren zu können.

Zum Abschluss gab es das sagenumwobene "Pray", zusammen mit den zwei Mitgliedern von TEME. Für mich immer noch der beste Song der Band und live schwebt man dadurch für 5 Minuten auf Wolke 35. Ganz, ganz großartig! Meinetwegen hätte das auch noch Ewigkeiten so weitergehen können, aber für die 20€ waren die 70 Minuten mehr als in Ordnung. Für diese Livequalitäten fliegen HÆLOS (leider) immer noch total unter dem Radar und eigentlich dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis ihr Bekanntheitsgrad weiter steigt.

Ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Artikel teilst oder kommentierst! <3

Veröffentlicht inKonzerteMusik

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